{"id":7226,"date":"2017-08-02T14:37:07","date_gmt":"2017-08-02T13:37:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7226"},"modified":"2017-10-09T20:10:31","modified_gmt":"2017-10-09T19:10:31","slug":"mozartfest-2017-wuerzburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7226","title":{"rendered":"Mozartfest 2017, W\u00fcrzburg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>Le nozze di Figaro <\/em><\/strong><strong>KV 492<\/strong><\/p>\n<p>Ouvert\u00fcre<\/p>\n<p>Akt I \/ 1.Szene Duettino <em>Cinque, dieci.<\/em>.. &#8211; Duettino <em>Se a caso, Madama<\/em><\/p>\n<p>Akt I \/ 2.Szene Kavatine <em>Se vuol ballare<\/em><\/p>\n<p>Akt I \/ 6.Szene Arie <em>Non so piu cosa son, cosa faccio<\/em><\/p>\n<p>Akt II \/ 3.Szene Kanzone <em>Voi che sapete<\/em><\/p>\n<p>Akt I \/ 8.Szene Arie <em>Non oiu andrai farfallone amoroso<\/em><\/p>\n<p>Akt III \/ 2. und 3.Szene Duett <em>Crudel! Perche finora<\/em> \/ Recitativo accompagnato <em>Ha gia vinta la causa!<\/em> \/ Arie <em>Vedro mentre io sospiro<\/em><\/p>\n<p><strong>Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550<\/strong><\/p>\n<p>Molto Allegro, Andante con moto<\/p>\n<p><strong>Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551<em> Jupiter<\/em><\/strong><\/p>\n<p>1. Allegro vivace<\/p>\n<p>2. Andante cantabile<\/p>\n<p>3. Molto allegro<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong><em>Un bacio di mano <\/em><\/strong><strong>Arie f\u00fcr Bariton und Orchester F-Dur KV 541<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Die Zauberfl\u00f6te <\/em><\/strong><strong>KV 620 <\/strong>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)<\/p>\n<p>Akt II, 18. Szene Arie <em>Ach ich f\u00fchl&#8217;s, es ist verschwunden<\/em>; Akt I, 14. Szene Duett <em>Bei M\u00e4nnern, welche Liebe f\u00fchlen<\/em><\/p>\n<p>Rene Jacobs, B&#8217;Rock-Belgian Baroque Orchestra Ghent<\/p>\n<p>Solisten: Mari Eriksmoen (Sopran), Johannes Weisser (Bariton)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. Juni 2017, W\u00fcrzburger Residenz, Kaisersaal<\/p>\n<p><strong><em>Bella mia fiamma <\/em><\/strong><strong>Konzertarie KV 528 <\/strong>von W. A. Mozart (1756-1791), Prag, 3. November 1787<\/p>\n<p><strong><em>Lichtes Spiel &#8211; <\/em><\/strong><strong>Ein Sommerst\u00fcck f\u00fcr Violine und kleines Orchester<\/strong><\/p>\n<p>von Wolfgang Rihm (1952), UA: 18. November 2010, New York.<\/p>\n<p><strong><em>Infelice! <\/em><\/strong><strong>Konzertarie MWV H 4 <\/strong>von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), UA: 19. Mai 1834, London.<\/p>\n<p><strong>Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 (Jupiter) <\/strong>von W. A. Mozart, Sommer 1788<\/p>\n<p>Dirigent: Leo Hussain, Bamberger Symphoniker<\/p>\n<p>Solisten: Christiane Karg (Sopran), Bart Vandenbogaerde (Violine).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juni 2017 im Kaisersaal der W\u00fcrzburger Residenz<\/p>\n<p><strong>Sinfonie Nr. 5 B-Dur WAB 105<\/strong><\/p>\n<p>von Anton Bruckner (1824-1896), UA: 1894, Graz (Fassung Franz Schalk 1935)<\/p>\n<p>Dirigent: Herbert Blomstedt, Bamberger Symphoniker<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Juli 2017 W\u00fcrzburg, Kiliansdom<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Mozartfest2017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7227\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Mozartfest2017.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"387\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Mozartfest2017.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Mozartfest2017-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Seit 1922 findet das Mozartfest in W\u00fcrzburg statt. Es entwickelt sich aus Konzerten im Kaisersaal der Residenz, der ab 1919 f\u00fcr Konzerte genutzt werden konnte. 1921 veranstaltet Hermann Zilcher, Direktor des Staatskonservatoriums, ein erstes Konzert mit klassischen Werken. Er fand, da\u00df Mozarts Werke mit Ambiente und Architektur der Residenz harmonieren. Daher organisierte er im Folgejahr die erste Mozartwoche in der Residenz.