{"id":7319,"date":"2017-12-30T13:17:29","date_gmt":"2017-12-30T12:17:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7319"},"modified":"2017-12-30T13:17:29","modified_gmt":"2017-12-30T12:17:29","slug":"la-cenerentola-lyon-opera-national","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7319","title":{"rendered":"La Cenerentola &#8211; Lyon, Op\u00e9ra National"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Jacopo Ferretti, UA: 25. Januar 1817 Rom, Teatro Valle,<\/p>\n<p>Regie: Stefan Herheim, B\u00fchne: Daniel Unger &amp; Stefan Herheim, Kost\u00fcme: Esther Bialass, Dramaturgie: Alexander Meier-D\u00f6rzenbach<\/p>\n<p>Dirigent: Stefano Montanari, Orchestre et Ch\u0153rs de l\u2018Op\u00e8ra de Lyon, Choreinstudierung: Barbara Kler<\/p>\n<p>Solisten: Cyrille Dubois (Don Ramiro), Nikolay Borchev (Dandini), Renato Girolami (Don Magnifico), Clara Meloni (Clorinda), Katherine Aitken (Tisbe), Mich\u00e8le Losier (Angelina\/Cenerentola), Simone Alberghini (Alidoro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Dezember 2017, (Neuproduktion in Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Oslo)<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lyon-LaCenerentola.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7322\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lyon-LaCenerentola.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lyon-LaCenerentola.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Lyon-LaCenerentola-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Don Magnifico hat drei T\u00f6chter. Wenn es nach ihm geht, sind nur zwei davon \u2013 Clorinda und Tisbe \u2013 f\u00fcr etwas Besseres bestimmt. Cenerentola dagegen mu\u00df putzen, kochen, waschen. Als zuf\u00e4llig Prinz Don Ramiro mit seinem Diener Dandini im Hause Magnificos erscheint, um nach einer Braut Ausschau zu halten (beide haben zu Beginn ihre Rollen(Prinz\/Diener) getauscht), werben Clorinda und Tisbe beide um den Prinzen. Dieser jedoch erkennt den wahren Charakter Cenerentolas. Des Prinzen Lehrer Alindoro verschafft Cenerentola Zutritt zum Ball. W\u00e4hrend Clorinda und Tisbe mit ihrem Verhalten keinen Eindruck hinterlassen, gelingt es Cenerentola, das Herz des Prinzen zu gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der Regisseur \u00f6ffnet bei Beginn der Ouvert\u00fcre den Vorhang und pr\u00e4sentiert dem Zuschauer eine Art Vorgeschichte. Grundidee und roter Faden ist die Darstellung des Theaters im Theater. Viele in sich verschachtelte B\u00fchnenportale minimieren sich zu einem Fluchtpunkt, so da\u00df selbst der Zuschauer nicht wei\u00df, ob er dieser Illusion oder der Wirklichkeit angeh\u00f6rt. Das \u00dcbertreten der Grenze zwischen B\u00fchnen- und Zuschauerraum \u2013 f\u00fcr den erfahrenen Opernbesucher ein \u00f6fters erlebtes Ph\u00e4nomen \u2013 ist ein weiteres Werkzeug, dessen sich die Inszenierung des \u00f6fteren bedient. Ein weiterer Dreh- und Angelpunkt ist das Erscheinen des Komponisten (im folgenden entpuppt er sich als Don Magnifico) als Arrangeur und Strippenzieher der Geschehnisse. Mit einem G\u00e4nsekiel in der Hand dirigiert er die handelnden Personen. Am\u00fcsant auch der Chor: alle Herren erscheinen mit Rossiniper\u00fccken und vervielfachen die Gegenwart des Komponisten ins uferlose. Sch\u00f6n zu sehen sind die Arrangements des Ensembles zu plastischen Gruppenbildern, was in seiner harmonischen Architektonik eine Freude das Auge des Zuschauers ist.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Stabf\u00fchrung von <strong>Stefano Montanari<\/strong> entfaltet sich eine f\u00fcr Ohr und Geist erfreuliche Klangkulisse. Das Orchester schmiegt sich dem italienischen Gusto des Dirigenten an, vor allem die Holzbl\u00e4ser (Fl\u00f6te, Oboe, Klarinette) strahlen eine wohlige W\u00e4rme aus und treten in eine lyrische Symbiose mit den S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern. Eindrucksvoll pr\u00e4sentiert sich <strong>Renato Girolami<\/strong> in der Partie des Don Magnifico. Er ist ein echter Italiener, was er durch Gesang und Artikulation unmi\u00dfverst\u00e4ndlich zum Ausdruck bringt. Sein Landsmann <strong>Simone Alberghini<\/strong> als Alidoro steht im hier in nichts nach. Auch die Partie der Cenerentola (<strong>Mich\u00e8le Losier<\/strong>) kann sich h\u00f6ren lassen. Auch wenn die virtuosen Belcanto-Passagen teilweise ein wenig brav und verhalten wirken, rauscht ihr weicher Mezzosopran sinnlich durch die anspruchsvolle Partie. Der Tenor <strong>Cyrille Dubois<\/strong> in der Partie des Don Ramiro ist ein klarer, leicht metallic klingender Belcanto. Seine Worte sind klar verst\u00e4ndlich, nur in den Spitzent\u00f6nen neigt er dazu, ein wenig zu verkrampfen und dadurch die Vokalf\u00e4rbung zu verw\u00e4ssern, was den Glanz seines K\u00f6nnens ein wenig tr\u00fcbt. Eine solide, an einigen Stellen zum possenhaft neigenden Baritonpartie pr\u00e4sentiert uns <strong>Nikolay Borchev<\/strong> als Dandini. Das Schwesternduo Clorinda-Tisbe (<strong>Clara Meloni \u2013 Katherine Aitken<\/strong>) ist gut aufeinander eingespielt, die beiden Stimmen vereinen und trennen sich beinahe wie auf nat\u00fcrliche Weise. Lediglich die Unterschiede des Stimmfaches (Sopran \u2013 Mezzosopran) lassen den Zuh\u00f6rer die beiden deutlich voneinander unterscheiden.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Franzosen zeigen mit dieser Produktion, da\u00df sie zurecht Rossini als einen der Ihren bezeichnen k\u00f6nnen. Den Opernfreund erwartet ein humorvolles St\u00fcck in einer souver\u00e4nen musikalisch-k\u00fcnstlerischen Darbietung und einer sch\u00f6nen szenischen Aufbereitung mit wohl ausgew\u00e4hlten Kost\u00fcmen. Ab und an f\u00fchlt man sich von der Anh\u00e4ufung der Regie-Einf\u00e4lle \u00fcberrannt. Da\u00df der Zuschauer bereits w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre eine \u00dcberzahl optischer Eindr\u00fccke zu verarbeitet hat, weist auf manch sp\u00e4tere Situation hin \u2013 manchmal ist weniger mehr.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jean-Pierre Maurin<\/p>\n<p>Das Bild zeigt von li nach re: Clara Meloni (Clorinda),\u00a0Renato Girolami (Don Magnifico), Katherine Aitken (Tisbe),\u00a0Mich\u00e8le Losier (La Cenerentola-Das Aschenputtel),\u00a0Cyrille Dubois (Don Ramiro, der Prinz), Simone Alberghini (Alidoro) und\u00a0Nikolay Borchev (Dandini)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Jacopo Ferretti, UA: 25. 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