{"id":7360,"date":"2017-12-24T12:10:56","date_gmt":"2017-12-24T11:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7360"},"modified":"2018-01-18T12:12:47","modified_gmt":"2018-01-18T11:12:47","slug":"die-grossherzogin-von-gerolstein-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7360","title":{"rendered":"Die Gro\u00dfherzogin von Gerolstein &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, Kritische Edition: Jean-Christophe Keck; UA: 12.April 1867 Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Vari\u00e9t\u00e9s<\/p>\n<p>Regie: Ansgar Weigner, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Kristopher Kempf<\/p>\n<p>Musikalische Leitung: Walter E. Gugerbauer, Hofer Symphoniker, Opernchor, Choreinstudierung: Claudio Novati<\/p>\n<p>Solisten: Stefanie Rhaue (Gro\u00dfherzogin), Minseok Kim (Fritz), Laura Louisa Lietzmann (Wanda), Rainer Mesecke (General Bumm), Thilo Andersson (Prinz Paul), Karsten Jesgarz (Baron Puck), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Dezember 2017 (Premiere; deutsche Textfassung: Stefan Tro\u00dfbach)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Hof-GZH-Gerolstein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7361\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Hof-GZH-Gerolstein.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"447\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Hof-GZH-Gerolstein.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Hof-GZH-Gerolstein-300x206.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Fritz, ein Soldat, liebt Wanda. Sein Vorgesetzter General Bumm ist von diesem Verh\u00e4ltnis nicht begeistert, da er sich selber erfolglos um Wanda bem\u00fcht hat. Als die Gro\u00dfherzogin von Gerolstein ihrem Regiment einen Besuch abstattet, wirft sie ein Auge auf Fritz und ernennt ihn zum General, was Prinz Paul mi\u00dff\u00e4llt der hofft, von der Gro\u00dfherzogin (GHZ) endlich erh\u00f6rt zu werden. Siegreich kehrt Fritz von einem \u201eScheingefecht\u201c zur\u00fcck und erbittet von der Gro\u00dfherzogin die Verm\u00e4hlung mit Wanda. In der Hochzeitsnacht werden Komplotte von (Ex)-General Bumm und der eifers\u00fcchtigen Gro\u00dfherzogin geschmiedet, um Fritz zu degradieren. Doch am Ende bekommt mehr oder weniger jeder das, was er will.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Man kann die Szenerie als Puppenspiel im Kindergarten deuten. Die Figuren wirken puppenhaft, Wanda k\u00f6nnte eine bayrische Barbie sein, die Soldaten sind einem zeitlosen Operettenstaat im Stil eines blauen Nu\u00dfknackers entnommen, der naive Prinz Paul dem <em>Froschk\u00f6nig<\/em>, Baron Puck aus <em>Alice im Wunderland<\/em>, die Gro\u00dfherzogin hat mit einem \u00fcbergro\u00dfen Steckschl\u00fcssel eine Aufziehfunktion. Ein Krieg findet nicht statt, die Nu\u00dfknacker gehen ab und kommen gleich wieder. Der immer wieder besungene S\u00e4bel des Vaters ist ein riesiges Streichholz. Den Hintergrund bildet eine \u00fcberdimensionale Kinderzeichnung, die Seitenabschl\u00fcsse sind Fenster mit Vorh\u00e4ngen, \u00fcberall liegt Spielzeug herum.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der <em>S\u00e4bel ihres Vaters<\/em> wird immer wieder besungen und taucht als Thema immer wieder im Orchester auf \u2013 denn die Gro\u00dfherzogin schwingt ihn dauernd. <strong>Stefanie Rhaue<\/strong> tut dies mit Charme bzw. Charisma, einem ansteckend strahlenden L\u00e4cheln und viel Leuchtkraft in der Stimme. Mit ihrem dunkel timbrierten kr\u00e4ftigen Mezzo mit Tendenz zum Alt bringt sie eine z\u00e4nkische Chefin auf die B\u00fchne, die am Regieren wenig Interesse hat und nicht ganz frei von Sch\u00e4rfe ist. <strong>Laura Louisa Lietzmann <\/strong>ist eine Soubrette, die beim Publikum f\u00fcr Wanda weder stimmlich noch szenisch Liebesgef\u00fchle aufkommen l\u00e4\u00dft. <strong>Minseok Kim<\/strong> kann ihren Liebhaber Fritz mit sehr melodi\u00f6ser, tenoraler Stimmf\u00fchrung gestalten, auch wenn es ab und an noch etwas wackelig klingt. Die baritonale Durchschlagskraft eines alten K\u00e4mpfers hat <strong>Rainer Mesecke <\/strong>um dem General Bumm Gewicht verleihen zu k\u00f6nnen, auch wenn ihm in der Tiefe die Stehkraft fehlt. Die Rolle des Prinzen Paul singt er mit Verve und Ausdruck, <strong>Thilo Andersson <\/strong>ist ein strahlender Operettentenor oder Tenorbuffo, inklusive der stimmlichen Spielfreude und der Beweglichkeit. Aufmerksamkeit erregt auch der sehr variable Spieltenor <strong>Karsten Jesgarz <\/strong>als Baron Puck ist fetter Strippenzieher. Den <strong>Hofer Symphonikern<\/strong> und dem <strong>Opernchor<\/strong> gelingt es, dank <strong>Walter Gugerbauer<\/strong> das Feuer einer Opera bouffe \u2013 zum Lodern zu bringen. So wird mit spielerischer Leichtigkeit das Klangbild einer franz\u00f6sischen politischen Farce mit deutschem Text zelebriert.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine allzeit lustige Produktion, die die etwas schwierige Handlung als Kinderspiel lustig \u00fcber die B\u00fchne bringt. Wie soll man auch sonst in der heutigen Zeit glaubhaft machen, da\u00df man einfach so in den Krieg zieht? Und die Anspielungen an die historische Situation in Frankreich, auf die Offenbach abzielte, ist dem deutschen Publikum sowieso nicht mehr vermittelbar. Die musikalischen Kostbarkeiten, weswegen das St\u00fcck auch heute noch gespielt wird, werden dem Publikum eloquent und unterhaltsam serviert: Das Publikum dankt mit donnerndem Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Harald Dietz<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Rainer Mesecke (General Bumm), Minseok Kim (Fritz), Stefanie Rhaue (Die Gro\u00dfherzogin), Diana Pramatarov (Antonia) und Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819-1880), Op\u00e9ra bouffe in drei Akten, Libretto: Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, Kritische Edition: Jean-Christophe Keck; UA: 12.April 1867 Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Vari\u00e9t\u00e9s Regie: Ansgar Weigner, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Kristopher Kempf Musikalische Leitung: Walter E. 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