{"id":7100,"date":"2017-04-04T11:52:19","date_gmt":"2017-04-04T10:52:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7100"},"modified":"2017-04-04T11:52:19","modified_gmt":"2017-04-04T10:52:19","slug":"turandot-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7100","title":{"rendered":"TURANDOT &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni UA: 25. April 1926 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Lydia Steier, B\u00fchne: fettFilm, Kost\u00fcme: Ursula Kudrna<\/p>\n<p>Dirigent: Claude Schnitzler und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Catherine Foster (Turandot), Alexander Fedim (Altoum), Mika Kares (Timur), Martin Muehle (Calaf), Guanqun Yu (Li\u00f9), Wolfgang Stefan Schwaiger (Ping), John Heuzenroeder (Pang), Martin Koch (Pong), Michael Mrosek (Ein Mandarin)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. April.2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/K\u00f6ln-Turandot_28.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7101\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/K\u00f6ln-Turandot_28.png\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"540\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/K\u00f6ln-Turandot_28.png 359w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/K\u00f6ln-Turandot_28-199x300.png 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die chinesische Prinzessin Turandot darf nur der Mann heiraten, der drei R\u00e4tsel l\u00f6sen kann. Alle die daran scheitern, werden hingerichtet. Calaf ist in Turandot verliebt und will sein Gl\u00fcck versuchen. Er kann alle R\u00e4tsel l\u00f6sen, aber Turandot weigert sich dennoch ihn zu heiraten. Calaf stellt sie auf die Probe: wenn sie seinen Namen bis zum Morgengrauen herausfindet, darf sie ihn hinrichten lassen. Turandot l\u00e4\u00dft Calafs Vater Timur und Li\u00f9, seine Sklavin, ausfindig machen und foltert Li\u00f9, um den Namen heraus zu bekommen. Doch diese bleibt aus Liebe zu Calaf standhaft und bringt sich selbst um. Calaf klagt Turandot f\u00fcr ihre Grausamkeit an und nennt ihr seinen Namen. Turandot l\u00e4\u00dft sich endlich erweichen und gesteht ihm ihre Liebe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber der B\u00fchne ist in gro\u00dfen Leuchtbuchstaben das Wort KINO zu lesen. Sp\u00e4ter werden die Buchstaben PE dazu geschoben, so da\u00df PEKINO, die italienische Variante \u201ePeking\u201c zu lesen ist. Unter diesem Motto pr\u00e4sentiert sich das B\u00fchnenbild, das an einen bunten Kinofilmstreifen mit vielen Effekten erinnert.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst tritt das chinesische Volk zwischen den Gitterst\u00e4ben der B\u00fchnenkonstruktion auf, dann werden von der Seite Platten eingefahren, die die eigentliche B\u00fchne bilden. Sowohl die Kost\u00fcme, mit traditionellen chinesischen Gew\u00e4ndern, schwarzen Per\u00fccken und wei\u00df geschminkten Gesichtern, als auch die Requisiten mit goldenen Drachen und \u00fcbergro\u00dfen Folterinstrumenten, sind sehr plakativ. Turandot tr\u00e4gt ein lilafarbenes Kleid mit einem riesigen Reifrock, Calaf hat lange schwarze Haare und eine orientalische Pumphose. Die Brutalit\u00e4t der Oper wird durch gewaltsame Szenen, in denen beispielsweise Finger und H\u00e4nde abgeschnitten werden, widergespiegelt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Claude Schnitzler<\/strong> dirigiert das Orchester und stimmt mit schweren Geigenakkorden in die Oper ein. <strong>Michael Mrosek<\/strong> (Ein Mandarin) verk\u00fcndet den