{"id":7124,"date":"2017-05-02T21:43:07","date_gmt":"2017-05-02T20:43:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7124"},"modified":"2017-05-03T21:47:42","modified_gmt":"2017-05-03T20:47:42","slug":"turandot-cottbus-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7124","title":{"rendered":"TURANDOT &#8211; Cottbus, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Lyrisches Drama in drei Akten, Finale erg\u00e4nzt von Franco Alfano, Libretto: Giuseppe Adami u. Renato Simoni, UA: 25. April 1926 Mailand, Teatro alla Scala<br \/>\nRegie: Martin Sch\u00fcler, B\u00fchne: Walter Sch\u00fctze, Kost\u00fcme: Nicole Lorenz, Choreinstudierung: Christian M\u00f6bius, Dramaturgie: Carola B\u00f6hnisch<br \/>\nDirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Opernchor, Extrachor, Kinder- u. Jugendchor des Staatstheaters<br \/>\nSolisten: Soojin Moon (Turandot), Max Ruda (Altoum), Ulrich Schneider (Timur), Martin Shalita (Calaf), Debra Stanley (Li\u00f9), Heiko Walter (Ping), Hardy Brachmann (Pang), Dirk Kleinke (Pong), Andreas J\u00e4pel (Ein Mandarin)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. April 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Cottbus-Turandot.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7125\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Cottbus-Turandot.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Cottbus-Turandot.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Cottbus-Turandot-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Prinzessin Turandot ist f\u00fcr ihre Grausamkeit ber\u00fcchtigt. Zahlreiche Werber hat sie bereits k\u00f6pfen lassen, da sie ihre drei R\u00e4tsel nicht l\u00f6sen konnten. Wem es gel\u00e4nge, der w\u00fcrde sie zur Frau nehmen k\u00f6nnen. Als Calaf die Prinzessin erblickt, verliebt er sich sofort in sie. Obwohl die Minister und selbst der Kaiser ihn davon abbringen wollen, stellt er sich den drei R\u00e4tseln \u2013 und l\u00f6st sie. Doch die Prinzessin widersetzt sich dem Gewinner. Da Calaf sie nur durch Liebe erringen will, gibt er Turandot die M\u00f6glichkeit, ihn t\u00f6ten zu lassen wenn sie bis zum n\u00e4chsten Morgen seinen Namen erriete. Der Prinzessin gelingt es nicht, und so nennt Calaf ihr seinen Namen, damit sich ihr ausliefernd. Doch statt ihn zu t\u00f6ten, ergibt sich Turandot in Liebe zu Calaf, und sie sind vereint.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung vereint in B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen historisierende Ausstattungselemente und Versatzst\u00fccke aus der Entstehungszeit der Oper. So ist neben einem angedeuteten Drachentor des ersten Aktes, einer Lampion Szene und einem gro\u00dfdimensionalen Mond-Gong auch das B\u00fcro der Minister mit zahlreichen Aktenordnern zu sehen. Ein zentrales Element bildet die Drehb\u00fchne, die sowohl als Auftrittselement des Volkes in den Massenszenen, als auch f\u00fcr die Agitationsrede als neuer Herrscher in der Schlu\u00dfszene verwendet wird.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester <\/strong><\/p>\n<p><strong>Soojin Moon<\/strong> (Turandot), beherrscht das Spiel perfekt, die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Ihre b\u00fchnenbeherrschende Pr\u00e4senz, welche die eiskalte Abgr\u00fcndigkeit der Turandot greifbar werden l\u00e4\u00dft, erreicht ihre fulminante Steigerung durch ihren Gesang. Mit den ersten gesungenen, kristallklar aufscheinenden T\u00f6nen, durchstr\u00f6mt eine Aura funkelnden Glanzes des Saals, der voller Leichtigkeit und m\u00fchelos im Druckaufbau gl\u00e4nzenden Stahl und gl\u00fchende Sonne