{"id":7366,"date":"2018-01-19T20:04:15","date_gmt":"2018-01-19T19:04:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7366"},"modified":"2018-01-20T20:06:29","modified_gmt":"2018-01-20T19:06:29","slug":"un-ballo-in-maschera-ein-maskenball-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7366","title":{"rendered":"Un ballo in maschera \u2013 Ein Maskenball &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma nach Eug\u00e8ne Scribe, UA: 17. Februar 1859 Rom, Teatro Apollo<\/p>\n<p>Regie: Gilbert Deflo, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: William Orlandi, Licht: Jo\u00ebl Hourbeigt , Choreographie: Micha Van Hoecke<\/p>\n<p>Dirigent: Bertrand de Billy, Chor und Orchester de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Piero Pretti (Riccardo), Simone Piazzola (Renato), Sondra Radvanovsky (Amelia), Varduhi Abrahamyan (Ulrica), Nina Minasyan (Oscar), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. Januar 2018 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Paris-OB-Un-Ballo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7367\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Paris-OB-Un-Ballo.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Paris-OB-Un-Ballo.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Paris-OB-Un-Ballo-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Morgenaudienz wird dem Grafen Ricardo Warwick, Gouverneur von Boston (USA), die G\u00e4steliste f\u00fcr den bevorstehenden Maskenball vorgelegt. Unter den Eingeladenen bemerkt er auch Amelia, die Gemahlin seines Sekret\u00e4rs und Freundes Renato, die er heimlich liebt. Im weiteren Verlauf der Audienz fordert der oberste Richter die Verurteilung der Wahrsagerin Ulrica wegen Hexerei. Ricardo will dieser \u201eHexe\u201c einen Besuch abstatten. Renato macht sich Sorgen um die Sicherheit des Grafen, gegen den ein Komplott geplant ist.<\/p>\n<p>In der H\u00f6hle der Wahrsagerin wird Riccardo ungesehen Zeuge wie Amalia die Wahrsagerin um einen Trunk gegen eine unerw\u00fcnschte Liebe bittet. Ulrica tr\u00e4gt ihr auf, die Kr\u00e4uter selbst um Mitternacht auf einem Friedhof zu sammeln. Als Riccardo sp\u00e4ter Ulrica auffordert, ihm die Zukunft zu deuten, weigert sie sich erst entsetzt und enth\u00fcllt ihm schlie\u00dflich, da\u00df er von einem Freund, dem ersten, der ihm die Hand sch\u00fctteln wird, ermordet werden w\u00fcrde. Darauf tritt Renato ein und dr\u00fcckt ihm die Hand zum Gru\u00dfe. Riccardo lacht \u00fcber die Weissagung und l\u00e4\u00dft Ulrica frei gehen.<\/p>\n<p>Riccardo ist Amelia zu Mitternacht auf den Friedhof gefolgt. Sie gestehen einander ihre Liebe. Darauf erscheint Renato. Um nicht erkannt zu werden, verschleiert sich Amelia. Der Sekret\u00e4r warnt den Grafen vor einem Attentat. Bevor Riccardo flieht, bittet er Renato, die Unbekannte bis in die Stadt zur\u00fcckzugeleiten, ohne nach ihrer Identit\u00e4t zu fragen. Von den Verschw\u00f6rern dazu gezwungen, l\u00fcftet Amelia dann doch den Schleier und Renato erkannt seine Gemahlin. Um sich zu r\u00e4chen, will er erst seine Gemahlin umbringen, beschlie\u00dft schlie\u00dflich aber, sich der Verschw\u00f6rung gegen den Grafen anzuschlie\u00dfen. Bei der Verlosung f\u00e4llt ihm das Los zu, das Attentat auszuf\u00fchren. Beim Maskenball \u00a0versucht Amelia Riccardo zu warnen, doch in dem Moment st\u00f6\u00dft Renato zu. Sterbend versichert Riccardo seinem M\u00f6rder, da\u00df sich seine Gemahlin immer ehrenhaft benommen habe. Er vergibt ihm seine Tat. Renato erkennt zu sp\u00e4t seinen Irrtum.