{"id":7266,"date":"2017-10-30T18:55:23","date_gmt":"2017-10-30T17:55:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7266"},"modified":"2017-10-30T18:55:23","modified_gmt":"2017-10-30T17:55:23","slug":"il-ritorno-dulisse-in-patria-die-heimkehr-des-odysseus-ins-vaterland-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7266","title":{"rendered":"Il ritorno d\u2019Ulisse in patria \u2013 Die Heimkehr des Odysseus ins Vaterland &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643),\u00a0 Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giacomo Badoaro; UA: 1640, Venedig<\/p>\n<p>Regie: Willy Decker, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza, Licht: Franck Evin, Dramaturgie: Kathrin Brunner<\/p>\n<p>Dirigent: Vaclav Luks, <em>Collegium 1704<\/em><\/p>\n<p>Solisten: Christophe Dumaux (L&#8217;umana fragilit\u00e0\/Anfinomo), Denis Velev (Tempo\/Antinoo), Gabriele Rossmanith (Fortuna\/Giunone), Kurt Streit (Ulisse), Sara Mingardo (Penelope), Katja Pieweck (Ericlea), Marion Tassou (Melanto), Alexander Kravets (Giove), Luigi De Donato (Nettuno), Dorottya L\u00e1ng (Minerva), Rainer Trost (Eumete), Oleksiy Palchykov (Eurimaco), Dovlet Nurgeldiyev (Telemaco), Viktor Rud (Pisandro), Peter Galliard (Iro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 29. Oktober 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hamburg-Ritorno-Ulisse.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7267\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hamburg-Ritorno-Ulisse.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"430\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hamburg-Ritorno-Ulisse.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hamburg-Ritorno-Ulisse-300x198.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Nach 20 Jahren Abwesenheit von Zuhause kehrt Odysseus mit Unterst\u00fctzung der G\u00f6tter zur\u00fcck als Bettler unerkannt in das von den Freiern seiner Frau Penelope besetzte Haus auf Ithaka. Mit Hilfe seiner alten Diener und seines Sohnes Telemaco gelingt es ihm, die Freier loszuwerden. Doch erst als er \u00a0Penelope ein gemeinsames Geheimnis mitteilt, glaubt sie, da\u00df er wirklich ihr verschollener Ehemann ist.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In dieser \u00dcbernahme vom Opernhaus Z\u00fcrich spielt sich der Gro\u00dfteil des Geschehens auf einer leeren Drehb\u00fchne vor schwarzem Hintergrund ab. Hinter der Drehb\u00fchne hebt und senkt sich ein Bankettisch samt Kronleuchter, der gleichsam die Spielwiese der G\u00f6tter darstellt, die von Zeit zu Zeit Einflu\u00df auf das Geschehen nehmen. Alle Personen auf der B\u00fchne tragen Abendkleidung, verhalten sich jedoch kom\u00f6diengerecht ausgelassen, so wie \u00fcberhaupt die Auff\u00fchrung eher in Richtung der Kom\u00f6die als einer Trag\u00f6die neigt. Insgesamt orientiert sich die Personenf\u00fchrung sehr nahe am Libretto, so da\u00df das Verhalten der Personen nie unmotiviert wirkt. Requisiten werden sparsam eingesetzt, entsprechen jedoch meist der Vorlage oder werden sinnvoll verwandt. So befindet sich bei der ber\u00fchmten Bogenprobe auch tats\u00e4chlich ein Bogen auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Da mit dem <em>Collegium 1704 <\/em>ein vergleichsweise umfangreich besetztes Originalklangensemble unter lebendiger F\u00fchrung von <strong>V\u00e1clav Luk<\/strong>s zu h\u00f6ren ist, ist der Klang aus dem nur leicht abgesenkten Orchestergraben einerseits schlank und \u201eexotisch\u201c, andererseits entsprechend leise, was jedoch dem Werk \u00fcberaus gerecht wird. Zudem sind Gesangsensemble und Begleitung nahezu perfekt aufeinander abgestimmt. <strong>Kurt Strei<\/strong>t f\u00fchrt die historisch informierte S\u00e4ngerriege als Ulisse mit seinem nie angestrengten, angenehm weichen Tenor an. Auch darstellerisch meistert er den Spagatt zwischen Bettler und K\u00f6nig mit kom\u00f6diantischer Leichtigkeit. Quasi gespiegelt wird dieser Ulisse in seinem ebenfalls stark aufspielenden und gleich gekleideten Diener Eumete in Gestalt von <em>Rainer Trost<\/em>. Die Sonnenbrille tragende, ganz in Schwarz geh\u00fcllte <strong>Sara Mingardo<\/strong> gibt die von ihren Freiern bedr\u00e4ngte Penelope ebenso \u00fcberzeugend, wobei sie stimmlich nicht weniger gewandt agiert, jedoch nicht so durchschlagskr\u00e4ftig klingt, was angesichts ihrer Bekanntheit als Alte-Musik-S\u00e4ngerin ein wenig erstaunt.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihren Sohn, den <strong>David Nurgeldiye<\/strong>v gibt, gilt das Gegenteil. Sein Telemaco klingt \u00e4u\u00dferst kr\u00e4ftig und fast wie aus dem 19. Jahrhundert, was aber nie st\u00f6rend auff\u00e4llt. Das G\u00f6tterquartett aus <strong>Alexander Kravets<\/strong> (Jupiter), <strong>Luigi De Donat<\/strong>o (Neptun), <strong>Dorottya L\u00e1ng<\/strong> (Minerva) und <strong>Gabriele Rossmanith<\/strong> (Juno) gibt sich angemessen verspielt und streift bewu\u00dft die Grenze zum Kindischen.<\/p>\n<p><strong>Christophe Dumaux&#8216;<\/strong> verstrahlt mit seinem Countertenor anr\u00fchrende Feinheit als allegorische menschliche Zerbrechlichkeit, doch auch als Freier der Penelope im Gespann mit <strong>Viktor Ruds<\/strong> Pisandros und Denis Velevs Antinoos macht er eine gute Figur. F\u00fcr kom\u00f6diantischen \u00dcberschwang sorgt der gefr\u00e4\u00dfige Iro von <strong>Peter Galliard<\/strong>. <strong>Marion Tassou<\/strong> als stimmlich ebenfalls etwas leisere Melantho, ihr Liebhaber <strong>Oleksiy Plachkov<\/strong> als Eurimaco und <strong>Kataja Piewecks<\/strong> Ericlea komplettieren das insgesamt s\u00e4ngerisch starke und begeisternd aufspielende Ensemble.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das Publikum spendete zu Recht reichlich Applaus und Jubel, ebenfalls f\u00fcr das Regieteam. Wer mit Monteverdis Renaissance-Oper etwas anfangen kann oder vielleicht auch nur neugierig ist, d\u00fcrfte von diesem Hamburger Odysseus, der definitiv den Besuch wert ist, nicht entt\u00e4uscht werden.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Copyright: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kurt Streit (Ulisse), und Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643),\u00a0 Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giacomo Badoaro; UA: 1640, Venedig Regie: Willy Decker, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza, Licht: Franck Evin, Dramaturgie: Kathrin Brunner Dirigent: Vaclav Luks, Collegium 1704 Solisten: Christophe Dumaux (L&#8217;umana<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7266\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7267,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31,1],"tags":[],"class_list":["post-7266","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hamburg-staatsoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7266"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7268,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7266\/revisions\/7268"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7267"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}