{"id":7453,"date":"2018-02-15T15:41:05","date_gmt":"2018-02-15T14:41:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7453"},"modified":"2018-04-12T15:43:00","modified_gmt":"2018-04-12T14:43:00","slug":"my-fair-lady-muenchen-gaertnerplatztheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7453","title":{"rendered":"My Fair Lady &#8211; M\u00fcnchen, G\u00e4rtnerplatztheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Frederic Loewe (1901-1988) Musical in 2 Akten, Libretto: Alan Jay Lerner nach George Bernhard Shaws <em>Pygmalion<\/em>, Deutsch von Robert Gilbert, M\u00fcnchner Textfassung: Josef E. K\u00f6pplinger, ins Bayerische \u00fcbertragen: Stefan Bischoff, UA: 15. M\u00e4rz 1956 New York, Hellinger Theatre<\/p>\n<p>Regie: Josef E. K\u00f6pplinger, B\u00fchne: Rainer Sinell, Kost\u00fcme: Marie-Luise Walek, Choreographie: Karl Alfred Schreiner<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Kowalewitz, Orchester, Chor und Ballett des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz, Choreinstudierung: Felix Meybier<\/p>\n<p>Solisten: Michael Dangl (Henry Higgins), Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Robert Meyer (Alfred P. Doolittle), Friedrich von Thun (Oberst Pickering), Cornelia Froboess (Mrs. Higgins), Dagmar Hellberg (Mrs. Pearce), Maximilian Mayer (Freddy Eynsford-Hill.) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. Februar 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/M\u00fcnchen-My-fair-Lady.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7454\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/M\u00fcnchen-My-fair-Lady.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"438\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/M\u00fcnchen-My-fair-Lady.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/M\u00fcnchen-My-fair-Lady-300x202.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Professor Higgins, ein angesehener Sprachgelehrter, trifft auf den kraftvoll-vulg\u00e4ren Dialekt der Blumenverk\u00e4uferin Eliza Doolittle. Aufgrund einer Wette mit seinem Freund Oberst Pickering will er aus Eliza eine Dame zu machen. Der erste Testlauf beim Pferderennen in Ascot in die feine Gesellschaft scheitert, als sie ihr Pferd mit den Worten anfeuert, <em>ihm Pfeffer in den Arsch zu streuen<\/em>. Im zweiten Anlauf beim Diplomatenball im Buckingham Palace vermag Eliza zu brillieren. Higgins und Pickering feiern die gelungene Arbeit, Eliza f\u00fchlt sich \u00fcbergangen. Man vers\u00f6hnt sich zwar, offen bleibt, wie sich Elizas Zukunft mit dem Professor, der doch so gerne Junggeselle war, gestalten wird.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist einfach, aber szenisch aufregend, da durch B\u00fchnendrehungen viel Bewegung ins Spiel kommt. Alles beginnt an einer Sandsteinmauer auf einem Platz, auf der Opernplakate kleben. Der Wohnraum von Professor Higgins ist ein b\u00fcrgerliches Wohnheim im zeitlosen Stil der <em>Belle \u00c9poque<\/em> mit Bibliothek, Treppenhaus, Grammophon und Sitzgruppe im Wohnzimmer. Hinzu kommt ein Chor der Hausdiener in Livree.