{"id":7459,"date":"2018-04-11T19:42:35","date_gmt":"2018-04-11T18:42:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7459"},"modified":"2018-04-12T19:44:24","modified_gmt":"2018-04-12T18:44:24","slug":"mose-in-egitto-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7459","title":{"rendered":"Mos\u00e8 in Egitto &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Azione tragico-sacra in drei Akten, Libretto: Andrea Leone Tottola, UA: 5. M\u00e4rz 1818 Neapel, Teatro San Carlo<\/p>\n<p>Regie: Lotte de Beer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christof Hetzer, Figurentheater: Theaterkollektiv Hotel Modern<\/p>\n<p>Dirigent: David Parry und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Joshua Bloom (Faraone), Adriana Bastidas-Gamboa (Amaltea), Anton Rositskiy (Osiride), Mariangela Sicilia (Elcia), Young Woo Kim (Mambre), Ante Jerkunica (Mos\u00e8), Sunnyboy Dladla (Aronne), Sara Jo Benoot (Amenofis)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. April 2018 (Premiere, eine Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/K\u00f6ln-Mose.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7460\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/K\u00f6ln-Mose.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/K\u00f6ln-Mose.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/K\u00f6ln-Mose-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Ganz \u00c4gypten liegt auf Moses Bitten zu Gott, in Finsternis, weil der Pharao die Hebr\u00e4er nicht in ihr Land ziehen lassen will. Als er sich entschlie\u00dft, die Hebr\u00e4er wegziehen zu lassen, widerruft sein Sohn Osiride den Befehl, da er ist in die Hebr\u00e4erin Elcia verliebt, die ihn mit den Hebr\u00e4ern verlassen w\u00fcrde. Erneut bittet Moses Gott um Hilfe. Dieser sucht \u00c4gypten mit Feuer und Hagel heim. Erneut sichert der Pharao zu, die Hebr\u00e4er ziehen zu lassen. Nachdem Moses dem Pharao aber voraussagt, da\u00df alle Erstgeborenen get\u00f6tet werden, l\u00e4\u00dft der Pharao ihn einsperren. Osiride will die Hebr\u00e4er auch auf Elcias Bitten nicht gehen lassen. Dabei wird er vom Blitz erschlagen. Geschockt \u00fcber den Tod des Sohnes, genehmigt der Pharao den Auszug, will aber Rache nehmen. Am Meer stehend, bittet Moses Gott um Hilfe. Da teilt sich das Meer, so da\u00df die Hebr\u00e4er auf dem Meeresgrund weiterziehen k\u00f6nnen. Doch die \u00c4gypter verfolgen mit ihrem Heer die Hebr\u00e4er. Als sie dann durch das Meer ziehen wollen, st\u00fcrzen die Fluten \u00fcber sie und alle Reiter und Truppen ertrinken darin.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Um den monumentalen Schauplatz lebensechter wirken zu lassen, verwendet die Regisseurin eine Video-Projektion. Verschiedene Miniaturwelten sind auf der B\u00fchne verteilt und werden von Darstellern eines Theaterkollektivs w\u00e4hrend der gesamten Vorstellung abgefilmt und auf einen gro\u00dfen Globus in der Mitte der B\u00fchne projiziert. Die Teilung des roten Meers wird beispielsweise durch das Sch\u00fctten von Wasser in einen Eimer dargestellt. Das Abfilmen kleiner Miniaturpuppen stellt unterschiedliche Szenarien des biblischen Stoffs dar, wie die Ermordung der Erstgeborenen und den Auszug der Hebr\u00e4er aus \u00c4gypten. So entstehen zwei Schaupl\u00e4tze, die miteinander korrespondieren: ein monumentaler, der die \u00fcbergreifende Handlung symbolisiert und ein Kammerspiel, das die Beziehungen der Hauptcharaktere darstellt. Die Kost\u00fcme ahmen die Gew\u00e4nder aus \u00e4gyptischen Gr\u00e4bern nach: die \u00c4gypter tragen wei\u00dfe Gew\u00e4nder und goldenen Schmuck, der Pharao die alt\u00e4gyptische Doppelkrone, genannt Pschent-Krone. \u00c4hnlich einer Jesusgestalt erscheint Mos\u00e8 in Sandalen mit