verhei\u00dft. Ihr <em>in questa reggia<\/em> ger\u00e4t so zu einer aufwallend mitrei\u00dfenden Arie schillerndster Stimmvariabilit\u00e4t. <strong>Martin Shalita<\/strong> ist dazu gesangstechnisch ein Calaf wie aus dem Bilderbuch. In den Duetten mit Soojin Moon brennt sich sein stimmliches Feuer tief in das Bewu\u00dftsein des Zuh\u00f6rers ein. Dazu f\u00fchrt Shalitas blendend aufscheinender, klar gef\u00fchrter Tenor mit breit angelegter F\u00fclle die Arie <em>nessun dorma<\/em> spannungsreich hin zum strahlend herausziselierten und mit enormem Druckhaltungsverm\u00f6gen, g\u00e4nzlich ohne Flattern oder fahles Auslaufen, gestandenen <em>vincer\u00f3<\/em>. Stimmliche Freude bereitet auch der Auftritt von <strong>Debra Stanley<\/strong> als Li\u00f9. Ihr wendiger Sopran, der voller lyrischer Klangfarben die volle Bandbreite getragener hoher T\u00f6ne in gediegenster Ma\u00dfe aufscheinen l\u00e4\u00dft, bezeugt ihren breit aufgestellten und stets auf den Punkt ausbalancierten Stimmumfang, der in ihren Arien bravour\u00f6s vorgetragen wird.<br \/>\nEin gro\u00dfes Vergn\u00fcgen bereiten auch <strong>Heiko Walter, Hardy, Brachmann<\/strong> und <strong>Dirk Kleine<\/strong> als drei Minister. Ihr Spiel voll kom\u00f6diantischen Talentes ist k\u00f6stlich anzusehen und ihr Gesang, herrlich austariert zwischen \u00fcberzeichnetem Timbre und blendender Strahlkraft, rei\u00dfen vom ersten Augenblick an mit. <strong>Max Ruda<\/strong> \u00fcberzeugt zudem mit fahl gebrochener Stimme als alternder Kaiser, ohne dabei in karikierende Gefilde abzugleiten. <strong>Evan Christ<\/strong> und das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> des Staatstheaters Cottbus lassen einen schillernd sublimen Klangfarbenrausch erbl\u00fchen, der die volle Tiefenwirkung des Werkes zwischen wuchtig monumentaler H\u00f6hepunkte und verkl\u00e4rt somnambuler Finesse, zwischen Verismo und Impressionismus, eindrucksvoll hervorhebt. Exzellent aufgestellt und absolut bravour\u00f6s aufeinander abgestimmt sind zudem die <strong>Ch\u00f6re<\/strong> des Staatstheaters Cottbus, die den Zuschauer sowohl in den Tutti, als auch in den lyrischen Passagen in scheinbar andere Sph\u00e4ren entf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>So wie in der Auff\u00fchrung des Staatstheaters Cottbus mu\u00df Puccini sein \u2013 aufw\u00fchlend und mitrei\u00dfend im Breitwandformat, so da\u00df einem das Herz bis zur Kehle herauf schl\u00e4gt! \u2013 Die zwischen Historismus und moderner, mit technischen Finessen versehener, pendelnde Interpretation in der Inszenierung unter <strong>Martin Sch\u00fcler<\/strong>, erzeugt einen mitrei\u00dfenden Spannungsbogen, der genug Spielraum f\u00fcr die Protagonisten l\u00e4\u00dft. In idealer Weise bis hin zu den Nebenrollen, wurden die Darsteller besetzt. Wenn Soojin Moon als Turandot und Martin Shalita als Calaf zusammen die B\u00fchne beherrschen, dann hebt es einen f\u00f6rmlich aus den Sitzen. Dazu der herrlich aufspielende Klangk\u00f6rper des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters Cottbus unter Evan Christ und die Ch\u00f6re des Staatstheaters Cottbus mit Referenzqualit\u00e4t. Ein herrlicher und \u00fcberaus gelungener Abend, der mit nicht enden wollenden stehenden Ovationen bedacht wurde! Bravo!!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Soojin Moon (Turandot) und Martin Shalita (Calaf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Lyrisches Drama in drei Akten, Finale erg\u00e4nzt von Franco Alfano, Libretto: Giuseppe Adami u. Renato Simoni, UA: 25. 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