{"id":7404,"date":"2018-03-19T21:05:52","date_gmt":"2018-03-19T20:05:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7404"},"modified":"2018-03-20T08:04:19","modified_gmt":"2018-03-20T07:04:19","slug":"das-wunder-der-heliane-deutsche-oper-berlin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7404","title":{"rendered":"Das Wunder der Heliane &#8211; Deutsche Oper Berlin"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Akten, Libretto: Hans M\u00fcller-Einigen nach Hans Kaltneker <em>Die Heilige<\/em>, UA: 7. Oktober 1927 Hamburg, Staatsoper<\/p>\n<p>Regie: Christof Loy, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Barbara Drosihn, Licht: Olaf Winter<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Albrecht, Orchester der Deutschen Oper, Chor und Extrachor der Deutschen Oper Choreinstudierung: Jeremy Bines<\/p>\n<p>Solisten: Sara Jakubiak (Heliane), Josef Wagner (der Herrscher), Brian Jagde (der Fremde), Okka von der Damerau (die Botin), Derek Welton (der Pf\u00f6rtner), Burkhard Ulrich (der Schwertrichter), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. M\u00e4rz 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Berlin-DO-Helene.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7405 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Berlin-DO-Helene.png\" alt=\"\" width=\"628\" height=\"401\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Fremde sitzt im Verlie\u00df in einem Land, in dem Lachen und Liebe verboten sind. Heliane, die Frau des Herrschers, besucht ihn und kommt seinem Dr\u00e4ngen nach, sich ihm nackt zu zeigen. Der Herrscher entdeckt sie und ruft das Gericht zusammen, um zu untersuchen, ob es zum Ehebruch gekommen ist. W\u00e4hrend einer Unterbrechung der Verhandlung t\u00f6tet sich der Fremde. Der Herrscher verlangt von Heliane als Beweis ihrer Unschuld den Fremden wieder von den Toten zu erwecken. W\u00e4hrend sich Tumult im Volke ausbreitet, gelingt ihr das Wunder. Der Fremde entl\u00e4\u00dft das Volk in eine gl\u00fcckliche Zukunft und verweist den Herrscher des Landes, der erf\u00fcllt von Wut und Eifersucht Heliane t\u00f6tet. Sie verl\u00e4\u00dft diese Welt gemeinsam mit dem Fremden.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Diese Inszenierung ist karg in den \u00e4u\u00dferen Mitteln. Die gesamte Handlung spielt in einem holzvert\u00e4felten Saal. S\u00e4mtliche Akteure sind in Anz\u00fcge gekleidet, und im Unterschied zur Musik ist die visuelle Gestaltung alles andere als farbenfroh. Es dominieren ausschlie\u00dflich Braun-, Schwarz- und Graut\u00f6ne, und es gibt keine beleuchtungstechnischen oder b\u00fchnenbildnerischen Spezialeffekte.<\/p>\n<p><strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Bevor man \u00fcber die beeindruckenden Leistungen von Solisten und Choristen ein Wort verliert ist klarzustellen, da\u00df das musikalische Geschehen sich in dieser Oper nahezu vollkommen im \u00fcberbordenden Orchester Korngolds abspielt, und zwar in einem Ma\u00dfe, da\u00df die chromatischen solistischen Vokallinien und komplexen Chors\u00e4tze fast nur als ein Teil dieser \u00fcppigen instrumentalen Partitur erscheinen. Zugespitzt k\u00f6nnte man sogar sagen, da\u00df die \u00fcberspannte Handlung mit ihrer pr\u00e4tenti\u00f6sen Diktion dem Komponisten lediglich als ein Vorwand daf\u00fcr gedient hat, seine virtuosen K\u00fcnste als Orchestrator entfesseln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Werkes, der eigentliche Hauptakteur, und es erf\u00fcllte unter der Leitung von <strong>Marc Albrecht <\/strong>hier selbst hochgesteckte Erwartungen.