{"id":7277,"date":"2017-11-20T15:41:27","date_gmt":"2017-11-20T14:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7277"},"modified":"2017-11-28T17:45:15","modified_gmt":"2017-11-28T16:45:15","slug":"de-la-maison-des-morts-ein-totenhaus-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7277","title":{"rendered":"De la Maison des Morts \u2013 Das Totenhaus &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in 3 Akten, Libretto: Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek nach Fjodor Dostojewski, UA: Brno (Br\u00fcnn), National Theater, 12. April 1930<\/p>\n<p>Regie:\u00a0 Partrice Ch\u00e9reau, Regiewiederbelebung: Peter McClintock, Vincent Hughe, B\u00fchne: Richard Peduzzi, Kost\u00fcme: Caroline de Vivaise, Licht: Bertrand Couderc<\/p>\n<p>Dirigent: Esa-Pekka Salonen, Orchester und Chor de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris, Chorleinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Willard White (Goriantchikov), Eric Stoklossa (Alie\u00efa), Stefan Margita (Filka Morozov\/Louka Kouzmich), Ladislav Elgr (Skouratov), Peter Mattei (Chikov), Jiri Sulchenko (Der Kommandant), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung:\u00a0 18. November 2017 (Premiere, Produktion der Wiener Festwochen (2007), Koproduktion: Holland Festival, Amsterdam, Festival d\u2019Aix-en-Provence, Metropolitan Opera, New York, Teatro alla Scala, Mailand)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Paris-OB-Totenhaus.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7279\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Paris-OB-Totenhaus.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Paris-OB-Totenhaus.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Paris-OB-Totenhaus-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Akt. In einem Straflager kommt ein Neuer an, Goriantchikov. Als politischer H\u00e4ftling wird er sogleich ausgepeitscht. Der Tartar Alie\u00efa hat Mitleid mit ihm. Ein Str\u00e4fling hat einen verwundeten Adler gefangen, der nicht mehr fliegen kann. Skouratov beginnt eine Erz\u00e4hlung, aber hat einen Wahnsinnsanfall. Dann erz\u00e4hlt Louka Kouzmitch eine Geschichte aus seinem Leben.<\/p>\n<p>Akt. Einige Zeit sp\u00e4ter: Goriantchikov schl\u00e4gt Alie\u00efa vor, ihm Lesen und Schreiben beizubringen. Skouratov erz\u00e4hlt seine traurige Liebesgeschichte. Die Str\u00e4flinge f\u00fchren sehr anz\u00fcglich <em>Don Juan<\/em> als Theaterst\u00fcck und die <em>Sch\u00f6ne M\u00fcllerin<\/em> als Pantomime auf. Alie\u00efa wird bei einem Streit verwundet.<\/p>\n<p>Akt. Wieder einige Zeit sp\u00e4ter: im Krankenzimmer pflegt Goriantchikov den kranken Alie\u00efa, der inzwischen Lesen und Schreiben gelernt hat. Skouratov beginnt eine Geschichte, aber erleidet wieder einen Wahnsinnsanfall. Chichkov erz\u00e4hlt, da\u00df ein gewisser Filka Morozov Akoulina, das M\u00e4dchen, das er liebte, verf\u00fchrt h\u00e4tte. Er hat sie aber dennoch geheiratet und festgestellt, da\u00df sie unber\u00fchrt war. Filka ist in die Armee eingetreten, doch vorher h\u00e4tte Akoulina ihm vergeben, und gestanden, da\u00df sie ihn \u00fcber alles liebe. Darauf habe Chichkov sie get\u00f6tet. Als er seine Geschichte beendet, stirbt Louka Kouzmitch und Chichkov erkennt in ihm Filka Morozov. Der betrunkene Lagerkommandant verk\u00fcndet die Freilassung Goriantchikovs, der daraufhin das Lager verl\u00e4\u00dft. Alie\u00efa ist untr\u00f6stlich.