{"id":739,"date":"2009-06-18T08:14:55","date_gmt":"2009-06-18T06:14:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=739"},"modified":"2010-03-21T23:42:10","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:10","slug":"osnabruck-theater-am-domhof-die-zarenbraut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=739","title":{"rendered":"Osnabr\u00fcck, Theater am Domhof &#8211; DIE ZARENBRAUT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Nikolaj Rimski-Korsakow (1844-1908); Oper in 4 Akten, Libretto: Nikolaj Rimski-Korsakow und Ilja Fjodorowitsch Tjumenew nach der historischen Trag\u00f6die von Lew Alexandrowitsch Mej (1849), UA: 3. November 1899, Moskau Regie: Kay Kuntze, B\u00fchne \/ Kost\u00fcme: Martin Fischer, Dramaturg: Carin Marquardt, Beleuchtung: Uwe Tepe<br \/>\nDirigent: Marius Stieghorst, Osnabr\u00fccker Symphonieorchester, Choreinstudierung: Peter Sommerer, Chor und Extrachor des Theaters Osnabr\u00fcck<br \/>\nSolisten: Frank F\u00e4rber (Wassili Sobakin), Natalia Atamanchuk (Marfa), Daniel Moon (Grigori Grjasnoi), Genadijus Bergorulko (Grigori Maljuta-Skuratow), Yoonki Baek (Iwan Sergejewitsch Lykow), Eva Schneidereit (Ljubascha), Christophe Mortagne (Jelissei Bomeli), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. Juni 2009 (Premiere in russischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"osnabruck-zarenbraut.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/osnabruck-zarenbraut.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"osnabruck-zarenbraut.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/osnabruck-zarenbraut.jpg\" \/><\/a>Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Frauen: Die sch\u00f6ne Kaufmannstochter Marfa, die der Zar Iwan zu seiner Gemahlin auserw\u00e4hlt hat, und Ljubascha, die entf\u00fchrte und entehrte Geliebte des Bojaren Grjasnoi. Letzterer verliebt sich in Marfa und will mit Hilfe eines Liebespulvers ihre Gunst gewinnen. Doch Ljubascha will sich nicht ihrem Schicksal als abgelegte Geliebte Grjasnois f\u00fcgen, und besorgt ein langsam wirkendes Gift f\u00fcr Marfa. Grjasnoi verabreicht Marfa das vermeintliche Liebespulver \u2013 unwissend, da\u00df Ljubascha dieses gegen das Gift ausgetauscht hat. Marfa setzen das Gift und die Trennung von ihrem geliebten Jugendfreund Lykow sehr zu. Die Nachricht von Grjasnoi, Lykow habe sie vergiften wollen und sei deshalb get\u00f6tet worden, treibt sie in den Wahnsinn. Aller Hoffnung beraubt gesteht Grjasnoi die Verleumdung und seine Schuld an Lykows Tod. Als Ljubascha daraufhin ihre Gifttat gesteht, ersticht Grjasnoi sie. Marfa h\u00e4lt den M\u00f6rder Grjasnoi f\u00fcr den geliebten Lykow und ist gl\u00fccklich, wenngleich im Wahn.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas sehr d\u00fcstere Gesicht eines Wolfes, welches im St\u00fcck das Erkennungszeichen der Leibw\u00e4chter des Zaren ist, befindet sich auf dem Vorhang. Da sich dieser nie vollst\u00e4ndig hebt, sind die neonleuchtenden Augen immer pr\u00e4sent. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre erscheinen Frauen in schlichten, wei\u00dfen Gew\u00e4ndern, die sich im Scheinwerferlicht teilweise vollst\u00e4ndig entbl\u00f6\u00dfen. Gewalt, Unterdr\u00fcckung und sexuelle Handlungen dominieren die gesamte Inszenierung.<br \/>\nGoldene Heiligenbilder kennzeichnen stets die vielf\u00e4ltig gestaltete B\u00fchne, welche durch eine Terrasse, Girlanden, oder einen E\u00dftisch an neue Situationen angepa\u00dft wird. Nur am Ende des letzten Aktes verschieben sich die Heiligenbilder, und die gesamte B\u00fchne erstrahlt in einem hellen Azurblau.<br \/>\nDie Kost\u00fcmierung entspricht dem gesellschaftlichen Stand und der jeweiligen B\u00fchnensituation. So wird zwischen einfachen und prachtvollen Kleidern, Lederm\u00e4ntel und Anz\u00fcgen, variiert. Die Leibw\u00e4chter tragen schwarze Lederkleidung, auffallend ist hier die Kapuze in Form eines Wolfskopfes. Marfa und Lykow  sind, neben den Bediensteten und den Frauen die einzigen Charaktere, die best\u00e4ndig hell kost\u00fcmiert sind.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Eva Schneidereit<\/strong> (Ljubascha) spielt eine Frau, die zur Befriedigung m\u00e4nnlicher Begierden benutzt wird, und vervollkommnt diese Rolle durch einen klagenden und mitrei\u00dfenden Gesang. W\u00e4hrend sie im Ensemble fast nicht h\u00f6rbar ist, besticht sie im alleinigen Gesang durch eine raumf\u00fcllende, emotionale Stimme. <strong>Natalia Atamanchuks <\/strong>(Marfa) gef\u00fchlvoller Wahnsinnsmonolog <em>Iwan Sergeich, khochesh \u2013 Iwan Sergejewitsch, m\u00f6chtest du<\/em> (4. Akt) ist einer der musikalischen H\u00f6hepunkte der Auff\u00fchrung. Ihre Stimme klingt weniger dramatisch als die von Eva Schneidereit, ist aber ebenso expressiv, indem sie die T\u00f6ne zum Leuchten bringt. Besonders in den H\u00f6hen klingt sie nat\u00fcrlich und frei.<br \/>\n<strong>Daniel Moon<\/strong> begeistert durch seine musikalisch sehr sch\u00f6ne Arie <em>S uma neydyot krasavitsa \u2013 Die Sch\u00f6ne geht mir nicht aus dem Kopf<\/em> (1. Akt, 1. Szene) mit gen\u00fcgend Kraft und gro\u00dfer Dramatik.<br \/>\nDer Zar tritt nie als Person auf, aber ist durchweg im Denken und Handeln der Akteure, und durch d\u00fcstere Fanfaren im Orchester, pr\u00e4sent.<br \/>\nDurch Gleichklang und Miteinander von Orchester und S\u00e4nger verst\u00e4rkt die Musik Rimski-Korsakow die Gef\u00fchle der Handelnden w\u00e4hrend der gesamten Auff\u00fchrung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas Publikum schien sich des Endes der Oper nicht ganz sicher zu sein, denn der Applaus ben\u00f6tigte einen zweiten Anlauf. Dieser w\u00e4hrte dann aber besonders lange, und vor allem Eva Schneidereit als Ljubascha wurde sehr bejubelt.<br \/>\nMaria Ostermann<\/p>\n<p>Bild: Uwe Lewandowski<br \/>\nDas Bild zeigt: Daniel Moon (Grjasnoi), Yoonki Baek (Lykow), Christophe Mortagne (Bomeli) und Herrenchor (Leibw\u00e4chter).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Nikolaj Rimski-Korsakow (1844-1908); Oper in 4 Akten, Libretto: Nikolaj Rimski-Korsakow und Ilja Fjodorowitsch Tjumenew nach der historischen Trag\u00f6die von Lew Alexandrowitsch Mej (1849), UA: 3. 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