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Gilbert Deflos Inszenierung ist architektonisch von der Neuen Sachlichkeit und einer monumentalen Machtsymbolik gepr\u00e4gt. Schon in der Anfangsszene beherrscht ein \u00fcberdimensionaler Adler die B\u00fchne, zwei Riesenadler bewachen hoch oben von ihren S\u00e4ulen aus auch den Friedhof und hocken im diskret beleuchteten Ballsaal drohend oben in der Finsternis. Die Verschw\u00f6rer treffen sich vor einer pomp\u00f6sen Statue des Grafen. Die H\u00f6hle der Wahrsagerin wird zu einer n\u00e4chtlichen Voodoo-Zeremonie vor lodernden Feuern unter drei riesigen Schlangenk\u00f6pfen<em>,<\/em> alle in wei\u00dfe, volkst\u00fcmliche Kost\u00fcmen der West-Indies gekleidet, auch der <em>Baron Samedi <\/em>mit Totenmaske, nur die Wahrsagerin ist ganz in Rot. Die Kost\u00fcme bei Hof entsprechen der Zeit um 1860, die Herren mit dunklen Gehr\u00f6cken und hohen Zylindern, die Damen in weiten Krinolinen Die Kost\u00fcme der Ballszene, auch die des Balletts <em>\u00e0 la Commedia dell\u2019Arte<\/em>, sind ganz in schwarz-wei\u00df gehalten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der erkl\u00e4rte Star der Auff\u00fchrung ist die kanadische S\u00e4ngerin <strong>Sondra Radvanovsky<\/strong> als Amelia. Ihr <em>mezzo-voce<\/em> ist hinrei\u00dfend und ihre dramatischen Ausbr\u00fcche von dort ins<em> fortissimo<\/em> sind \u00fcberw\u00e4ltigend. Ihr Sopran hat die reiche volle Klangfarbe einer Altstimme. Gesang wie auch Gestik sind sehr eindringlich und ausdrucksstark, wie in der gro\u00dfen Arie<em> Ecco l\u2019orrido campo <\/em>in der Friedhofszene ( 2. Akt).<\/p>\n<p>Neben einer solchen S\u00e4ngerin ist es nicht so einfach zu bestehen. Doch<strong> Piero Prettis <\/strong>lyrischer Heldentor nimmt im Lauf des Abends immer mehr Leuchtkraft an, wie in der gro\u00dfen Arie des Riccardo mit Chor <em>Di\u2018 tu se fedele<\/em> (1. Akt, 2. Szene) oder in der Liebesszene mit Amelia im zweiten Akt. Simone Piazzola singt mit wohlklingendem, gediegenem Bariton den Renato, besonders sch\u00f6n in der elegischen Rachearie <em>Non \u00e8 su lei <\/em>(3. Akt, 1. Szene). <strong>Varduhi Abrahamyan <\/strong>beherrscht mit dunklem, sch\u00f6nem Mezzosopran und mit gro\u00dfer Intensit\u00e4t das Legatd der Arie <em>Re dell\u2019abisso, affrettati <\/em>(1.Akt, 2, Szene), doch ist ihre Stimme fast zu lyrisch, um unheimlich zu wirken. Sobald der quirlige Oscar die B\u00fchne betritt, nimmt Verdis Musik operettenhafte Z\u00fcge an und so interpretiert <strong>Nina Minasyan<\/strong> auch mit leichtem, spritzigem Soubretten-Sopran den \u00fcberm\u00fctigen Pagen. Die \u00fcbrigen S\u00e4nger f\u00fcgen sich vorbildlich in das ausgezeichnete Ensemble ein. <strong>Bertrand de Billy <\/strong>leitet Solisten, Chor und Orchester souver\u00e4n durch das dramatische Geschehen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Man freut sich immer wieder und atmet auf, wenn man hin und wieder einmal eine gute Operninszenierung zu sehen bekommt. Die Inszenierung von Gilbert Deflo von 2007 im traditionellen Stil war in Regie, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen voll auf die Oper abgestimmt. Und eine gute Choreographie, gepaart mit einer gezielt eingesetzten Beleuchtung, ergaben wirkungsvolle Bilder. Die musikalische Darbietung war ausgezeichnet. Und das Publikum war einhellig wild begeistert!<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Emilie Brouchon, Op\u00e9ra National de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sondra Radvanovsky (Am\u00e9lia) und Piero Pretti (Riccardo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Antonio Somma nach Eug\u00e8ne Scribe, UA: 17. 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