{"id":7092,"date":"2017-03-27T15:02:47","date_gmt":"2017-03-27T14:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7092"},"modified":"2017-03-27T19:53:02","modified_gmt":"2017-03-27T18:53:02","slug":"la-gioconda-malmoe-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7092","title":{"rendered":"LA GIOCONDA &#8211; Malm\u00f6, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Amilcare Ponchielli (1834-1886), Oper in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito unter dem Pseudonym: Tobia Gorrio, nach dem Drama Angelo, tyran de Padoue von Victor Hugo, UA: 8. April 1876 Mailand, Teatro alla Scala, Endfassung: 1879 Genua, hier gespielt<\/p>\n<p>Regie: Staffan Valdemar Holm, B\u00fchne\/Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Choreographie: Tim Matiakis<\/p>\n<p>Dirigent: Alberto Hold-Garrido, Orchester und Chor und Kinderchor der Oper Malm\u00f6, Einstudierung: Andr\u00e9 Kellinghaus und Kristina W. Svensson<\/p>\n<p>Solisten: Elena Mikhailenko (Gioconda), Maria Streijffert (die Blinde), G\u00e9raldine Chauvet (Laura Adorno), Paulo Ferreira (Enzo Grimaldo), Insung Sim (Alvise Bado\u00e8ro), Fredrik Zetterstr\u00f6m (Barnab\u00e1) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. M\u00e4rz 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Malm\u00f6-Gioconda.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7093\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Malm\u00f6-Gioconda.jpg\" alt=\"\" width=\"651\" height=\"367\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Malm\u00f6-Gioconda.jpg 651w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Malm\u00f6-Gioconda-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Karnevals in Venedig findet Enzo, ein Genueser F\u00fcrst, der um sein Land gebracht wurde und sich als Seemann durchschl\u00e4gt, seine Jugendliebe Laura wieder, die mit Alvise verheiratet ist. Die S\u00e4ngerin Gioconda liebt Enzo und wehrt sich gegen die Ann\u00e4herungsversuche des Spions Barnaba. Als der einsieht, da\u00df er sie auf friedlichem Wege nicht gewinnen kann, klagt er ihre Mutter, die Blinde, der Hexerei an. Ihr Leben wird durch das Einschreiten Lauras gerettet. Deswegen f\u00fchlt sich Gioconda ihr verpflichtet. Doch sie ger\u00e4t mit ihr in einem Streit um Enzo aneinander. Schlie\u00dflich verzichtet sie auf ihn. Alvise hat durch Barnaba mittlerweile erfahren, da\u00df seine Frau Laura mit Enzo zu fliehen gedenkt. Er zwingt sie dazu, sich zu vergiften, doch gelingt es Gioconda, das Gift gegen einen Schlaftrunk auszutauschen. Als Enzo erf\u00e4hrt, da\u00df Laura tot sei, gibt er seine wahre Identit\u00e4t zu erkennen und wird verhaftet. Gioconda \u00fcberredet Barnaba, ihn freizulassen und bietet ihm als Gegenleistung ihren K\u00f6rper an. Barnaba willigt ein und Enzo und die aus ihrem Schlaf erwachte Laura k\u00f6nnen fliehen. Bevor Barnaba sich jedoch an Gioconda vergehen kann, nimmt sie sich das Leben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild ist in allen vier Akten karg und der Raum f\u00fcr die S\u00e4nger durch W\u00e4nde \u00fcber die gesamte H\u00f6he und Breite der B\u00fchne auf den Bereich an der Rampe eingeengt. Das hat zwar eine gewisse Stereotypie der Personenregie zur Folge, ist aber vom Akustischen her vorteilhaft, weil die Solisten und Choristen so stets klanglich \u00fcber dem Orchester stehen. Es dominieren Schwarz, Wei\u00df und Grau bis auf den dritten Akt, bei dem die Wand im Hintergrund und die Kost\u00fcme der S\u00e4ngerinnen in Gold gehalten sind. Dar\u00fcberhinaus gibt es keine Farbakzente.