{"id":7165,"date":"2017-06-10T13:04:12","date_gmt":"2017-06-10T12:04:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7165"},"modified":"2017-06-17T13:08:21","modified_gmt":"2017-06-17T12:08:21","slug":"le-nozze-di-figaro-die-hochzeit-des-figaro-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7165","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO \u2013 DIE HOCHZEIT DES FIGARO  &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang A. Mozart (1756-1791); Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Susanne Lietzow, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Marie-Luise Lichtenthal und Julia Pommer<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Merzyn, Philharmonisches Orchester, Opernchor des Landestheater Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Felix Rathgeber (Figaro), Julia Da Rio (Susanna), Salomon Zulic del Canto (Graf Almaviva), Ana Cvetkovic-Stojnic (Gr\u00e4fin Almaviva), Verena Usemann (Cherubino), Francesca Paratore (Barbarina), Michael Lion (Bartolo), Gabriela K\u00fcnzler (Marcellina), Dirk Mestmacher (Don Basilio, Don Curzio), Freimut Hammann (Antonio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Juni 2017<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Coburg-Figaro_HP2_05.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7166\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Coburg-Figaro_HP2_05.png\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"439\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Coburg-Figaro_HP2_05.png 660w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Coburg-Figaro_HP2_05-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Figaro und Susanna sind Bedienstete des Grafen Almaviva und wollen heiraten. Cherubino entdeckt, da\u00df der Graf Susanna nachstellt und deshalb will der Graf ihn als Offizier wegbef\u00f6rdern. Nachdem Cherubino der Gr\u00e4fin ein Liebeslied vorgetragen hat, klopft der w\u00fctende Graf an die T\u00fcr. Cherubino kann aus dem Fenster fl\u00fcchten, der Graf findet nur Susanna vor. Der G\u00e4rtner Antonio berichtet, er habe Cherubino aus dem Fenster springen sehen, aber Figaro behauptet, er w\u00e4re es gewesen. In den Tumult platzt Marcellina herein. Sie hatte Figaro Geld geliehen und verlangt das vereinbarte Geld f\u00fcr das Heiratsversprechen. Die Heirat ist vom Tisch, als sich herausstellt, da\u00df Marcellina Figaros Mutter ist. Nachts erwartet die Gr\u00e4fin in Susannas Kleidern den treulosen Ehemann im Park. Figaro glaubt hingegen, seine Ehefrau will ihn betr\u00fcgen. Einige Verwirrungen sp\u00e4ter finden die Paare wieder zueinander.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Auf einer sonst leeren B\u00fchne, vor einem mal hellen, mal dunklen Hintergrund stehen einzelne barocke M\u00f6bel. So steht im zuk\u00fcnftigen Zimmer der Bediensteten ein Umzugskarton, aus dem ein gro\u00dfes Prunksofa herauskommt, unter deren Polsterung sich trefflich Verstecken spielen l\u00e4\u00dft. Im Zimmer der Gr\u00e4fin stehen zwei gro\u00dfe Spiegel, die Seitenw\u00e4nde deuten die Wandschr\u00e4nke nur an. Statt eines Fensters springt Cherubino in eine Bodenluke, der G\u00e4rtner Antonio klettert daraus hervor. Auf den Hintergrund werden barocke Tapeten-Figurinen, Charakterstudien der handelnden Personen oder graphische Erl\u00e4uterungen zur Handlung projiziert. F\u00fcr den Garten stehen dabei \u00fcberdimensionale Bl\u00fctenpflanzen. Die farbenfrohe Kleidung zeigt einen frivol-frechen Blick auf barocke Gewandungen: Cherubinos Kost\u00fcm unterstreicht die Zwitterhaftigkeit der Rolle, w\u00e4hrend Basilio eine Mischung aus Gothic und dunklem Vampir ist. Dem blinden Bartolo fehlt der modebewu\u00dft-knurrende Blindenhund, denn die barocken Per\u00fccken sind turmhoch-schr\u00e4g.