{"id":7140,"date":"2017-05-23T21:02:43","date_gmt":"2017-05-23T20:02:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7140"},"modified":"2017-05-26T11:30:45","modified_gmt":"2017-05-26T10:30:45","slug":"le-nozze-di-figaro-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7140","title":{"rendered":"LE NOZZE DI FIGARO &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Wolfgang A. Mozart, Commedia per musica (Opera buffa) in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach Beaumarchais, UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Emmanuelle Bastet, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Tim Northam<\/p>\n<p>Dirigent: Fran\u00e7ois-Xavier Roth und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Bo Skovhus (Conte Almaviva), Andreea Soare (Contessa Almaviva), Emily Hindrichs (Susanna), Robert Gleadow (Figaro), Regina Richter (Cherubino), Kismara Pessati (Marcellina), John Heuzenroeder (Basilio), Alexander Fedin (Don Curzio), Paolo Battaglia (Bartolo), Reinhard Dorn (Antonio), Mar\u00eda Isabel Segarra (Barbarina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 21.Mai 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/K\u00f6ln-Figaro1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7141\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/K\u00f6ln-Figaro1.png\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"560\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/K\u00f6ln-Figaro1.png 373w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/K\u00f6ln-Figaro1-200x300.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Hochzeit seines Dieners Figaro mit der Kammerzofe Susanna will Graf Almaviva unbedingt verhindern, denn Susanna soll seine Liebhaberin werden. Figaro plant den Grafen auszutricksen. Die betrogene Gr\u00e4fin hilft dem Brautpaar dabei. Sie soll mit Susanna die Kleider tauschen und zu einem geheimen Treffen erscheinen, um den Grafen auf frischer Tat zu ertappen. Doch Figaro verstrickt sich so sehr in L\u00fcgen, da\u00df der Plan zu scheitern droht. Also nehmen die Frauen die Sache selber in die Hand. Susanna steckt dem Grafen einen Brief mit dem Ort ihres Treffens zu. Figaro glaubt daraufhin, Susanna sei ihm tats\u00e4chlich untreu. Als Gr\u00e4fin verkleidet f\u00fchrt sie ihm vor Augen, da\u00df seine Eifersucht unbegr\u00fcndet ist. Die verkleidete Gr\u00e4fin \u00fcberf\u00fchrt ihren Ehemann der Untreue. Dieser ist nun endlich einsichtig.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Zimmer auf der B\u00fchne sind mit gr\u00fcn-wei\u00dfer Tapete in floralen Muster ausgekleidet. An der linken und rechten Seite befinden sich mehrere T\u00fcren, die ein st\u00e4ndiges Kommen und Gehen der Darsteller erm\u00f6glichen. Ein paar Requisiten wie Matratzen oder eine Badewanne stellen die unterschiedlichen R\u00e4ume dar. Der Garten wird im letzten Akt zu einem Labyrinth aus Spiegeln umfunktioniert. Der Spiegel steht als Symbol f\u00fcr Zweifel und Mi\u00dftrauen. Dementsprechend nutzen ihn die Darsteller zur Interaktion, in dem sie sich dahinter verstecken oder immer wieder hineinschauen. Im Finale, als die Paare wieder gl\u00fccklich vereint sind, werden alle Spiegel entfernt und, bildlich gesprochen, alle Zweifel beiseite ger\u00e4umt. Die Kost\u00fcme sind weitestgehend zeitlos, schlicht und elegant: die Herren des Adelsstandes tragen Anz\u00fcge in Schwarz und Braunt\u00f6nen, die Bediensteten Plastron und wei\u00dfe Hemden. Die Adelsdamen sind in elegante enganliegende Satinkleider geh\u00fcllt, die Dienerinnen in kurz\u00e4rmelige Hemdenkleider mit Sch\u00fcrze.