{"id":711,"date":"2009-06-07T16:41:36","date_gmt":"2009-06-07T14:41:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=711"},"modified":"2010-03-21T23:42:53","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:53","slug":"halle-opernhaus-handel-festspiele-il-floridante","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=711","title":{"rendered":"Halle, Opernhaus\/ H\u00e4ndel-Festspiele &#8211; IL FLORIDANTE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel, Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Paolo Antonio Rolli, UA: 9. Dezember 1721, King\u2019s Theatre Haymarket, London<br \/>\nRegie: Vincent Boussard, B\u00fchnenbild: Vincent Lemaire, Kost\u00fcme: St\u00e9phanie Zani, Video: Anke Tornow<br \/>\nDirigent: Christopher Molds, H\u00e4ndelfestspielorchester Halle auf historischen Instrumenten<br \/>\nSolisten: Mariselle Martinez (Floridante), Elin Rombo (Timante), Raimund Nolte (Oronte), Ki-Hyun Park (Coralbo), Virpi R\u00e4is\u00e4nen (Elmira), Sonya Yoncheva (Rossane)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. Juni 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"halle-floridante.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/halle-floridante.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"halle-floridante.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/halle-floridante.jpg\" \/><\/a>Floridante, Prinz von Thrakien, kehrt als Feldherr des persischen Heeres nach gewonnener Schlacht, an den Hof Orontes, K\u00f6nig von Persien, zur\u00fcck. Des K\u00f6nigs T\u00f6chter Elmira und Rossane erwarten den Helden mit ungeduldiger Vorfreude, denn der Vater versprach Floridante und Elmira die Hochzeit. Rossane wartet auf Nachricht ihres Verlobten Timante, Prinz von Tyrus, welcher sich als Sklave verkleidet unter den Gefangenen versteckt. Unerwartet \u00fcberbringt Coralbo Floridante den k\u00f6niglichen Befehl, sofort die F\u00fchrung des Heeres abzugeben und das Land zu verlassen. Die T\u00f6chter versuchen, den Vater umzustimmen, aber dieser bleibt hart. In einer ruhigen Minute gesteht Oronte Elmira seine Liebe; er will sie selbst zur Frau nehmen. Diese, entsetzt \u00fcber den vermeintlichen Inzest, weist ihn entschieden zur\u00fcck. Oronte erz\u00e4hlt ihr, sie sei gar nicht seine leibliche Tochter, sondern die einzige Thronfolgerin des vorherigen Herrschers. Timante offenbart Floridante seine wahre Identit\u00e4t und bietet seine Hilfe an. Rossane und Timante gestehen sich ihre gegenseitige Liebe. Elmira versteckt Floridante als Mohr verkleidet im Palast, doch werden beide von Oronte entdeckt und in den Kerker geworfen. Der Tyrann bietet Elmira die Wahl zwischen Thron oder Tod, aber ihre Liebe zu Floridante ist st\u00e4rker. Coralbo erkl\u00e4rt ihr, da\u00df das Volk immer noch dem alten Herrscher und dessen verloren geglaubten Tochter die Treue h\u00e4lt. Zusammen mit Timante zettelt er einen Aufstand an, wodurch Oronte vom Thron vertrieben wird. Elmira kr\u00f6nt Floridante zum rechtm\u00e4\u00dfigen Herrscher.