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne, von hohen Betonw\u00e4nden umgeben, ist im ersten Akt ganz leer. Im zweiten wird ein Schauger\u00fcst hineingeschoben, vor dem sich die Pantomimen abspielen, und im dritten stehen dort die Eisenbetten des Krankenreviers. Die Str\u00e4flinge sind kunterbunt in eine Vielzahl verschiedener alter, eher farbloser Hosen, Pullover, Jacken, M\u00e4ntel, Kittel und Uniformen gekleidet. Manche haben auch Fu\u00dfeisen. Die Choreographie des Hexentanzes im Theaterst\u00fcck tr\u00e4gt Z\u00fcge Goyas in seiner dunkelsten Periode.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Oper ist ein durchgehender ohne Pause gesungener dramatischer Wechselgesang von zahlreichen M\u00e4nnerstimmen, unterbrochen vom kraftvollen Chor, aus dem sich hin und wieder die eine oder die andere Stimme in einer l\u00e4ngeren Erz\u00e4hlung hervorhebt. <strong>Peter Mattei<\/strong> singt und spielt mit hektischem Temperament und klangvoller Stimme die lange Erz\u00e4hlung des Chichkov im dritten Akt <em>Attends un peu!<\/em> Als Louka Kouzmich\/FlikaMorosov erz\u00e4hlt <strong>Stefan Margita<\/strong> w\u00fctend seine Erz\u00e4hlung <em>Alors je regard autour de moi<\/em> (1.Akt) mit schneidend klarem Tenor. Sein Gesang nimmt einen volksliedhaften Zug an in <em>Comme il pleure, le jeune Cosaque<\/em> (2.Akt). <strong>Ladislav Elgr<\/strong> als Skouratov ist die einzige lyrische Erz\u00e4hlung der Oper <em>Qh! Quel pauvre vie je m\u00e8ne<\/em> (2. Akt) vorbehalten. <strong>Willard White<\/strong> ist mit tiefem Ba\u00df Goriantchikov, und <strong>Eric Stoklossa<\/strong> mit hohem Tenor Alie\u00efa. Den Lagerkommandanten singt \u00fcberzeugend <strong>Jiri Sulzenko<\/strong>.<\/p>\n<p>Das <strong>Orchester<\/strong> begleitet eindringlich, fast besessen die Handlung, oft mit aufpeitschender Rhythmik und Dynamik und schrillen Blasinstrumenten. Solisten, Chor und Orchester sind hervorragend auf einander eingespielt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Patrice Ch\u00e9reau und seinem Team ist es gelungen, mit wenigen Mitteln durch eine sehr genaue Regie, in Verbindung mit einer mitrei\u00dfenden und unglaublich lebendigen Choreographie die brutale, primitive und weitgehend unmenschliche Atmosph\u00e4re eines russischen Straflagers \u2013 halb Gef\u00e4ngnis, halb Irrenhaus &#8212; sehr realistisch auf der B\u00fchne widerzuspiegeln.<\/p>\n<p>Auch die musikalische und schauspielerische Leistung ist ausgezeichnet.<\/p>\n<p><em>La Maison des Morts<\/em> ist vielleicht nicht eine der besten Opern Jan\u00e1\u010deks, aber diese Auff\u00fchrung hinterl\u00e4\u00dft einen starken Eindruck.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Elisa Haberer \/ Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Szene Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Oper in 3 Akten, Libretto: Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek nach Fjodor Dostojewski, UA: Brno (Br\u00fcnn), National Theater, 12. April 1930 Regie:\u00a0 Partrice Ch\u00e9reau, Regiewiederbelebung: Peter McClintock, Vincent Hughe, B\u00fchne: Richard Peduzzi, Kost\u00fcme: Caroline de Vivaise, Licht: Bertrand Couderc<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7277\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7279,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,69],"tags":[],"class_list":["post-7277","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-paris-opera-bastille"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7277"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7287,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7277\/revisions\/7287"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7279"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}