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die leichte und nuanciert dirigierte Ouvert\u00fcre verspricht einen beschwingten Abend. Besonders in den Geigen schafft es <strong>Fran<\/strong><strong>\u00e7<\/strong><strong>ois-Xavier Roth<\/strong> Akzente zu setzen und dynamische Unterschiede zwischen schnellen und langsamen Partien zu schaffen. <strong>Robert Gleadow<\/strong> (Figaro) \u00fcberzeugt in der Rolle des Figaros durch eine beeindruckende B\u00fchnenpr\u00e4senz. Allerdings braucht er stimmlich etwas Anlauf, um in Fahrt zu kommen. Der Ba\u00dfbariton klingt in der Tiefe angenehm rauchig und volumin\u00f6s. Im ersten Akt schafft er es noch nicht, auch in den hohen T\u00f6nen zu \u00fcberzeugen \u2013 grade bei der Arie <em>Se vuol balare \u2013 Wenn Sie tanzen wollen <\/em>versagt ihm im Spitzenton die Stimme. Im vierten Akt in der Arie <em>Aprite un po\u2018 quegli ochi \u2013 Ach! \u00d6ffnet eure Augen <\/em>macht er dies aber gut, l\u00e4\u00dft seine Stimme in der H\u00f6he anschwellen, schreit, kreischt und knurrt, w\u00e4hrend er sich auf den Boden schmei\u00dft, so da\u00df die ganze Bandbreite der Emotionen sp\u00fcrbar ist. Seine Gesangspartnerin <strong>Emily Hindrichs<\/strong> (Susanna) singt mit ihrem leichten, sehr glitzernden Sopran solide durch den Abend und erg\u00e4nzt sich durch ihr kokettes Schauspiel gut mit ihrem Partner, allerdings ohne dabei besonders zu gl\u00e4nzen.<\/p>\n<p><strong>Regina Richter<\/strong> (Cherubino) ist dagegen eines der Highlights des Abends. In der schnellen Arie <em>Non so pi\u00f9 cosa son, cosa faccio<\/em><em> \u2013Ich wei\u00df nicht mehr, was ich bin, was ich tue <\/em>kann sie ihren klaren Sopran sehr flink einsetzen und setzt dynamische Akzente: in der H\u00f6he gelingt ihr das An-und Abschwellen der Stimme sehr gut, ebenso das <em>mezza di voce<\/em>. Ebenso ein Genu\u00df ist der Gesang von <strong>Bo Skovhus<\/strong> (Graf Almaviva), der im dritten Akt sein K\u00f6nnen zeigt. Sein tenoral gepr\u00e4gter Bariton klingt majest\u00e4tisch scheppernd in der H\u00f6he, dabei singt er inbr\u00fcnstig und schafft es, zwischen akzentuierten <em>Staccato<\/em> Partien und <em>Legato<\/em> schnell zu wechseln. <strong>Andreea Soare<\/strong> (Gr\u00e4fin Almaviva) verf\u00fcgt ebenfalls \u00fcber eine strahlende Stimme, ihr Sopran hat ein warmes Timbre und ist sehr kraftvoll. Damit verk\u00f6rpert sie die zur\u00fcckgesetzte Ehefrau sehr eindrucksvoll.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ist durch die vielen unterschiedlichen Stimmen viel Abwechslung geboten. Neben den Arien bietet besonders der Zusammenklang des Ensembles in den Duetten, Terzetten etc. einige H\u00f6hepunkte. Publikumslieblinge sind neben Regina Richter vor allem Andreea Soare und Bo Skovhus. Die Inszenierung ist, dank des extrovertierten Schauspiels der Darsteller, unterhaltsam, zieht sich aber gegen Ende in die L\u00e4nge. Es fehlen die komischen Einf\u00e4lle der Opera buffa. Nichts destotrotz ein aufbauender Opernabend mit vielen sch\u00f6nen Momenten.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild von: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Andreea Soare (Gr\u00e4fin Almaviva) und Bo Skovhus (Graf Almaviva)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Wolfgang A. 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