{"id":7388,"date":"2018-03-12T16:37:19","date_gmt":"2018-03-12T15:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7388"},"modified":"2018-03-21T18:43:26","modified_gmt":"2018-03-21T17:43:26","slug":"messa-da-requiem-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7388","title":{"rendered":"Messa da Requiem &#8211; Hamburg Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), UA: 22. Mai 1874, Kirche San Marco, Mailand.<\/p>\n<p>Regie: Calixto Bieito, B\u00fchne: Susanne Gschwender, Kost\u00fcme: Anja Rabes, Licht: Franck Evin, Dramaturgie: Janina Zell<\/p>\n<p>Dirigent: Kevin John Edusei, Philharmonisches Staatsorchester, Chor der Hamburgischen Staatsoper<\/p>\n<p>Solisten: Maria Bengtsson (Sopran), Nadezhda Karyazina (Mezzosopran), Dmytro Popov (Tenor), G\u00e1bor Bretz (Ba\u00df)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. M\u00e4rz 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hamburg-Verdi-Requiem_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7391\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hamburg-Verdi-Requiem_small.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hamburg-Verdi-Requiem_small.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Hamburg-Verdi-Requiem_small-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Da es sich um Verdis <\/strong><em>Messa da Requiem <\/em>handelt, also um eine Totenmesse, die der katholischen Liturgie folgt, gibt es keine Handlung im engeren Sinne wie bei einer Oper.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die ansonsten leere B\u00fchne wird durch zwei ihre gesamte L\u00e4nge umfassenden Holzw\u00e4nde aus Quadraten ausgef\u00fcllt, die sowohl unterteilbar als auch beweglich ist. Die Wandform erinnert mit ihren vielen Quadraten entfernt an eine Friedhofsmauer mit Urnenbuchten. Gegen Ende der Auff\u00fchrung wird eine dieser riesigen W\u00e4nde auf die Seite gelegt, so da\u00df die Chormitglieder in die Quadrate hinein krabbeln k\u00f6nnen wie in kleine Gr\u00e4ber. Das namenlose Solo-Ensemble ist in die Paare Sopran und Ba\u00df sowie Mezzosopran und Tenor eingeteilt. Eine Handlung wird zwar angedeutet, bleibt jedoch vage und im eher Abstrakten. So wird durch spielende Kinder auf der B\u00fchne unter anderem der Kindstod thematisiert, den die S\u00e4nger betrauern. Typische Trauergesten wie zum Himmel erhobene H\u00e4nde kommen h\u00e4ufig vor. Chor und S\u00e4nger werden einander als Individuen und Kollektiv gegen\u00fcbergestellt. Im <em>Dies Irae <\/em>etwa liegt die Sopranistin kauernd am Boden, w\u00e4hrend der um sie versammelte Chor gleichsam strafend auf sie einsingt. Insgesamt aber bleibt die dem <em>Requiem<\/em> quasi \u201aaufgepropfte\u2018 Handlung zur\u00fcckhaltend, die Musik steht im Vordergrund. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das <em>Philharmonische Staatsorchester Hamburg<\/em> unter <\/strong><em>Kevin John Edusei<\/em> klingt zu Beginn in den Violinen noch intonatorisch unsicher. Mit Beginn des furiosen <em>Dies Irae <\/em>l\u00e4\u00dft dies jedoch nach, so da\u00df es im weiteren Verlauf in den Fl\u00f6ten oder im Fagott zu plastisch gestalteten Soli kommt. Auch die Trompeten aus der Ferne werden wirkungsvoll eingesetzt. Die Balance mit der B\u00fchne bleibt weitgehend gewahrt. Hervorzuheben ist, da\u00df der darstellerisch vielseitig agierende <strong><em>Chor<\/em><\/strong><em> der Hamburgischen Staatsoper<\/em> an diesem Abend nie ins Schrille ausbricht, gleichwohl jedoch in den lauten Passagen nicht an Wucht einb\u00fc\u00dft. Auch die einzelnen Stimmgruppen untereinander sind angenehm ausgewogen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der eigentliche H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung aber sind die Gesangssolisten, die sich aufgrund einer zur\u00fcckhaltenden Personenf\u00fchrung angemessen auf ihren Vortrag konzentrieren k\u00f6nnen. So vermag <em>Maria Bengtsson <\/em>die Kantilenen frei str\u00f6men zu lassen und meistert auch weite Intervallspr\u00fcnge flie\u00dfend. In der H\u00f6he verf\u00fcgt ihr Sopran \u00fcber eine warme luftige Biegsamkeit. Demgegen\u00fcber klingt <em>Nadezhda Karyazinas <\/em>Mezzosopran strenger, weist dabei jedoch ein hohes Farbspektrum auf. Sie gestaltet das stimmliche Drama mit feinen Abstufungen. <em>Dmytro Popovs<\/em> Tenor bleibt auch in der H\u00f6he wunderbar unbeschwert, so da\u00df er seine Partie frei und mit viel stimmlicher Weichheit vortragen kann. Der Ba\u00df von <em>G\u00e1bor Bretz <\/em>\u00fcberzeugt weniger durch gewichtige Autorit\u00e4t als durch W\u00e4rme und einf\u00fchlsame Nachdr\u00fccklichkeit. Auch wenn der Ensembleklang nicht immer perfekt aufeinander abgestimmt wirkt, strahlt doch jederzeit das expressive und anr\u00fchrende menschliche Element der Musik durch.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><strong>Den Regisseur <\/strong>Calixto Bieito und sein Team empfing am Premierenabend eine Mischung aus Jubel und sanften Buhs, w\u00e4hrend die Musiker und S\u00e4nger allesamt zu Recht gefeiert wurden. Da hinsichtlich der Auff\u00fchrung hier keine Risiken eingegangen werden und die musikalische Seite durchweg \u00fcberzeugt, l\u00e4\u00dft sich diese Hamburger B\u00fchnenversion von Verdis \u201agr\u00f6\u00dfter Oper\u2018, als die sein <em>Requiem<\/em> auch bezeichnet wurde, durchaus empfehlen.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fotos: Brinkhoff\/M\u00f6genburg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Maria Bengtsson, Chor der Hamburgischen Staatsoper<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), UA: 22. Mai 1874, Kirche San Marco, Mailand. 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