{"id":731,"date":"2009-06-05T09:51:55","date_gmt":"2009-06-05T07:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=731"},"modified":"2010-03-21T23:42:54","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:54","slug":"nurnberg-staatstheater-die-tote-stadt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=731","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg, Staatstheater &#8211; DIE TOTE STADT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Bildern, Libretto vom Komponisten und Paul Schott, UA: 1920, Hamburg und K\u00f6ln.<br \/>\nRegie: Gabriele Rech, B\u00fchnenbild: Stefanie Pasterkamp<br \/>\nDirigent: Philipp Pointner, N\u00fcrnberger Philharmoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg<br \/>\nSolisten: Norbert Schmittberg (Paul), Mardi Byers (Marietta\/Marie), Jochen Kupfer (Frank\/Fritz), Teresa Erbe (Brigitta), Leah Gordon (Juliette), Sybille Witkowski (Lucienne), Kalle Kanttila (Victorin), Richard Kindley (Graf Albert)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"nurnberg-totestadt.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/nurnberg-totestadt.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"nurnberg-totestadt.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/nurnberg-totestadt.jpg\" \/><\/a>In der \u201eToten Stadt\u201c Br\u00fcgge lebt Paul zur\u00fcckgezogen nach dem Tod seiner Frau Marie. Unversehens begegnet er der T\u00e4nzerin Marietta, die eine auffallende \u00c4hnlichkeit mit seiner verstorbenen Frau hat. Auf Maries Laute begleitet sich Marietta beim ber\u00fchmten Lied Gl\u00fcck, das mir verblieb und durch ihren verf\u00fchrerischen Tanz verschwimmen f\u00fcr Paul Wirklichkeit und Traum zu einer Vision. Am Abend verl\u00e4\u00dft Marietta, von Liebhabern umschw\u00e4rmt, das Theater und alle spielen die diabolische Nonnenerweckung aus Giacomo Meyerbeers Oper Robert le Diable. Paul beobachtet die Szene, springt pl\u00f6tzlich herbei und beschuldigt Marietta der Gottlosigkeit. Marietta folgt Paul in sein Haus zum Kampf gegen den geisterhaften Schatten der toten Marie. Sie w\u00e4hnt sich als Siegerin \u00fcber die tote Rivalin, aber Paul versinkt wieder in Erinnerung an Marie. Die w\u00fctende Marietta tanzt mit einer \u201eReliquie\u201c, einer Haarflechte der verstorbenen Marie, bis Paul sie in h\u00f6chster Erregung erdrosselt. Paul erwacht aus seiner Vision und beschlie\u00dft, Br\u00fcgge zu verlassen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Mythos einer toten Stadt wird nicht glaubhaft: Man findet nur einen einfachen, wei\u00dfen  Raum mit einem mehrst\u00f6ckigen offenen Apothekerschrank, begrenzt durch zwei W\u00e4nde. Durch h\u00e4ufige und umfangreiche Umbauten, durch Drehung aller Bauteile, entstehen Szenen ohne Atmosph\u00e4re. Ein Sofa, ein paar St\u00fchle und ein Tisch sind die einzigen festen Bestandteile eines B\u00fchnebildes, in dem die Charaktere eher beziehungslos und einsam wirken. So hat die Regie von <strong>Gabriele Rech<\/strong> einige Szenen gestrichen (z.B. die Rolle Brigittas wurde gek\u00fcrzt), aber sowohl Personenf\u00fchrung als auch Handlung werden nicht verst\u00e4ndlich. Zum Ende des zweiten Bildes hatte Marietta Paul die blanke Brust gereicht. Um ihn zu umgarnen? Immerhin kann sie sich im Pyjama bei ihm einnisten und Paul zwingt Marietta sich kreuzf\u00f6rmig auf den Boden zu legen und bezwingt sie von hinten. Nun r\u00e4cht sie sich, indem sie Bilder seiner verstorbenen Frau zerst\u00f6rt und dann mit deren Haarlocke einen obsz\u00f6nen Tanz beginnt. Paul will aus seinem Alptraum aussteigen, um ein neues Leben zu beginnen. Ein Bild der Toten nimmt er trotzdem mit\u2026<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nEigentlich steht die Produktion unter keinem guten Stern, denn die vorgesehene Besetzung der Hauptrolle des Pauls sagte kurzfristig ab. Zum Gl\u00fcck konnte <strong>Norbert Schmittberg<\/strong> gewonnen werden, der auch Erfahrungen mit dieser schweren Tenorpartie hat. So war er seinerzeit Zweitbesetzung an der Deutschen Oper Berlin. Leider hatte er bei der Premiere einen h\u00f6rbar schwachen Abend, die h\u00f6here Stimmlage erreichte er nur heiser, deren Phrasen konnte er nur mit maximaler Kraft stemmen, worunter die Sch\u00f6nheit der Auff\u00fchrung deutlich litt und einige Zuh\u00f6rer ihre Meinung am Ende mit Pfiffen kundtaten. Sch\u00f6ner in den bisweilen genauso extremen Lagen der Doppelrolle von Marietta\/Marie schl\u00e4gt sich <strong>Mardi Byers<\/strong>; allerdings hat sie Probleme mit der Aussprache und die Frage, weshalb sie Teile der Partie \u00fcber Lautsprecher singt, bleibt unbeantwortet. Mittels der bereits erw\u00e4hnten Striche ist es m\u00f6glich, die Rollen Frank und Fritz auf einen S\u00e4nger zusammen zu ziehen: <strong>Jochen Kupfer<\/strong> wird damit ungemein aufgewertet. Mit Mein Sehnen, mein W\u00e4hnen \u2013 schmissig vorgetragen &#8211; erntet er mehr Sympathie als die Hauptrolle. Aber auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Die <strong>N\u00fcrnberger Philharmoniker<\/strong> sind bei <strong>Philipp Pointner<\/strong> in guten H\u00e4nden. Sie meistern das schwierige St\u00fcck mit Bravour, die sp\u00e4tromantischen und impressionistischen Klangfarben werden sehr deutlich aufgetragen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Pfiffe f\u00fcr den Hauptdarsteller gehen beinahe unter in dem Jubel des Publikums f\u00fcr S\u00e4nger und Orchester. Daraus kann man die Empfehlung ableiten, einen indisponierten S\u00e4nger lieber anzusagen. Deutlich zur\u00fcckhaltender ist der Beifall f\u00fcr das Regieteam, das in den entscheidenden Momenten zuwenig \u00dcberzeugendes auf die B\u00fchne gestellt hat und daf\u00fcr lieber provozieren wollte.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild:  J\u00f6rg Landsberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Szenen einer Beziehung,<br \/>\nMan streitet sich ums Brautkleid, um die Photos und den Zopf Mariettas.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957), Oper in drei Bildern, Libretto vom Komponisten und Paul Schott, UA: 1920, Hamburg und K\u00f6ln. 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