{"id":7282,"date":"2017-11-27T17:35:41","date_gmt":"2017-11-27T16:35:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7282"},"modified":"2017-11-29T10:44:02","modified_gmt":"2017-11-29T09:44:02","slug":"die-fledermaus-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7282","title":{"rendered":"Die Fledermaus &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df, Operette in drei Akten, Libretto: Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 5. April 1874 Wien, Theater an der Wien<\/p>\n<p>Regie: Petra Luisa Meyer, B\u00fchne: Stefan Brandtmayr, Kost\u00fcme: Cornelia Kraske<br \/>\nDirigent: Marcus Bosch und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Miljenko Turk (Gabriel von Eisenstein), Ivana Rusko (Rosalinde), Oliver Zwarg (Frank, Gef\u00e4ngnisdirektor), Kangmin Justin Kim (Prinz Orlofsky), Marco Jentzsch (Alfred), Wolfgang Stefan Schwaiger (Dr. Falke), Martin Koch (Dr. Blind), Claudia Rohrbach (Adele), Marike Raschke (Ida), Jochen Busse (Frosch, Gerichtsdiener), Fausto Israel (Ivan)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. November 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/K\u00f6ln-Fledermaus.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7283\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/K\u00f6ln-Fledermaus.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/K\u00f6ln-Fledermaus.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/K\u00f6ln-Fledermaus-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Kurz vor einer Inhaftierungsstrafe genie\u00dft Rentier Eisenstein noch einmal die Freiheit: maskiert als Marquis besucht er mit seinem Freund Dr. Falke das Souper des Prinzen Orlofsky. Doch Falke hat alles eingef\u00e4delt, um sich bei Eisenstein f\u00fcr einen Streich zu revanchieren. W\u00e4hrenddessen versucht Alfred, der Gesangslehrer Orlofskys, Eisensteins Frau Rosalinde zu verf\u00fchren, wird dann aber mit Eisenstein verwechselt und festgenommen. Auf dem Ball flirtet Eisenstein in der Rolle des Marquis heftig mit einer Ungarin, ohne zu ahnen, da\u00df es sich dabei um seine Frau Rosalinde handelt. Erst im Gef\u00e4ngnis erf\u00e4hrt er von der Verf\u00fchrungsepisode zwischen Alfred und seiner Frau. Im Moment des Ehestreits erscheint Dr. Falke mit der Souper-Gesellschaft und deckt seine Intrige auf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt zun\u00e4chst das Innere einer modernen Villa und ist in k\u00fchlen Blaut\u00f6nen gehalten. Im vorderen Teil befindet sich eine Sofasitzecke, der hintere Teil wird durch einen Vorhang abgetrennt. Sp\u00e4ter verwandelt sich die B\u00fchne durch Drehk\u00e4sten, in denen sich Flaschen befinden\u00a0 in eine moderne Lounge-Atmosph\u00e4re, die durch pinkfarbenes und blaues Licht diskoartig ausgeleuchtet wird. Im dritten Akt werden die K\u00e4sten zu Gef\u00e4ngniszellen umfunktioniert.<\/p>\n<p>Die Kost\u00fcme sind modern und w\u00e4hrend des Balls sehr schrill in den Farben: die Frauen tragen ausgestellte Kleider mit T\u00fcll und R\u00fcschen, die Herren bunte Anz\u00fcge mit Glitzerelementen und Satin. Die Inszenierung versetzt das Geschehen komplett in die heutige Zeit. Daf\u00fcr wird auch der Text an einigen Stellen angepa\u00dft. Der aus dem Fernsehen bekannte Schauspieler Jochen Busse bekommt eine Paraderolle, in der er ein kleines Kabarettst\u00fcck einbaut, das losgel\u00f6st von dem St\u00fcck ist. Insgesamt setzt man auf skurrile und schrille Gags, wie tanzende Transen und eine riesengro\u00dfe Orgie auf der B\u00fchne, bei der viel nackte Haut gezeigt wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marcus Bosch<\/strong> dirigiert das Orchester mit einem zackigen Tempo durch die Ouvert\u00fcre. Das