{"id":7222,"date":"2017-09-24T11:27:32","date_gmt":"2017-09-24T10:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7222"},"modified":"2017-10-02T11:31:48","modified_gmt":"2017-10-02T10:31:48","slug":"der-fliegende-hollaender-hof-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7222","title":{"rendered":"Der Fliegende Holl\u00e4nder &#8211; Hof, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto : Richard Wagner, UA: 2. Januar 1843 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Reinhardt Friese, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Annette Mahlendorf<\/p>\n<p>Musikalische Leitung: Walter E. Gugerbauer, Hofer Symphoniker, Opernchor, Choreinstudierung: Hsin-Chien Fr\u00f6hlich<\/p>\n<p>Solisten: Rainer Mesecke (Daland), Tanja Christine Kuhn (Senta), Alexander Geller (Erik), Stefanie Rhaue (Mary), Minseok Kim (Steuermann Dalands), James Tolksdorf (Holl\u00e4nder), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. September 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hof-Holl\u00e4nder.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7223\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hof-Holl\u00e4nder.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"446\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hof-Holl\u00e4nder.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Hof-Holl\u00e4nder-300x206.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der fliegende Holl\u00e4nder ist dazu verdammt, auf ewig die Weltmeere zu befahren, bis er durch die Liebe einer Frau seine Erl\u00f6sung im Tod findet. Daland, der in einer Bucht auf ihn trifft als er Schutz vor einem Sturm sucht, ist von seinen Sch\u00e4tzen beeindruckt und verspricht ihm die Hand seiner Tochter, die ihm auch die erhoffte ewige Treue verspricht. Als der Holl\u00e4nder jedoch mitanh\u00f6ren mu\u00df, wie der J\u00e4ger Erik sie an ein einst ihm gegebenes Treueversprechen erinnert, f\u00fchlt er sich betrogen, kehrt auf sein Schiff zur\u00fcck und lichtet die Anker. Senta st\u00fcrzt sich ins Meer. Das Schiff des Holl\u00e4nders versinkt, Sentas Tod aus Liebe bringt dem Holl\u00e4nder die Erl\u00f6sung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Regie l\u00e4\u00dft Senta tr\u00e4umen \u2013 auf einer surrealen Spielfl\u00e4che mit \u201elebendigen\u201c Toten, die die B\u00fchne unsicher machen. Senta ist somit zweimal auf der B\u00fchne im wei\u00dfen Kleid. Die lebenden Leichen der \u00fcbrigen (Alp-)Traumfiguren sind eher dunkel gewandet und passen zur Entstehungszeit ins Biedermeier. Nur der Holl\u00e4nder mit seinen R\u00fcschen verweist auf die mystischen Urzeiten. Gespielt wird im Vordergrund auf einem Podest, im Hintergrund sind scherenschnittartig Schiffe zu sehen, die unterschiedlich beleuchtet werden, sich zu bewegen scheinen. In der Spinnstube sieht der Frauenchor durch Bullaugen, wie das Ballett die wei\u00dfen Puppen tanzen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die gro\u00dfe \u00dcberraschung ist die herausragende Besetzung der Rollen des Erik und Senta durch G\u00e4ste: <strong>Tanja Christine Kuhn<\/strong> verf\u00fcgt \u00fcber einen jugendlich klaren aber auch durchschlagsstarken Sopran, der mit den H\u00f6hen und Tiefen und den hohen Anspr\u00fcchen der <em>Ballade<\/em> keinerlei Probleme hat. Ihre Senta ist nicht (nur) die Tr\u00e4umerin, sie steht mit beiden Beinen fest im Leben. <strong>Alexander Geller<\/strong> ist ein wunderbarer ausrucksstarker Spieltenor, der der Gesangslinie mit spielerischer Leichtigkeit folgen kann und <em>Willst jenen Tags dich Du nicht mehr entsinnen<\/em>? mit viel Gef\u00fchl und Verve an Senta richtet.<\/p>\n<p>Die Hauptrolle des Holl\u00e4nders f\u00fcllt <strong>James Tolksdorf <\/strong>mit gro\u00dfer Durchschlagskraft und ausgefeilter Stimmf\u00fchrung aus. Mit seiner extrem hohen Reichweite vom Ba\u00df bis hin zu tenoralen Lagen hat er keinerlei Probleme von Anfang an mit dem Auftrittslied <em>Die Frist ist um<\/em> zu \u00fcberzeugen. <strong>Stefanie Rhaue<\/strong> formt die Mutterfigur Mary zu einer zentralen Rolle. Mit ihrem dunkel timbrierten, kr\u00e4ftigen Alt kann sie sowohl mitf\u00fchlend als auch b\u00f6sartig keifig sein &#8211; und nicht ganz frei von Sch\u00e4rfe. <strong>Rainer Mesecke<\/strong> kann nur im baritonalen Bereich punkten, in der Tiefe fehlt ihm jegliche Stehkraft. Als Daland ist er fehlt am Platz.<\/p>\n<p><strong>Minseok Kim<\/strong> aus dem Chor kann als Steuermann zumindest einen Achtungserfolg erringen, sein Textverst\u00e4ndnis sorgte f\u00fcr ungewollte Heiterkeit. <strong>Walter E. Gugerbauer <\/strong>gibt diesem Fr\u00fchwerk des gro\u00dfen Meisters, der eher mit der Nachbarstadt Bayreuth verbunden ist, die entsprechende Dynamik, auch wenn die Feinabstimmung zwischen Orchester und Chor noch etwas verbesserungsw\u00fcrdig ist. Er nimmt das St\u00fcck nicht nur mit \u201est\u00fcrmischer\u201c Wucht, auch die leisen Passagen kann er einf\u00fchlsam gestalten, so da\u00df man auch immer wieder neue Sch\u00f6nheiten zu entdecken glaubt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ein sogenanntes kleines Haus Wagner spielt, sind alle knappen Ressourcen ausgereizt: Der Damenchor besteht aus zehn Frauen, der Herrenchor immerhin aus zwanzig M\u00e4nnern, das Orchester spielt in kleiner Besetzung, das funktioniert an kleinen B\u00fchnen erstaunlich gut, nur szenisch sollte man sich etwas einfallen lassen.<\/p>\n<p>Aber leider rettet sich das szenische Konzept von Intendant Friese von Notl\u00f6sung zu Notl\u00f6sung, wirft mehr Fragen auf als beantwortet werden k\u00f6nnen und kommt auch zu keinem Schlu\u00df: Die tr\u00e4umende Senta geht ab und l\u00e4\u00dft ihre Traumgestalten hilflos zur\u00fcck. Das Ballett ersetzt den Geisterchor, der offensichtlich per Band zugespielt wird: Der Auftritt ganz in wei\u00df wirkt wie eine makabre Clowneske aus der <em>Commedia del Arte<\/em> und wirkt planlos und deplaziert. Ob ein vom B\u00fchnenboden fallendes wei\u00dfes B\u00fcndel die von der Klippe springende Senta darstellen soll \u2013 die au\u00dferdem sowieso schon zweimal auf der B\u00fchne in persona steht \u2013 wei\u00df nur der Regisseur. Vorhang zu und viele Fragen offen! Der Begeisterung des Publikums tut dies keinen Abbruch. Geradezu heftiger Applaus f\u00fcr die Solisten, Chor und Orchester.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Harald Dietz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto : Richard Wagner, UA: 2. Januar 1843 Dresden Regie: Reinhardt Friese, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Annette Mahlendorf Musikalische Leitung: Walter E. 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