{"id":737,"date":"2009-06-20T10:12:10","date_gmt":"2009-06-20T08:12:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=737"},"modified":"2010-03-21T23:42:09","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:09","slug":"darmstadt-staatstheater-turandot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=737","title":{"rendered":"Darmstadt, Staatstheater &#8211; TURANDOT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, Schlu\u00dfduett und Finale von Franco Alfano vervollst\u00e4ndigt, UA: 26. April 1926, Mailand, Scala<br \/>\nRegie: John Dew, B\u00fchne: Heinz Balthes, Kost\u00fcme: Jos\u00e9-Manuel V\u00e1zquez, Choreographie: Anthoula Papadakis, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss<br \/>\nDirigent: Martin Lukas Meister, Staatsorchester, Chor, Extrachor und Kinderchor der Staatsoper<br \/>\nSolisten: Katrin Gerstenberger (Turandot), Markus Durst (Altoum), Thomas Mehnert (Timur), Zurab Zurabishvili (Kalaf), Susanne Serfling (Li\u00f9), David Pichlmaier (Ping), Lucian Krasznec (Pong), Sven Ehrke (Pang), Oleksandr Prytolyuk (Ein Mandarin), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. Juni 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/darmstadt-turandot.jpg\" TITLE=\"darmstadt-turandot.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/darmstadt-turandot.jpg\" ALT=\"darmstadt-turandot.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Vor der Kaiserstadt Peking verk\u00fcndet ein Mandarin das neue Gesetz: Prinzessin Turandot heiratet den, der drei R\u00e4tsel l\u00f6st, die sie ihm aufgibt. Werden diese nicht gel\u00f6st, so wird der Freier enthauptet. In dem gro\u00dfen Tumult trifft Prinz Kalaf auf seinen Vater Timur mit der Sklavin Li\u00f9. Als Kalaf Turandot auf dem Balkon zum ersten Mal erblickt, verliebt er sich in sie und nichts kann ihn davon abhalten, sich Turandots Fragen zu stellen. Die drei Minister besprechen die Vorbereitungen f\u00fcr eine Hochzeit oder Enthauptung des Freiers Kalaf. Aber sie sehnen sich eigentlich nach einem Leben auf ihren Landg\u00fctern. Als Turandot auf dem Marktplatz erscheint, erz\u00e4hlt sie von dem Schicksal ihrer Ahnin, die von einem Mann umgebracht wurde. Kalaf l\u00f6st alle R\u00e4tsel und bringt dadurch die Prinzessin in Verlegenheit. Denn eigentlich will sie nie einen Mann heiraten. Kalaf gibt ihr nun seinerseits das R\u00e4tsel auf, seinen Namen zu erraten. Wenn sie es nicht schafft, so wird sie seine Frau. In der Nacht schl\u00e4ft niemand. Turandot l\u00e4\u00dft sogar Li\u00f9. foltern, um den Namen zu erfahren, weshalb diese sich selbst erdolcht. Schlie\u00dflich nennt Kalaf ihr seinen Namen. Als das Volk sich versammelt, nennt sie ihn: Liebe! Das Volk jubelt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn <strong>John Dews<\/strong> Inszenierung herrschen die Farben Rot und Schwarz vor. Rot als Farbe des Gl\u00fccks und Schwarz als Farbe der Macht finden sich dort in Streifen angeordnet wieder. Auch die Kost\u00fcme des Chores und der drei Minister sind in diesen Farben gehalten. Gelb, die Farbe des chinesischen Kaisers, wird ausschlie\u00dflich von Altoum und Turandot in traditionellen Gew\u00e4ndern getragen. Das schlichte B\u00fchnenbild steht den opulenteren Kost\u00fcmen gegen\u00fcber und l\u00e4\u00dft genug Raum f\u00fcr die ausladenden Chorauftritte.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Katrin Gerstenberger<\/strong> (Turandot) sang diese Paraderolle mit ihrem lyrischen Sopran mit solcher Intensit\u00e4t in den tiefen Passagen und einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Leichtigkeit in der H\u00f6he, da\u00df ihre Auftritte das Publikum zu langem Szenenapplaus hinrissen. Auch <strong>Susanne Serfling<\/strong> (Li\u00f9) erntete f\u00fcr ihre gro\u00dfartige Gesangsdarbietung, ihre glockenhelle, weiche und reine Stimme, laute Bravorufe. Ihre Arie \u00fcber die Liebe<em> Tu che di gel sei cinta \u2013 Du, vom Eis umg\u00fcrtet<\/em> war so gef\u00fchlvoll vorgetragen, da\u00df sie am Ende mehrere Male vor den Vorhang gerufen wurde. Ein wenig entt\u00e4uschend war die Darbietung von <strong>Zurab Zurabishvili<\/strong> (Kalaf), der zwar technisch vollkommen einwandfrei, jedoch mit zu wenig Emotion sang. Dies wirkte sich besonders auf die Arie <em>Nessun dorma \u2013 Keiner schlafe<\/em> aus, die leider recht steif daherkam und kaum etwas von der Siegesgewi\u00dfheit Kalafs sp\u00fcren lie\u00df. Herausragend war das Zusammenspiel der drei Minister <strong>David Pichlmaier<\/strong> (Ping), <strong>Lucian Krasznec<\/strong> (Pong) und <strong>Sven Ehrke<\/strong> (Pang), die als eine gesangliche Einheit auftraten. Die Choreographie und unnat\u00fcrliche, fast schon akrobatische Bewegungen erinnerten an ein altchinesisches Schattenspiel, bei dem die Figuren von Schauspielern hinter einer Schattenwand dargestellt werden, wurden von allen Dreien perfekt umgesetzt. Der Auftritt von <strong>Oleksandr Prytolyuk<\/strong> (Mandarin) war ein H\u00f6hepunkt des Abends, ihn umgab eine schauderhafte Aura, als sei er eine Figur aus einem Horrorfilm.<br \/>\nDas <strong>Staatsorchester Darmstadt<\/strong> unter <strong>Martin Lukas Meister<\/strong> gl\u00e4nzte mit exzellent klarem Klang. \u00dcberragend sang der <strong>Chor<\/strong>, der sowohl in den Massenszenen als auch in etwas kleinerer Besetzung stets pr\u00e4sent und voller Leidenschaft das Volk repr\u00e4sentierte.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nPuccinis Oper, die sich an das gleichnamige persische M\u00e4rchen anlehnt, stand lange im Schatten ihrer Vorg\u00e4ngerinnen <em>La Boh\u00e8me, Tosca und Madame Butterfly<\/em>. Mittlerweile hat sie sich aber zu einem wahren Publikumsliebling gewandelt, was auch in dieser sehr gut gelungenen Auff\u00fchrung deutlich wurde. Mit frenetischem Beifall und lauten Bravorufen bejubelte das Publikum die Darsteller und Musiker.<\/p>\n<p>Sophia Kr\u00fcger<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt David Pichlmaier (Ping), Sven Ehrke (Pang), Zurab Zurabishvili (Calaf), Lucian Krasznec (Pong).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini, Dramma lirico in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami und Renato Simoni, Schlu\u00dfduett und Finale von Franco Alfano vervollst\u00e4ndigt, UA: 26. 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