{"id":724,"date":"2009-06-06T15:20:55","date_gmt":"2009-06-06T13:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=724"},"modified":"2010-03-21T23:42:54","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:54","slug":"dresden-semperoper-l%e2%80%99upupa-und-der-triumph-der-sohnesliebe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=724","title":{"rendered":"Dresden, Semperoper &#8211; L\u2019UPUPA UND DER TRIUMPH DER SOHNESLIEBE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hans Werner Henze (*1926), Musik und Text, Ein deutsches Lustspiel in elf Bildern, UA: 2003, Salzburg<br \/>\nRegie: Nikolaus Lehnhoff, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer<br \/>\nDirigent: Stefan Lano, S\u00e4chsische Staatskapelle und Chor Dresden<br \/>\nSolisten: Claudia Barainsky (Prinzessin Badi\u2019at), John Mark Ainsley (Der D\u00e4mon), Wolfgang Sch\u00f6ne (Der alte Mann Al Radschi el-Din), Christa Mayer (Malik), Markus Butter (Al Kasim), Jacek Laszczkowski (Adschib), Georg Zeppenfeld (Gharib)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 1. Juni 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><a TITLE=\"dresden-lupupa.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/dresden-lupupa.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dresden-lupupa.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/dresden-lupupa.jpg\" \/><\/a>Der alte Mann vermi\u00dft schmerzlich Upupa, ein Wiedehopfweibchen. Daher schickt er seine drei S\u00f6hne, ihm den Vogel zur\u00fcckzubringen. Sie kommen an ein gro\u00dfes Tor, an dem sich ihre Wege teilen. Adschib und Gharib bleiben lieber kartenspielend zur\u00fcck, der j\u00fcngste Bruder Al Kasim stellt sich den Pr\u00fcfungen und trifft einen D\u00e4mon, der ihn zu Malik bringt. Dieser \u00fcberl\u00e4\u00dft ihm den Vogel unter der Bedingung, die Prinzessin Badi\u2019at zu befreien. Aber Al Kasim verliebt sich in die Prinzessin. Als Gegenleistung f\u00fcr ihre Freilassung wird eine Zauberkiste gefordert, auch dies gelingt. Am gro\u00dfen Tor trifft man sich mit den Br\u00fcdern wieder, sie werfen Al Kasim und Badi\u2019at in einen Brunnen. Der D\u00e4mon rettet sie, zum Dank wird ihm ein mystischer Apfel versprochen. Inzwischen sind die Br\u00fcder beim alten Mann angekommen und \u00fcberreichen Vogelk\u00e4fig und Zauberkiste. Er l\u00e4\u00dft die Upupa frei. Der Zauberkiste entsteigen drei lautstarke Gnome. Erst mit dem Erscheinen von Al Kasim kehrt Ruhe ein. Die beiden Br\u00fcder werden verbannt, die Hochzeit zwischen Al Kasim und Badi\u2019at soll alsbald stattfinden. Doch Al Kasim will noch den Apfel f\u00fcr seinen D\u00e4mon besorgen. Die Reise h\u00f6rt nie auf.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nZwei ineinander verzahnte kreisf\u00f6rmige Treppent\u00fcrme schaffen auch bei raschem Handlungsfortgang ebenso schnell durch einfache Drehung \u2013 auch gegenl\u00e4ufig &#8211; neue Perspektiven und Spielorte. Andrea Schmidt-Futterer unterstreicht farblich die Charakterz\u00fcge der b\u00f6sen Br\u00fcder, deren Kost\u00fcme in gr\u00fcn bzw. rot gehalten sind. Lediglich die Charakterst\u00e4rke von Al Kasim wird mit einem w\u00fcrdevollen Blauton unterstrichen. Der D\u00e4mon ist mehr ein Schutzengel in Zartrosa mit Fl\u00fcgeln, Malik ein typischer chinesischer Mandarin mit langem Bart, Dijab ein in violett gehaltener Diktator.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Ohren ist es ein Fest. Die <strong>S\u00e4chsische Staatskapelle<\/strong> musiziert unter <strong>Stefan Lano<\/strong> ebenso bezaubernd wie pr\u00e4zise. Vor allem jedoch ist das S\u00e4ngerensemble als herausragend zu bezeichnen \u2013 allein schon wegen der Wortverst\u00e4ndlichkeit aller Akteure. <strong>Markus Butter<\/strong> als Al Kasim  entspricht dem vom Komponisten geforderte Heldenbariton mit viel zartem Schmelz. <strong>John Mark Ainsley<\/strong> als D\u00e4mon ist an dem Abend etwas heiser, <strong>Claudia Barainsky<\/strong> als Prinzessin Badi\u2019at neigt etwas zum Tremolieren. Beide verstehen es aber, mit ihrer Sangeskunst zu fesseln. Die Br\u00fcder werden von <strong>Jacek Laszczkowski<\/strong> (Adschib) als heller Knabensopran und von <strong>Georg Zeppenfeld<\/strong> (Gharib) als Ba\u00df mit sicherer Tiefe dargestellt. Den Tyrannen Dijab gestaltet <strong>Jacques-Greg Belobo<\/strong> mit viel Farbe \u2013 auch in der Stimme. <strong>Christa Mayer<\/strong> \u00fcberrascht als Malik mit h\u00f6chsten T\u00f6nen und auch die subtilen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten von Wolfgang Sch\u00f6ne als alter Mann r\u00fchren die Herzen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie kongenialen B\u00fchnenbilder von <strong>Roland Aeschlimann<\/strong> sind voll einfacher Schlichtheit und einrucksvoller Poesie. Das Werk <strong>Hans Werner Henzes<\/strong> und die Oper <em>L\u2019Upupa<\/em> im speziellen ist eine ironische Auseinandersetzung mit historischen, politischen und musikalischen Modellen. Schon die Umsetzung arabischer M\u00e4rchen in einem deutschen Lustspiel h\u00e4lt dem deutschen Musikwesen den Spiegel vor.<br \/>\nAuch deshalb ist es eine Sternstunde f\u00fcr die Oper des 20. Jh. im 21. Jh. St\u00fcrmischer Applaus f\u00fcr alle Mitwirkenden f\u00fcr eine ma\u00dfstabsetzende Leistung. Der Spielwitz im Werk wurde durch die Inszenierung mehr als deutlich und belegt, da\u00df Henze einer der wichtigsten Komponisten unserer Tage ist. Der in der Vorstellung anwesende Komponist Henze wurde vom Publikum und Mitwirkenden euphorisch gefeiert. Der 83j\u00e4hrige schien auch sehr zufrieden, jedenfalls feierte er mit den Mitwirkenden noch lange bis nach Mitternacht. <strong>Nikolaus Lehnhoff<\/strong> l\u00e4\u00dft in einer bunten Farbenwelt eine typische M\u00e4rchenoper entstehen.Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<br \/>\nBildlegende: Die Befreiung der Prinzessin scheint zun\u00e4chst zu scheitern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hans Werner Henze (*1926), Musik und Text, Ein deutsches Lustspiel in elf Bildern, UA: 2003, Salzburg Regie: Nikolaus Lehnhoff, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer Dirigent: Stefan Lano, S\u00e4chsische Staatskapelle und Chor Dresden Solisten: Claudia Barainsky (Prinzessin Badi\u2019at), John<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=724\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=724"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1329,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/724\/revisions\/1329"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}