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind einige Spielorte neben der Residenz hinzugekommen, wie der Hofgarten f\u00fcr die <em>Nachtmusik<\/em> (Freiluft-Picknick-Konzert). Ein Schwerpunkt mit szenischen Opernproduktionen besteht nicht. Bis heute ist das Fest eng mit der Julius-Maximilian-Universit\u00e4t verbunden. Die etwa 50 Konzerte werden teilweise mit Weltstars besetzt und ziehen bis zu 30.000 Besucher an. Weltstars wie Ren\u00e9 Jacobs, der erstmals nach W\u00fcrzburg kommt, Herbert Blomstedt, der seinen 90.Geburtstag feiert, Christiane Karg, dieses Jahr <em>Artiste \u00e9toile,<\/em> und Wolfgang Rihm, dem das Komponistenportr\u00e4t gewidmet ist.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung, S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Kaisersaal der W\u00fcrzburger Residenz ist der Gr\u00fcndungsort des Mozartfestes. Es ist ein barocker, erzbisch\u00f6flicher Repr\u00e4sentationsraum mit gro\u00dfen Fensterfronten und viel barockem Zierrat. Es verf\u00fcgt \u00fcber eine messerscharfe, sehr hellh\u00f6rige Akustik: ein Mischklang der einzelnen Stimmen ist schwierig und auch abh\u00e4ngig von der Plazierung des Konzertpodiums auf der Stirnseite. Ebenso schwierig zu steuern ist der Hall in diesem Raum. Bei dem Konzert von Ren\u00e9 Jacobs ist er bis zu drei Sekunden lang. Nach einer Attacke im Forte \u00fcberdeckt er manchen folgenden Takt. Die Bamberger Symphoniker haben im zweiten Konzert eine andere Sitzordnung, hier ist der Hall zwar genauso lange, aber die folgenden Passagen sind noch h\u00f6rbar. Im Dom hat gibt es auch eine Hallakustik, \u00a0die aber bei weitem nicht so ausgepr\u00e4gt ist wie in der Residenz, eher ged\u00e4mpfter, weicher, aber l\u00e4nger auslaufend. Ein wirklicher Konzertsaal f\u00fcr h\u00f6chste Anspr\u00fcche fehlt. Das Mainfranken-Theater wird f\u00fcr das Fest nicht genutzt.<\/p>\n<p>Ein heimlicher H\u00f6hepunkt des Mozartfestes Festwochen ist der erste Auftritt von <strong>Ren\u00e9 Jacobs<\/strong> mit seinem belgischen Orchester <strong>B&#8217;Rock<\/strong>. Dieses und die beiden Solisten arbeiten seit langem mit Jacobs zusammen und sind erfahrene Mozart- und Alte-Musik Interpreten. Zur Auff\u00fchrung gelangen Arien, Ausschnitte und einzelne S\u00e4tze aus der <em>Hochzeit des Figaro<\/em>, der <em>Zauberfl\u00f6te<\/em> und den beiden Sinfonien Nr. 40 und Nr. 41.<\/p>\n<p>Keines der Werke wird vollst\u00e4ndig, daf\u00fcr aber in wirrer Reihenfolge gespielt \u2013 eine chronologische Ordnung und eine vollst\u00e4ndige Darstellung zumindest einer der Sinfonien h\u00e4tte Sinn gemacht. Jedoch wird eines an diesem Abend deutlich: da\u00df man in der Alten Musik an Ren\u00e9 Jacobs kaum vorbeikommt! Selten kann man diese Werke Mozarts so transparent, die Stimmgruppen so vielschichtig h\u00f6ren. Die einzelnen Notenlinien vereinen sich immer wieder zu einem wohligen Teppich des Wohlklangs. Der Esprit des historischen Instrumentariums des <strong>B&#8217;rock Orchestra<\/strong> zieht alle in seinen Bann! Selten hat man barocke Blechbl\u00e4ser so sauber intonieren h\u00f6ren \u2013 im Zusammenspiel ist das noch viel beeindruckender.<\/p>\n<p><strong>Johannes Weiser<\/strong> ist ein sehr vielschichtiger Bariton, schon sein Figaro hat spielerische Ausdruckskraft. Er verf\u00fcgt \u00fcber die H\u00f6he des Baritons und eine relativ sichere Tiefe \u2013 manchmal kommt er dabei aber an Grenzbereiche. <strong>Mari Eriksmoen<\/strong> kann der Verzweiflung der Susanne eine Raumwirkung einr\u00e4umen, ein weicher samtiger, eher lyrischer Sopran, der im Barockfach nicht nur mit Koloraturen \u00fcberzeugen kann. Ihre Cherubino-Kanzone <em>Voi che sapete \u2013 Ihr, die Ihr wi\u00dft <\/em>nimmt sie mit hohem Tempo. Die Zuh\u00f6rer im Saal stehen vor Begeisterung am Schlu\u00df fast auf den St\u00fchlen.<\/p>\n<p>Eine vollst\u00e4ndige Auff\u00fchrung der 41. Sinfonie Mozarts folgte am 15. Juni im Konzert der Bamberger Symphoniker unter <strong>Leo Hussain<\/strong>. Es dient als Vergleich zum ersten Teil des Konzertes. Wolfgang Rihms <em>Lichtes Spiel<\/em> ist ein Auftragswerk von Anne-Sophie Mutter aus dem Jahr 2009 und ist im Zusammenhang mit Mozarts Violinkonzerten zu sehen. Auch die hohen Anforderungen in Hinsicht auf Transparenz und Fragilit\u00e4t sind f\u00fcr die Solovioline mit <strong>Bart Vandenbogaerde<\/strong> kein wirkliches Problem. Zusammen mit den Bamberger Symphonikern werden die verwandten Strukturen und Klangbilder zu Mozart deutlich.