klingt am Anfang etwas holprig, besonders in den Geigen, die in der H\u00f6he nicht gen\u00fcgend Glanz entwickeln. Doch nach ein paar Minuten haben sie sich eingespielt und k\u00f6nnen die schwierigen dynamischen Wechsel beherrschen. Der erste musikalische Auftritt von <strong>Marco Jentzsch<\/strong> (Alfred) ist leider entt\u00e4uschend, da seine Tenorstimme in der H\u00f6he zittert und er die T\u00f6ne nicht richtig trifft. Es klingt fast so, als sei seine Stimme angeschlagen. Erst im dritten Akt legt sich dies ein bi\u00dfchen, so da\u00df sein schillernder Tenor zur Geltung kommt. Dagegen besticht <strong>Claudia Rohrbach<\/strong> (Adele), deren glockenklarer und warmer Sopran, besonders in den Koloraturen, von Anfang an eine Freude ist. In der ber\u00fchmten Arie <em>Mein Herr Marquis <\/em>l\u00e4\u00dft sie ihre Stimme in der H\u00f6he gekonnt anschwellen und ahmt auch das Lachen durch pr\u00e4zise intonierte T\u00f6ne verspielt und leicht nach. <strong>Miljenko Turk<\/strong> (Eisenstein) \u00fcberzeugt durch ein besonders lautes Organ. Sein fester Bariton pa\u00dft zu seinem temperamentvollen Schauspielen. Besonders in den Duetten mit seiner Gesangspartnerin <strong>Ivana Rusko<\/strong> (Rosalinde) kommt die ganze Tragkraft seiner Stimme zur Geltung, die in der H\u00f6he wundersch\u00f6n leuchtet.<\/p>\n<p><strong>Ivana Rusko<\/strong> (Rosalinde) besticht durch einen k\u00fchlen, silbrig leuchtenden Sopran, den sie besonders in der Arie <em>Kl\u00e4nge der<\/em> <em>Heimat <\/em>durch ihre starke Stimme und die rhythmische Genauigkeit bei den Koloraturen anmutig zur Geltung bringt. Ein Highlight ist <strong>Kangmin Justin Kim<\/strong> (Prinz Orlofsky), dessen Countertenor so hoch und hell klingt, \u00e4hnlich einer Sopranistin. Die Arie <em>Ich lade mir gern G\u00e4ste ein <\/em>singt er unangestrengt und sehr flink im dynamischen Wechsel, dabei unterst\u00fctzt er seine Erscheinung durch extrovertierte Aktionen, in dem er sich auf den Boden wirft, um sich schie\u00dft und dabei laut lacht. Erw\u00e4hnenswert ist auch <strong>Wolfgang Stefan Schwaiger<\/strong> (Dr. Falke), der seinen samtenen Bariton klar und wohl akzentuiert einsetzt. Die Arie <em>Br\u00fcderlein und Schwesterlein<\/em> singt er gef\u00fchlvoll im <em>sotto voce<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ist der Abend sehr unterhaltsam und wartet mit gro\u00dfen Stimmen auf. Allen voran Claudia Rohrbach, Ivana Rusko und Kangmin Justin Kim sorgen f\u00fcr viele abwechslungsreiche H\u00f6hepunkte. Daf\u00fcr erhalten sie vom Publikum besonders gro\u00dfen Applaus. Die Inszenierung ist unterhaltsam, viele Ideen der Regie wirken aber sehr skurril. Leider geht dabei der Operettencharme verloren.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Claudia Rohrbach (Adele) und Wolfgang Stefan Schwaiger (Dr. Falke)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df, Operette in drei Akten, Libretto: Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e, UA: 5. April 1874 Wien, Theater an der Wien Regie: Petra Luisa Meyer, B\u00fchne: Stefan Brandtmayr, Kost\u00fcme: Cornelia Kraske Dirigent: Marcus Bosch und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln Solisten:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7282\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7283,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-7282","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7282"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7288,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7282\/revisions\/7288"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7283"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}