<\/p>\n<p>Was vielleicht angesichts dieser technisch anspruchsvollen Partitur \u00fcberraschen mag: viele S\u00e4nger dieser Produktion stehen erst am Anfang ihrer Karrieren. Dies gilt beispielsweise f\u00fcr <strong>Brian Jagde <\/strong>(der Fremde), der zu seiner Rolle nicht nur von seinem Alter her, sondern auch wegen seines jugendlich-unbek\u00fcmmerten, kraftvollen Stimmeinsatzes pa\u00dft. Sicher in Intonation und Stimmsitz ist es ihm anscheinend ein Leichtes, mit seinem Tenor auch durch das gr\u00f6\u00dfte Orchesterdickicht hin durchzudringen. Mit <strong>Sara Jakubiak <\/strong>in der Titelrolle stand ihm eine ebenso selbstsichere Partnerin zur Seite. Auch wenn ihre Partien hierf\u00fcr sicherlich keine guten Studienobjekte sind, m\u00fcssen sie aber beide noch ein wenig an der Aussprache des Deutschen arbeiten. Das gilt nicht f\u00fcr <strong>Okka von der Damerau <\/strong>(die Botin), deren Eignung als Wagners\u00e4ngerin f\u00f6rmlich ins Auge springt. Stimmbehandlung und Auftreten waren bei ihr in jeder Hinsicht gelungen und die Verk\u00f6rperung ihrer Rolle war die beste darstellerische Leistung dieses Abends. <strong>Josef Wagner <\/strong>(der Herrscher) hat eine etwas undankbare Partie, der spektakul\u00e4re Passagen abgehen. Er schlug sich wacker.<strong> Derek Welton <\/strong>(der Pf\u00f6rtner) hat hingegen in Gestalt seiner Erz\u00e4hlung im dritten Akt eine lyrische Partie, die er voll auskostete. <strong>Burkhard Ulrichs <\/strong>Part (der Schwertrichter) ist eine Rolle f\u00fcr Spieltenor, bei der es mehr auf einen sprechenden denn einen schwelgerischen Tonfall ankommt.<\/p>\n<p>Beinahe schon berauschend sch\u00f6n so wie der Orchesterpart wurden die verschlungenen <strong>Damenchors\u00e4tze<\/strong> dargeboten, beispielsweise zu Beginn der Oper. Der <strong>Chor<\/strong> hat im dritten Akt seinen gro\u00dfen Auftritt mit seinen rhythmisch vielfach \u00fcberlappenden Eins\u00e4tzen und den heiklen einstimmigen Abschnitten. Der Chor ist das einzige Element, das f\u00fcr Bewegung im Geschehen auf der B\u00fchne sorgt, das sonst eher statisch bleibt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese \u2013 wenn man so sagen darf \u2013 sp\u00e4testromantische Musik l\u00e4\u00dft sicherlich niemanden kalt. Wer sich f\u00fcr diesen Teil der deutschen Oper interessiert, sollte unbedingt nach Berlin fahren um des musikalischen Erlebnisses willen. Was man der Inszenierung zugute halten kann, ist, da\u00df sie nicht von der Musik ablenkt und man die zentralen Aktionen zu sehen bekommt. Doch, auf die Gefahr hin unbedarft zu wirken, h\u00e4tte man sich vor allem f\u00fcr die beiden letzten Akte ein wenig mehr als Ma\u00dfanz\u00fcge und Wartesaal zum Anschauen gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sara Jakubiak (Heliane), Josef Wagner (der Herrscher)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Akten, Libretto: Hans M\u00fcller-Einigen nach Hans Kaltneker Die Heilige, UA: 7. Oktober 1927 Hamburg, Staatsoper Regie: Christof Loy, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Barbara Drosihn, Licht: Olaf Winter Dirigent: Marc Albrecht, Orchester der<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7404\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7405,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,1],"tags":[],"class_list":["post-7404","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berlin-deutsche-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7404"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7407,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7404\/revisions\/7407"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7405"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}