<\/p>\n<p>Die solistische Hauptlast der Konzertarien Mozarts und Mendelssohn Bartholdys tr\u00e4gt <strong>Christiane Karg<\/strong>. Ihr dramatischer Sopran klingt vor allem im <em>accelerando<\/em> oder <em>forte<\/em> zu scharf und neigt zum Tremolieren. Sie \u00fcberzeugt am ehesten im Pianobereich. Erw\u00e4hnenswert ist der ausgepr\u00e4gte Auftritt der Solovioline in der Konzertarie <em>Infelice<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Herbert Blomstedt<\/strong> beging am 11. Juli seinen 90. Geburtstag. Mit den Bamberger Symphonikern gibt er eine Reihe von Konzerten mit Bruckners 5. Sinfonie quasi als Nachtrag zum Mozartfest im W\u00fcrzburger Kiliansdom \u2013 also in Kirchen in Bamberg, W\u00fcrzburg, Passau und Linz. Und so erlebt das seit Wochen vollst\u00e4ndig ausverkaufte Konzert, wie sich Bruckners <em>T\u00f6nende Kathedrale<\/em> mit dem Hall arrangiert \u2013 auch dank Blomstedt. Dieser Nachhall schafft sakrale Atmosph\u00e4re, die Abschl\u00fcsse gelingen gewohnt exakt, Generalpausen laufen langsam aus, die Struktur bleibt klar h\u00f6rbar, Bruckners tief in der religi\u00f6sen Tradition der katholischen Kirche verwurzelnde Weltsicht ist jederzeit, auch wohl im Innersten des Zuh\u00f6rers sp\u00fcrbar. Diese Komposition, dieses Orchester, diese Orchestrierung, dieses Konzert sind f\u00fcr gro\u00dfe S\u00e4le, auch Kirchen, wie geschaffen. Blomstedt dirigiert von einem Stehhocker aus, ohne einen Blick in die Noten, mit einem auch in der letzten Reihe f\u00fchlbares L\u00e4cheln \u2013 doch immer klar strukturiert. Er, f\u00fchrt die Bamberger Symphoniker, die ihm einf\u00fchlsam folgen. Blomstedt \u2013 f\u00fcr Bruckner ein Meister der nonverbalen Kommunikation.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Der k\u00fcnstlerische Anspruch des Mozartfestes in W\u00fcrzburg ist hoch, und es wird sicherlich auch sein hundertj\u00e4hriges Jubil\u00e4um im n\u00e4chsten Jahrzehnt w\u00fcrdig begehen. Regionale Sponsoren und die Professoren der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg werden auch weiterhin hochkar\u00e4tige Veranstaltungen mit weltbekannten K\u00fcnstlern erm\u00f6glichen. Abgesehen davon, da\u00df der Bezug zu Mozart etwas heikel ist, bleibt das Mozartfest ein Geheimtip f\u00fcr Kulturfreunde: kleine Spielst\u00e4tten mit bis zu 24 Sitzreihen in den historischen R\u00e4umen der Residenz und im Dom mit schwierigen Sichtverh\u00e4ltnissen und heikler Akustik f\u00fchren dazu, da\u00df die Nachfrage aus dem Gro\u00dfraum W\u00fcrzburg das Angebot an Karten bereits \u00fcbersteigt. Auch wenn es damit ein regionales Kulturprojekt bleibt und kaum in Konkurrenz zu den gro\u00dfen Kulturleuchtt\u00fcrmen treten kann \u2013 das Angebot ist gro\u00df und die Nachfrage des regionalen Publikums sich im Konzertbereich weiterzubilden \u00fcberw\u00e4ltigend. Der donnernde Applaus nach den Konzerten und die anregenden Pausengespr\u00e4che sind ein beredtes Zeichen daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Wikipedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Le nozze di Figaro KV 492 Ouvert\u00fcre Akt I \/ 1.Szene Duettino Cinque, dieci&#8230; &#8211; Duettino Se a caso, Madama Akt I \/ 2.Szene Kavatine Se vuol ballare Akt I \/ 6.Szene Arie Non so piu cosa son, cosa faccio<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7226\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7227,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7226","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7226"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7226\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7231,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7226\/revisions\/7231"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7227"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}