{"id":7326,"date":"2017-10-27T12:37:56","date_gmt":"2017-10-27T11:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7326"},"modified":"2018-01-09T12:40:24","modified_gmt":"2018-01-09T11:40:24","slug":"tosca-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7326","title":{"rendered":"Tosca &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardo,, UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Hans Walter Richter, Ausstattung: Bernhard Niechotz<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Fister, Philharmonisches Orchester, Opern-, Extra- und Kinderchor des Landestheaters Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Celeste Siciliano (Floria Tosca), Nutthaporn Thammathi (Mario Cavaradossi), Michael Lion (Baron Scarpia), Beniamin Pop (Cesare Angelotti), Felix Rathgeber (Mesner), Dirk Mestmacher (Spoletta), Marcello Mejia-Mejia (Sciarrone), Christian Huber (Schlie\u00dfer), Katharina Trapp (Hirt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Oktober 2017<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Coburg-Tosca_Presse_04.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7327\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Coburg-Tosca_Presse_04.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Coburg-Tosca_Presse_04.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Coburg-Tosca_Presse_04-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Rom 1800: Der Maler Cavaradossi verspricht dem politischen Gefangenen Angelotti Unterst\u00fctzung bei seiner Flucht. Der Polizeichef Scarpia will Angelotti fassen, Cavaradossis Tosca zu seiner Geliebten machen und foltert deswegen Cavaradossi. Angelotti ver\u00fcbt Selbstmord, Tosca ersticht Scarpia, Cavaradossi wird erschossen. Tosca st\u00fcrzt sich nach seinem Tod von der Engelsburg in die Tiefe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Basis f\u00fcr das B\u00fchnenbild aller drei Akte ist der B\u00fchnenboden: er zeigt barocke Kirchenmalerei in verschiedenen Ausf\u00fchrungen, die aber vom Parkett aus nur eingeschr\u00e4nkt einsehbar ist. Unter diesem Boden verbirgt sich Angelotti, l\u00e4\u00dft Scarpia foltern oder verbergen sich Schlie\u00dfer und Soldaten hinter Luken. Im ersten Akt kommen Kirchenlichter und marmorne, hellrosa Kirchens\u00e4ulen hinzu. F\u00fcr den Palazzo Farnese erscheinen blutrote Vorh\u00e4nge, die einen rechteckigen Raum bilden, auf einem Tisch stehen Speisen und findet sich das Messer. Die historisierenden Kost\u00fcme passen zu Rom um 1800.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Puccini ist ein Meister der edlen, warmen, kraftvollen musikalischen Stimmungen, die die psychologische Deutung untermalt. Was jedoch passiert, wenn die musikalische Leitung \u00f6fters zu schnell und viel zu laut agiert, macht der Abend unter <strong>Roland Fister<\/strong> deutlich: die S\u00e4nger und der Chor k\u00e4mpfen gegen das Orchester, die raffinierten psychologischen Momente gehen unter. Am besten kommen die verst\u00e4rkten Ch\u00f6re mit geballter Macht zurecht, ein monumentaler Kirchenchor! Bestens eingestellt der Kinderchor in den h\u00f6chsten T\u00f6nen.<\/p>\n<p><strong>Celeste Siciliano<\/strong> hat keinerlei Probleme als dramatischer Sopran mit viel Erfahrung im italienischen Fach die hysterisch-emotionalen H\u00f6hepunkte durchzusetzen. Piano ist weder ihr Schwerpunkt, noch die Eigenschaft der Tosca. <strong>Nutthaporn Thammathi<\/strong> wirkt als Einspringer etwas unsicher, kann sich aber mit den <em>Vittoria<\/em>-Rufen gut in Szene setzen. Doch leider geht <em>E lucevan le stelle<\/em>, gehen die <em>leuchtenden Sterne<\/em> fast unbemerkt vor\u00fcber. Er singt die Rolle des Cavaradossi auch in Meiningen, vielleicht sollte man ihn noch einmal dort anh\u00f6ren. <strong>Michael Lion<\/strong>, der erfahrene und durchschlagsstarke Hausba\u00df hat keinerlei Probleme, das ausdrucksstarke Rollenprofil eines d\u00e4monischen Scarpia abzugeben. Beeindruckend, da\u00df auch die Nebenrollen ad\u00e4quat besetzt waren, auch wenn sie sich kaum durchsetzen konnten. Erw\u00e4hnenswert, da\u00df der Hirte nicht mit dem Knabensopran besetzt ist, aber bei <strong>Katharina Trapp<\/strong> in guten H\u00e4nden ist.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich mu\u00df man mit der Leistung eines kleinen Landestheaters zufrieden sein: S\u00e4nger, Ch\u00f6re und Orchester geben eine engagierte Leistung ab, das B\u00fchnenbild und Regie ist mit dem Werk im Einklang. Leider schie\u00dft das Orchester weit \u00fcber das Ziel hinaus, ist oft zu laut oder zu schnell, bringt die S\u00e4nger in Zugzwang und die emotionalen Momente Puccinis gehen unter. Trotzdem zufriedener Applaus eines dankbaren Publikums an einem Mittwochabend im Oktober.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Sebastian Buff<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Celeste Siciliano (Floria Tosca), Nutthaporn Thammathi (Mario Cavaradossi) im ersten Akt in der Kirche<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Melodramma in drei Akten, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardo,, UA: 14. 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