{"id":7133,"date":"2017-05-21T11:42:07","date_gmt":"2017-05-21T10:42:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7133"},"modified":"2017-05-22T04:09:12","modified_gmt":"2017-05-22T03:09:12","slug":"eugen-onegin-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7133","title":{"rendered":"Eugen Onegin \u2013 Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter Iljitsch Tschaikowski, Lyrische Szenen in drei Akten (sieben Bildern), Text: Konstantin Schilowski und der Komponist nach Alexander Puschkin, UA: 29. M\u00e4rz 1879, Moskau, Theater Maly<\/p>\n<p>Regie: Willy Decker, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Wolfgang Gussmann, Licht: Hans Toelstede, Choreographie: Athol Farmer<\/p>\n<p>Dirigent: Edward Gardner, Orchester und Chor der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Elena Zaremba (Larina), Anna Netrebko (Tatiana), Varduhi Abrahamyan (Olga), Hanna Schwarz (Filipjewna), Peter Mattei (Eugen Onegin), Pavel \u010cernoch (Lenski), Alexander Tsymbalyuk (F\u00fcrst Gremin), R\u00e1ul Gim\u00e9nez (Monsieur Triquet), Vadim Artamonov (Zaretski) Olivier Ayault (Der Leutnant), Grzegorz Staskiewicz (Solotenor)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. Mai 2017<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Eugene-Oneguine-small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7134\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Eugene-Oneguine-small.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Eugene-Oneguine-small.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Eugene-Oneguine-small-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Bei einem Besuch auf dem Landgut seiner Verlobten Olga bringt Lenski, den blasierten, weltgewandten Dandy Eugen Onegin mit. Olgas Schwester, Tatiana, die in der Abgeschiedenheit der l\u00e4ndlichen Weite ihre Jungm\u00e4dchentr\u00e4ume tr\u00e4umt, sieht in dem Neuank\u00f6mmling ihre Idealgestalt und gesteht ihm brieflich ihre Liebe. Doch bei einem Stelldichein weist Eugen Onegin sie kalt und verletzend zur\u00fcck. Er teile nicht ihre Ideale und f\u00fcr die Ehe sei er nicht geschaffen. F\u00fcr Tatiana bricht eine Welt zusammen. Bei dem darauffolgenden Fest tanzt und flirtet Eugen Onegin herausfordernd mit Olga. Es kommt zum Streit und schliesslich zum Duell zwischen ihm und seinem Freund Lenski. Letzterer wird t\u00f6dlich getroffen. Jahre sp\u00e4ter, nach langen, unbefriedigenden Reisen im Ausland, kehrt Eugen Onegin gelangweilt nach Russland zur\u00fcck und trifft bei einem Ball im Palais des F\u00fcrsten Gremin in Sankt Petersburg die inzwischen gereifte Tatiana als hoheitsvolle Gemahlin des F\u00fcrsten wieder. Diesmal entflammt seine Leidenschaft f\u00fcr sie. Doch Tatiana, obwohl sie glaubt, ihn immer noch zu lieben, weist ihn zur\u00fcck, das Schicksal habe sie nun einem anderen anvertraut, dem sie immer treu sein werde. Eugen Onegin bleibt verzweifelt und allein zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>In Willy Deckers Inszenierung geben die Farben seiner geometrischen Grossfl\u00e4chen, gepaart mit einer gut abgestimmten Beleuchtung den Grundton an: helles Ocker und viel Licht f\u00fcr die Sommerszenen mit dem Ausblick auf ein weites Land; grauweiss und schwarz bei dunkler Beleuchtung f\u00fcr die winterliche Felsenschlucht der Duellszene und f\u00fcr den Ballsaal, in dem die Schatten des Riesen-Empire-Kronleuchters nach unter wie einen Mosaikfussboden projizieren. Als Mobiliar nur einige einfache St\u00fchle, Tische und ein Sofa. Die Kost\u00fcme sind der Zeit des 19. Jahrhunderts angepasst, l\u00e4ndlich einfach im 1. und 2. Akt. In der Ballszene tragen die Herren Frack, die Damen schwarze lange Abendkleider.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Es ist bekannt, dass sich Tschaikowski die Darstellerin der Tatiana <em>scheu, keusch und doch von Leidenschaft verzehrt<\/em> gew\u00fcnscht hat. Doch es ist unwahrscheinlich, dass er deswegen diese Interpretation verschm\u00e4ht h\u00e4tte. <strong>Anna Netrebko<\/strong> ist nicht wirklich scheu, sie sch\u00f6pft von Anfang an aus dem Vollen ihrer bewundernswerten Technik und aus den unglaublich reichen Registern ihrer Stimme, sowie aus ihrem schauspielerischen Temperament. Hier ist sie, in ihrem ureigensten Element, hinrei\u00dfend, viel mehr als in der Rolle der Leonora in Verdis <em>Il Trovatore<\/em> auf derselben B\u00fchne im vergangenen Jahr. So wird auch die Briefszene <em>und w\u00e4r\u2019s mein Untergang<\/em> (1. Akt, 9. Szene) sogleich ein st\u00e4ndig wechselnder Orkan der Leidenschaft, der Hoffnung, des Gl\u00fccks, der Liebe, des Zweifels und der \u00c4ngste. Ein aussergew\u00f6hnlich starkes B\u00fchnenerlebnis! Und nach atemloser Stille, donnernder, anhaltender Applaus! <strong>Peter Mattei<\/strong> als Eugen Onegin ist mit warmem, sehr klangvoll timbriertem Bariton ein durchaus ebenb\u00fcrtiger Partner, Onegins Klage \u00fcber die Leere seines Lebens zu Beginn des 3. Akts sehr eindrucksvoll. \u00a0<strong>Varduhi Abrahamyan<\/strong> verk\u00f6rpert sehr beweglich, mit dunkler Stimme die quirlige Olga und <strong>Elena Zaremba<\/strong> ist Madame Larina, die w\u00fcrdige Mutter und Herrin des Hauses. Fast unheilverk\u00fcndend klingt manchmal die hohle Tiefe von <strong>Hanna Schwarz<\/strong>\u2018 Mezzo in ihrer Rolle als Amme. <strong>Pavel <\/strong><strong>\u010cernoch<\/strong> ist vielleicht indisponiert, er \u00fcberzeugt nicht wirklich als Lenski. Dagegen sang <strong>Alexander Tsymbalyuk,<\/strong> im 3. Akt, nuanciert und ausdrucksstark mit tiefem orgelndem Bass das Lied seiner Liebe zu Tatiana. Alle Nebenrollen und ein gut einstudierter Chor f\u00fcgten sich wohl in das ausgezeichnete Ensemble ein. <strong>Edward Gadner<\/strong> dirigierte beherrscht Soli, Chor und Orchester.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung Willy Deckers ist \u00fcber 20 Jahre alt, aber immer noch sehenswert <em>(restriction de budget oblige!)<\/em>. Die Besetzung ist, von den angef\u00fchrten M\u00e4ngeln abgesehen,\u00a0 ausgezeichnet. Ein sehr erfreulicher Abend!<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<br \/>\nBild: Guergana Damianova<br \/>\nDas Bild zeigt Anna Netrebko (Tatiana) und Peter Mattei (Eugen Onegin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Inszenierung Willy Deckers ist \u00fcber 20 Jahre alt, aber immer noch sehenswert (restriction de budget oblige!). 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