Bart und schulterlangen Haaren. Die Hebr\u00e4er tragen hellblaue Leinengew\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>David Parry<\/strong> startet den Abend mit einem sehr flotten und lebhaften Dirigat, das die beschwingte Rossini-Musik authentisch wiedergibt. Unter den m\u00e4nnlichen S\u00e4ngern beeindrucken besonders die Bassisten. <strong>Joshua Bloom<\/strong> (Faraone) ist mit seinem volumin\u00f6sen und ausnehmend klaren Ba\u00df ohne Zweifel einer der besten S\u00e4nger des Abends. Mit den schnellen Tempi der Rossiniarien kann seine Stimme bestens mithalten, dabei singt er rhythmisch nicht nur auf den Punkt genau, sondern intoniert sowohl in der Tiefe als auch in der H\u00f6he sauber. Besonders in der Arie <em>Ah rispettarmi apprenda<\/em> \u2013 <em>Du sollst mich respektieren <\/em>im ersten Akt ist es ein Genu\u00df, ihm bei der messa di voce (Ausschicken der Stimme mit Anschwellen und Abschwellen) seiner Stimme in den Crescendi-B\u00f6gen zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Ante Jerkunic<\/strong>a (Mos\u00e8) hat ein sonores Timbre in der Stimme und \u00fcberzeugt durch die dynamischen Wechsel von lauten, aber volumin\u00f6sen Spitzent\u00f6nen bis hin zu leise gehauchten T\u00f6nen. Seine Ergebenheit zu Gott bringt er in der Arie <em>Eterno! Immenso!<\/em> <em>Incomprensibil Dio!<\/em> \u2013 <em>ewiger gro\u00dfer, unergr\u00fcndlicher Gott<\/em> zum Ausdruck, indem er flehend auf die Knie f\u00e4llt, in den Himmel schaut und dabei das Wort <em>clemenza<\/em> \u2013 G\u00fcte mit sotto voce sanft erklingen l\u00e4\u00dft. <strong>Anton Rositskiy<\/strong> (Osiride) verf\u00fcgt \u00fcber einen sehr hellen, spitzen Tenor, der in der H\u00f6he metallisch klingt. Sehr gut erg\u00e4nzt sich seine Stimme auch in den Duetten mit seiner Gesangspartnerin <strong>Mariangela Sicilia<\/strong> (Elcia), deren lyrischer Sopran \u00e4u\u00dferst sanft, aber k\u00fchl klingt. Nach dem Tod ihres Geliebten bringt sie das Leid \u00fcber seinen Tod durch viele technische Feinheiten zum Ausdruck. <strong>Adriana Bastidas-Gamboa<\/strong> (Amaltea) verf\u00fcgt \u00fcber einen \u00fcppigen Mezzo mit leichtem Vibrato, den sie gut kontrolliert darstellt. In der Arie <em>La pace mia smarrita<\/em> \u2013 <em>der Frieden ist mir entschwunden<\/em> brilliert sie mit gef\u00fchlvollen Spitzent\u00f6nen, bei denen sie ihren warmen Mezzo wundersch\u00f6n im Legato bindet. Der <strong>Chor<\/strong> ist an dieser Stelle auch hervorzuheben. <em>Dal tuo stellato soglio \u2013 von deinem Sternenthron <\/em>ein Gebet, das die Hebr\u00e4er beim Anblick des \u201egeteilten\u201c Meeres mit Inbrunst singen ist ein letzter H\u00f6hepunkt des Abends und \u00fcberrascht durch den unmittelbaren \u00dcbergang von Moll (Trauer) zu Dur (Freude), hervorgehoben durch eine sehr nuancierte Betonung. Ein einmaliger Chor, der zu Tr\u00e4nen r\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Nach solchen Abenden sehnt sich jeder Opernfreund, wenn Musik, B\u00fchnenbild und Schauspiel einfach perfekt miteinander harmonieren. Die Projektionen des Theaterkollektivs f\u00fcgen sich gut in das B\u00fchnenbild und erzeugen eine \u00e4u\u00dferst stimmige Atmosph\u00e4re. Das Publikum ist ebenfalls begeistert, was sich in einem langen Applaus und sogar Bravo-Rufen \u00e4u\u00dfert gegen\u00fcber dem Theaterkollektiv. Ein unverge\u00dflicher Abend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: (Bildmitte) Adriana Bastidas-Gamboa (Amaltea), Joshua Bloom mit Pschent-Krone (Faraone), Anton Rositskiy mit erhobene Faust (Osiride), Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Azione tragico-sacra in drei Akten, Libretto: Andrea Leone Tottola, UA: 5. 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