<\/p>\n<p>Um auf die Stra\u00dfe oder nach Ascot zu blicken dreht sich das Haus auf der Drehb\u00fchne. Der Platz f\u00fcr Ascot ist klein \u2013 um einen gro\u00dfen Tisch sitzend verfolgen die Damen mit Ferngl\u00e4sern das Pferderennen \u2013 Ihre H\u00fcte sind riesig. Mrs. Higgins logiert in einer Orangerie, der Ball bei Hofe wird nur nacherz\u00e4hlt. Die Kost\u00fcme sind dem besonderen Geschmack des Englands der f\u00fcnfziger Jahre zuzuschreiben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die Verwendung von Mikroports kann man geteilter Meinung sein: einerseits f\u00fchrt das zu Wortverst\u00e4ndlichkeit in jeder Lage, zum anderen kann man die s\u00e4ngerischen Leistungen kaum beurteilen, da sie die Stimme verst\u00e4rken oder \u00e4ndern. Positiv ist dabei, da\u00df die neue Elektrik im frisch renovierten Haus optimal justiert ist. So kommt auch die bayerische Sprachfassung besser zu Geltung. Das steht im Programmheft. Allerdings ist die Rolle des fr\u00f6hlichen Philosophen Alfred P. Doolittle mit <strong>Robert Meyer<\/strong> \u2013 Intendant der Wiener Volksoper \u2013 besetzt. Er wirkt auch gesanglich wie eine Mischung aus Hans Moser und Karl Marx. Den britisch blasierten Professor Higgins gibt der am Wiener Josephsstadt-Theater t\u00e4tige Salzburger <strong>Michael Dangl<\/strong>. Der Sitznachbar h\u00e4lt den Text f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr ein Giesinger Dialekt \u2013 ein M\u00fcnchner Stadtteil.<\/p>\n<p>Ober\u00f6sterreicherin ist <strong>Nadine Zeintl<\/strong>, die die durchsetzungsstarke Eliza ins Hochdeutsche weiterentwickelt. <strong>Maximilian Mayer<\/strong> gibt als ein strahlender Operettentenor dem Freddy die jugendliche Dynamik, etwa wenn er um den Laternenpfahl tanzt. <strong>Friedrich von Thun<\/strong> mu\u00df sich etwas durch den einzigen Gesangsauftritt des Oberst Pickering qu\u00e4len, ist aber sonst der Ruhepol des Geschehens. <strong>Andreas Kowalewitz <\/strong>geht den Abend mit einem etwas langsameren Tempo sehr lautstark an, nimmt dann aber Fahrt auf und rei\u00dft das Publikum von den Sitzen. Er kann dabei auf das bestens eingestellte <strong>Orchester<\/strong> und den bestens einstudierten <strong>Chor<\/strong> zur\u00fcckgreifen, der mit dem Solistenchor der Bedienten ein Schmankerl bietet.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Was diese Produktion von den \u00fcblichen \u201eHeile-Welt-Produktionen\u201c abhebt, ist, da\u00df hier auch Sozialkritik ge\u00fcbt wird: der M\u00fcllkutscher Doolittle darf auch (zeit-)kritische und philosophische T\u00f6ne anschlagen und ist kein Schnorrer im engeren Sinne. Und nat\u00fcrlich: <strong>man<\/strong> kommt dem britischen Humor sehr nahe \u2013 hier in einer bayerischen Variante, und zwar sowohl in der Charakterisierung der Rollen als auch in der Sprachfassung. Allerdings handelt es sich weniger um ein M\u00fcnchner Dialekt, sondern es ist ein Dialekt aus dem Alpenraum. Die neue Achse \u201eM\u00fcnchen-Salzburg-Wien\u201c l\u00e4\u00dft gr\u00fc\u00dfen. Bemerkenswert auch der Auftritt von <strong>Cornelia Froboess<\/strong> als Grande Dame alias Mrs. Higgins, die bereits in der legend\u00e4ren Erstproduktion 1984 am G\u00e4rtnerplatz die Eliza Doolittle verk\u00f6rperte. Die heutige Produktion h\u00e4lt dem Vergleich mit der Vorg\u00e4ngerproduktion stand, und das Publikum bedankt sich mit heftigem Beifallsorkan f\u00fcr drei Stunden blendender Unterhaltung.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Marie-Laure Briane<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Dangl (Henry Higgins), Nadine Zeintl (Eliza Doolittle)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Frederic Loewe (1901-1988) Musical in 2 Akten, Libretto: Alan Jay Lerner nach George Bernhard Shaws Pygmalion, Deutsch von Robert Gilbert, M\u00fcnchner Textfassung: Josef E. K\u00f6pplinger, ins Bayerische \u00fcbertragen: Stefan Bischoff, UA: 15. 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