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nNoch w\u00e4hrend sich das Auditorium mit G\u00e4sten f\u00fcllt, kann man auf der schr\u00e4g nach hinten zulaufenden B\u00fchne Oronte mit seinen T\u00f6chtern beim Speisen beobachten. Zus\u00e4tzlich von einer Kamera gefilmt und gleichzeitig auf einen Teil der Glaswand projiziert, die die gesamte Szene umgibt, spiegelt sich die Szene dank des Lichtes zweifach. Im weiteren Verlauf der Oper werden Tisch sowie St\u00fchle zu den wichtigsten Requisiten umfunktioniert. So dient der nun hochkant aufgestellte, ovale Tisch mit seiner spiegelglatten, schwarzen Oberfl\u00e4che in der Verkleidungsszene Floridantes z.B. als Spiegel. Die Protagonisten sitzen oder liegen darauf, verstecken sich darunter oder nutzen sie als imagin\u00e4re Grenzen. Farbliche Kontraste zu der schlichten, nur durch Lichtstimmungen variierenden Glasbaukonstruktion als moderne Variante eines persischen Palastes und den durchgehend schwarzen M\u00f6beln, bieten einige rote Rosen sowie Erdbeeren, mit denen sich Rossane und Timante liebevoll neckend gegenseitig bewerfen. Die ebenso schlichten Kost\u00fcme bilden eine Mischung aus historisch-barock angehauchten und modern-zeitgen\u00f6ssischen Elementen. So erscheint zum Beispiel Elmira w\u00e4hrend Orontes Herrschaft im schlichten wei\u00dfen Korsagenkleid, pr\u00e4sentiert sich aber ihrem Volk zum Schlu\u00df im eng taillierten dunkelblauen Blazer mit dazu passender R\u00f6hrenjeans.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas vorwiegend junge Ensemble erf\u00fcllt das Intrigenspiel durch frisches Auftreten und Freude am kunstvollen Gesang mit purer Lebensenergie. <strong>Mariselle Martinez<\/strong> (Floridante) verleiht ihrer Hosenrolle heroische M\u00e4nnlichkeit. Besonders in den langsamen Ariosi zeigt sie ihr stimmliches K\u00f6nnen. Ruhig flie\u00dfende T\u00f6ne langer Legatob\u00f6gen stellte sie in Kontrast zu spritzigen, aber exakt pointierten Koloraturen. <strong>Elin Rombo<\/strong> gab Timante jugendlich-m\u00e4nnlichen Charme und verschmolz regelrecht mit ihrer Rolle. In all ihren Arien, aber vor allem in dem kurzen <em>Amor commanda, onore invita \u2013 Amor befiehlt mir<\/em>, <em>mich ruft die Ehre<\/em> zeigte ihr kraftvoller Sopran sowohl schwungvolle als auch konkrete Koloraturen. Eher entt\u00e4uschend hingegen war <strong>Virpi R\u00e4is\u00e4nen<\/strong> als Elmira. Ihr engagiertes Spiel half nicht \u00fcber den Makel einer zu schwachen Stimme hinweg, welche trotz direkter Plazierung an der Rampe selten \u00fcber das von Dirigent <strong>Christopher Molds<\/strong> differenziert gef\u00fchrte <strong>H\u00e4ndelfestspielorchester Halle<\/strong> hinwegtrug. Ihre Koloraturen wirkten angestrengt und ungenau. <strong>Sonya Yoncheva<\/strong> verlieh ihrer Rossane eine naive-liebliche Note. Ihr kraftvoller Mezzo bildete ein perfektes Pendant zu Elin Rombos\u2019 Stimme. <strong>Raimund Nolte<\/strong> und <strong>Ki-Hyun Park<\/strong> als einzige M\u00e4nnerstimmen rundeten das Ensemble sowohl stimmlich als auch darstellerisch ab.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie vom Regieteam geschaffenen m\u00e4rchenhaft-lichten, poetischen Bilder und Kost\u00fcme in Kombination mit dem Klanggeschehen, historische Instrumente und junge, kraftvolle Stimmen, verwandelt die H\u00e4ndeloper in ein zeitlos g\u00fcltiges Geschehen. Dieser gleichzeitig durchdachte und unterhaltsame Opernabend zeigt beim Applaus jedoch ein gespaltenes Publikum.<\/p>\n<p>Josephin Wietschel<br \/>\nBild: Gert Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Sonya Yoncheva (Rossane) erblickt zum ersten Mal Elin Rombo (Timante), w\u00e4hrend sich Virpi R\u00e4is\u00e4nen (Elmira) und Mariselle Martinez (Floridante)freudig begr\u00fc\u00dfen nach der Heimkehr des siegreichen Feldherrn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel, Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Paolo Antonio Rolli, UA: 9. 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