Eid, den Turandot geschworen hat. Dabei sorgt sein klarer Bariton, den er sehr erz\u00e4hlend und gleichm\u00e4\u00dfig im Mezzoforte einsetzt, f\u00fcr eine verhei\u00dfungsvolle Atmosph\u00e4re. <strong>Mika Kares<\/strong> (Timur) tritt mit Blindenbinde \u00fcber den Augen auf und \u00fcberzeugt in seiner Rolle durch einen dunklen, sehr sonoren Bass, der die Sorgen des Vaters gut hervorhebt. Die Paraderollen werden von <strong>Martin Muehle<\/strong> (Calaf) und <strong>Catherine Foster<\/strong> (Turandot) sehr emotional und mit hoher gesanglicher Kunst gegeben. Beide verf\u00fcgen \u00fcber sehr metallische Stimmen, die in der H\u00f6he wahre H\u00f6chstleistungen zeigen. Allen voran ist <strong>Martin Muehle <\/strong>zu nennen, der mit seinem strahlenden Tenor, warmem Timbre mit viel Volumen f\u00fcr sich einnimmt. Das geschmeidige An- und Abschwellen seiner Stimme setzt er sehr gekonnt ein. Auf ihm lastet die gro\u00dfe B\u00fcrde, die ber\u00fchmte Arie <em>nessun dorma \u2013 niemand schl\u00e4ft <\/em>wiederzugeben. Doch diesem Druck h\u00e4lt er stand und singt die Arie gef\u00fchlvoll und mit gro\u00dfer Pr\u00e4zision. Den Spitzenton h\u00e4lt er festun gibt seiner Stimme etwas Majest\u00e4tisches.<\/p>\n<p><strong>Catherine Foster<\/strong> setzt ihren, k\u00fchlen, aber eindringlichen Sopran gef\u00fchlvoll ein und l\u00e4\u00dft ihn in der H\u00f6he volumin\u00f6s anschwellen. Besonders die Arie <em>O Principi, che a lunghe carovane \u2013 Oh Prinzen, die ihr mit langen Karawanen herkommt <\/em>singt sie mit Inbrunst in der Stimme und betont ihre Unabh\u00e4ngigkeit in der Phrase n<em>iemand wird mich je besitzen<\/em>. Ein weiterer H\u00f6hepunkt ist <strong>Guanqun Yu <\/strong>(Li\u00f9), die besonders in den leisen Partien mit ihrem eleganten Sopran f\u00fcr wundersch\u00f6ne Momente sorgt. Im sotto voce haucht sie mit perfektem Stimmschlu\u00df die hohen T\u00f6ne und alles kommt dabei sehr zart und zerbrechlich ans Ohr. Ebenfalls erw\u00e4hnenswert sind <strong>Stefan Schwaiger<\/strong> (Ping), <strong>John Heuzenroeder<\/strong> (Pang) und <strong>Martin Koch<\/strong> (Pong), die in ihren Rollen f\u00fcr kom\u00f6diantische Akzente sorgen und stimmlich besonders im Terzett <em>O Cina, o Cina \u2013 Oh China, oh China <\/em>f\u00fcr ein harmonisches Ensemble sorgen. Zuletzt sei die hervorragende Leistung des <strong>Chores<\/strong> erw\u00e4hnt, der eine wundersch\u00f6ne Atmosph\u00e4re auf die B\u00fchne zaubert und sehr synchron singt. Zum kr\u00f6nenden Abschlu\u00df schmettern die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen die Akkorde im Fortissimo heraus.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Spannend und mitrei\u00dfend ist die Auff\u00fchrung bis zum letzten Atemzug. Sowohl f\u00fcr Ohr als auch f\u00fcrs Auge bringt die K\u00f6lner Inszenierung einiges zustande und bleibt dabei dem Puccini-Stil treu \u2013 das ist nicht zuletzt auch dem hervorragend Dirigat von Claude Schnitzler Orchester zu verdanken. Allen voran ist es die exzellente Darbietung von Martin Muehle, die im Ged\u00e4chtnis bleibt und zu Tr\u00e4nen r\u00fchrt. Daf\u00fcr spendet das Publikum einen besonderen Applaus genauso wir f\u00fcr Catherine Foster und Guanqun Yu. Ein sch\u00f6ner Opernabend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Catherine Foster (Turandot) und Martin Muehle (Calaf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in drei Akten, Libretto: Giuseppe Adami, Renato Simoni UA: 25. 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