{"id":7274,"date":"2017-11-08T10:24:07","date_gmt":"2017-11-08T09:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7274"},"modified":"2017-11-20T10:28:25","modified_gmt":"2017-11-20T09:28:25","slug":"konzert-im-kloster-steinfeld","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7274","title":{"rendered":"Konzert im Kloster Steinfeld"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong>Franz von Supp\u00e9 (1819-1895)<\/strong><\/p>\n<p><em>Das Gericht der Toten<\/em><\/p>\n<p><em>Requiem <\/em>Oratorium f\u00fcr Soli, Chor und Orchester nach Texten der r\u00f6mischen<em> Missa pro defunctis <\/em>und<\/p>\n<p>einer Dichtung von Otto Prechtler (1813-1881), deutsche Fassung 1855<\/p>\n<p>Deutsche Erstauff\u00fchrung<\/p>\n<p>Dirigent: Paul F. Irmen, Neue Philharmonie Westfalen (Landessinfonieorchester NRW)<\/p>\n<p>Chorgemeinschaft Allegro Vivace, Bad M\u00fcnstereifel<\/p>\n<p>Barbara Felicitas Mar\u00edn (Sopran), Silke Hartstang (Alt), Michael Kurz (Tenor), Timm de Jong (Ba\u00df)<\/p>\n<p>Konzertbesuch: 5. November 2017<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Konzert-Kloster-Steinfeld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7275\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Konzert-Kloster-Steinfeld.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"431\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Konzert-Kloster-Steinfeld.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Konzert-Kloster-Steinfeld-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Der Name Franz von Supp\u00e9 ist f\u00fcr die meisten Musikfreunde mit unterhaltsamen Operettenkl\u00e4ngen verkn\u00fcpft. Kaum jemand wei\u00df hingegen, da\u00df er auch Kirchenmusik geschrieben hat und damit in Wien sehr erfolgreich war. Kein Geringerer als Johannes Brahms lobte sein geistliches Werk au\u00dferordentlich.<\/p>\n<p>1855 entstand die <em>Missa pro defunctis. <\/em>Der verstorbene Mentor des Komponisten, Franz Pokorny, sollte damit geehrt werden. Nach der Urauff\u00fchrung folgten weitere Auff\u00fchrungen, meist unter der Leitung von Franz von Supp\u00e9, der als Theaterkapellmeister in Wien t\u00e4tig war. Noch im gleichen Jahr nahm Supp\u00e9 eine \u00dcberarbeitung vor: er erg\u00e4nzte die liturgischen Texte durch meditative, reflektierende Passagen, die den Tod und das J\u00fcngste Gericht thematisieren. Dieses <em>Requiem<\/em>-Oratorium existiert in einer lateinischen und in einer deutschen Fassung. Nach dem heutigen Stand der Forschung wurde die deutsche Fassung hierzulande noch nie aufgef\u00fchrt, so da\u00df es sich bei diesem Konzert um die deutsche Erstauff\u00fchrung handelt.<\/p>\n<p>Der Dirigent <strong>Paul F. Irmen<\/strong> blickt auf eine breit gef\u00e4cherte musikalische Ausbildung zur\u00fcck. Zudem ist er immer auf der Suche nach au\u00dfergew\u00f6hnlichen Musikst\u00fccken, die selten zu h\u00f6ren sind. Er leitete verschiedene Ch\u00f6re und gestaltete mit ihnen sehr erfolgreiche Auff\u00fchrungen anspruchsvoller Chorwerke. Seit 2009 leitet er die Chorgemeinschaft <em>Allegro Vivace.