<\/p>\n<p>Der Tanz der Stunden im dritten Akt wird von zwei klassischen Ballett\u00e4nzern (Susanne Grinder und Ulrik Birkkj\u00e6er) dargeboten und die Personenregie h\u00e4lt sich an die Vorlage, versucht also nicht, eine eigene Geschichte zu erz\u00e4hlen. Die Kost\u00fcme sind zeitgen\u00f6ssisch-indifferent bis auf den zweiten Akt, in dem alle S\u00e4nger in einem Matrosenanzug aufzutreten haben, was im Publikum \u2013 vielleicht beabsichtigt \u2013 f\u00fcr Heiterkeit sorgte.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger <\/strong><strong>und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn der farbige und sichere Orchestersatz Ponchiellis diese Oper auszeichnet, liegt die Hauptlast der italienischen Tradition entsprechend auf den S\u00e4ngern; d.h. sie stehen musikalisch die ganze Zeit im Mittelpunkt. In diesem Punkt ist man in Malm\u00f6 kein Risiko eingegangen, denn alle Solisten dieser Produktion zeichnen sich durch ihr \u00fcberragendes, sehr kraftvolles Stimmaterial aus.<\/p>\n<p>An erster Stelle ist hier <strong>Paulo Ferreira<\/strong> als Enzo zu nennen. Sein \u00fcber das gesamte Register hinweg ungemein metallisches Timbre und seine Gesangstechnik mit ihrem schluchzenden, an Caruso erinnernden Ansatz entsprechen vollkommen dem, was man von einem italienischen Operntenor mit Spezialisierung auf das sp\u00e4tromantische Repertoire erwarten darf. Hinzu kommt ein anscheinend unverw\u00fcstliches Selbstbewu\u00dftsein.<\/p>\n<p><strong>G\u00e9raldine Chauvet <\/strong>als Laura verf\u00fcgt \u00fcber eine f\u00fcllige Tiefe und wei\u00df ihr Organ vor allem in den sprecherischen Passagen souver\u00e4n einzusetzen. Ihre Stimme hat \u00fcberhaupt keine Sch\u00e4rfen, die sich in den schnellen, lauten Ensembles ein wenig bei <strong>Elena Mikhailenko<\/strong> in der Titelrolle zeigen. Das ist aber auch der einzige Einwand, den man gegen ihre Leistung erheben kann, denn ihre rein solistischen Parts, insbesondere die Preghiera im letzten Akt, gelangen ihr tadellos. Sie waren klanglich homogen und dynamisch fein gestaltet. <strong>Fredrik Zetterstr\u00f6m <\/strong>(Barnab\u00e1) gibt musikalisch und darstellerisch einen gro\u00dfartigen Intriganten. Abschlie\u00dfend ist noch die rhythmische Pr\u00e4zision der <strong>Ch\u00f6re<\/strong>, die dynamisch und akzentuell reibungslos mit dem Orchester zusammenspielten, lobend hervorzuheben.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die skandinavische N\u00fcchternheit des B\u00fchnenbildes sollte nicht vom Besuch dieser Inszenierung abschrecken. Sie dient m.E. als Mittel zum Zweck, welcher ist, den Gesang buchst\u00e4blich in den Vordergrund zu r\u00fccken. Und gesungen wird an diesem Abend, da\u00df es eine Wonne ist. Den Zuh\u00f6rer erwarten eine musikalisch bis ins Detail durchgestaltete Einstudierung und ph\u00e4nomenale Stimmen.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Malin Arnesson<\/p>\n<p>Das bild zeigt: Fredrik Zetterstr\u00f6m (Barnaba) och Elena Mikhailenko (Gioconda)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Amilcare Ponchielli (1834-1886), Oper in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito unter dem Pseudonym: Tobia Gorrio, nach dem Drama Angelo, tyran de Padoue von Victor Hugo, UA: 8. 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