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Felix Rathgeber<\/strong> kann den Figaro nicht nur charakterlich, sondern auch stimmlich vielschichtig gestalten. Sein sicherer Ba\u00dfbariton verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe Palette an Stimmfarben und Ausdruckskraft. Die jugendlich strahlende <strong>Julia Da Rio<\/strong> pa\u00dft als Susanne wunderbar zu ihm. <strong>Salomon Zulic del Canto<\/strong> als Graf Almaviva gibt den souver\u00e4n zur\u00fcckhaltenden Barockf\u00fcrsten: Trotz\u00a0 volumin\u00f6ser Stimme und \u00fcberzeugender Rollengestaltung w\u00e4re etwas mehr Ausdruck im \u201eSturm und Drang\u201c sch\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>Ana Cvetkovic-Stojnic<\/strong> ist seine ideale Gr\u00e4fin. Sie verf\u00fcgt \u00fcber eine leuchtende und manchmal etwas zu durchschlagsstarke Stimme. Sie demonstriert ein wirkliches z\u00e4rtliches verhaltenes Pianissimo mit dem sie ihre Auftrittsarie <em>Porgi, amor, qualche ristoro al mio duolo\u2013 Gib Liebe, etwas Linderung meinem Schmerz<\/em> zum Erlebnis macht. Die hohen T\u00f6ne erreicht sie mit Kraft und Nachdruck. Das etwas gespaltene Verh\u00e4ltnis des alten Ehepaares wird so sehr glaubhaft. F\u00fcr<strong> Verena Usemann <\/strong>entwickelt sich der Cherubino zu einer Hauptrolle. <em>Voi che sapete che cosa \u00e8 amor \u2013 Ihr, die ihr wi\u00dft, was Liebe ist <\/em>kann mit dem Tempo Schritt halten, die Noten singt sie aus und der Text bleibt verst\u00e4ndlich. Mit ihrer jugendlich-naiven und glasklar-leichten Stimme wird die Mann-Frau-Rolle nicht nur plausibel, sondern auch eine beispielhafte Interpretation.<\/p>\n<p><strong>Michael Lion <\/strong>als tiefensicherer Wagners\u00e4nger hat keine Probleme, den Bartolo als etwas ahnungslose Gestalt zu zeichnen. <strong>Gabriela K\u00fcnzler<\/strong> als Marcellina ist mit ihrer harten Altstimme \u2013 mit Tendenz zum Mezzo \u2013 eher eine \u201erauhe Geliebte\u201c und pa\u00dft zu diesem Bartolo wunderbar.<strong> Dirk Mestmacher<\/strong> ist als Spieltenor mit der Doppelrolle mit Don Basilio und Don Curzio als Witzfiguren gut im Rennen. Ein weiterer Erfolgsgarant ist das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> unter <strong>Alexander Merzyn<\/strong>. Schon die Ouvert\u00fcre ist inspirierend, als ob die Musiker freudestrahlend ins Haus marschierten. Musikalische Kostbarkeiten werden gepflegt, Figaros Arie <em>Non pi\u00f9 andrai, farfallone amoroso, notte e giorno d\u2019intorno girando,\u2013 Du streichst nicht mehr Tag und Nacht wie ein verliebter Schmetterling umher <\/em>ist nicht nur ein Spottlied auf Cherubino, sondern erlebt man wirklich als ein Marsch.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Figaro ist eine heitere Sommerverwechslungskom\u00f6die \u2013 allein schon wegen der frivol-farbenpr\u00e4chtigen pseudo-barocken Kost\u00fcme. Die Handlung folgt dem originalen Vorwurf und bem\u00fcht sich, die komplizierten Verstrickungen zu erl\u00e4utern \u2013 auch mittels erl\u00e4uternder Videos im Hintergrund. S\u00e4ngerisch ist diese letzte Produktion der Intendanz von Bodo Busse mit einem erfahrenen Ensemble heraus sangesfreudig mitrei\u00dfend besetzt. St\u00fcrmischer Applaus zum w\u00fcrdigen Abschlu\u00df!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Michael Lion (Bartolo), Gabriela K\u00fcnzler (Marcellina) schmieden R\u00e4nke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang A. Mozart (1756-1791); Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 1. 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