<\/em> Obwohl es sich dabei um Amateur-S\u00e4nger handelt, zeigen die Choristen h\u00f6chstes Niveau und hervorragendes K\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die <em>Neue Philharmonie Westfalen<\/em> ist das Orchester des Musiktheaters im Revier (MIR), Gelsenkirchen und hat \u00fcber die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus mit vielen bekannten K\u00fcnstlern zusammengearbeitet, oft auch als Tourneepartner. Hier waren sie kongeniale und vor allem zur\u00fcckhaltende Begleiter von Chor und Solisten.<\/p>\n<p>Auch die vier Solisten k\u00f6nnen auf eine internationale Karriere in Opernauff\u00fchrungen und bei Festivals verweisen.<\/p>\n<p><strong>Barbara Felicitas Mar\u00edn<\/strong> beispielsweise ist eine gefragte <em>K\u00f6nigin der Nacht<\/em>. In den sanften und eher lyrischen Passagen von Supp\u00e9s <em>Requiem<\/em> wirkte ihre Stimme bisweilen etwas scharf, was vor allem bei dem \u00e4u\u00dferst schwierigen A Cappella-Solo des <em>Benedictus<\/em> auffiel. Auch Tenor <strong>Michael Kurz<\/strong> neigt darin zum angestrengten Stemmen eines hohen Tons, im \u00fcbrigen harmonierten die Solisten aber sehr gut.<\/p>\n<p>Ein Paradest\u00fcck f\u00fcr den Bassisten <strong>Timm de Jong<\/strong> war das <em>Tuba mirum<\/em>, die Ank\u00fcndigung der Posaunen des J\u00fcngsten Gerichts. Aber nicht nur der S\u00e4nger, auch die Blechbl\u00e4ser konnten hier mit gro\u00dfem K\u00f6nnen anschaulich den Weltuntergang heraufbeschw\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Silke Hartstang<\/strong> (Alt) war vor ihrer klassischen Musikausbildung Pop- und Rocks\u00e4ngerin. Ihre Stimme ist sehr ausdrucksstark und gefiel vor allem im <em>Lacrimosa.<\/em><\/p>\n<p>Da\u00df Supp\u00e9 in der Theaterwelt beheimatet war, zeigen besonders zwei Teile des <em>Requiems<\/em>: im <em>Recordare <\/em>musizieren Solisten und Chor im Wechsel. Nach einer langen Orchestereinleitung mit wunderbarem Oboen-Solo setzt der Tenor mit einer sanften Melodie ein \u2013 trotz einer geraden Taktzahl entsteht der Eindruck einer wiegenden, schwingenden Musik, etwas, was man h\u00e4ufig auch bei Giuseppe Verdi findet.<\/p>\n<p>Auch das <em>Agnus Dei <\/em>beginnt mit einer l\u00e4ngeren Orchestereinleitung ehe der Chor einsetzt in eine dramatische Musik m\u00fcndet. Diese Musik erschien der Kirche wohl zu \u00a0weltlich, denn 1901 wurde das <em>Requiem<\/em> von ihr verboten!<\/p>\n<p>Eine Meisterleistung sei noch hervorgehoben. Das <em>Benedictus <\/em>ist ein modulationsreiches A-Cappella-St\u00fcck f\u00fcr das Solistenquartett, erst als \u00dcberleitung zum <em>Hosanna <\/em>setzt das Orchester auf genau dem letzten Ton der Solisten ein. Hier war keinerlei Unsauberkeit zu h\u00f6ren, alles stimmte.<\/p>\n<p>Nach diesem gro\u00dfartigen Konzerterlebnis herrschte eine Weile angespannte Stille, ehe das begeisterte Publikum in der vollbesetzten Kirche alle Mitwirkenden mit lang anhaltendem Beifall belohnte.<\/p>\n<p>Dorothee Riesenk\u00f6nig<\/p>\n<p>Bild: Wikipedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz von Supp\u00e9 (1819-1895) Das Gericht der Toten Requiem Oratorium f\u00fcr Soli, Chor und Orchester nach Texten der r\u00f6mischen Missa pro defunctis und einer Dichtung von Otto Prechtler (1813-1881), deutsche Fassung 1855 Deutsche Erstauff\u00fchrung Dirigent: Paul F. 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