{"id":7071,"date":"2017-02-15T08:53:54","date_gmt":"2017-02-15T07:53:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7071"},"modified":"2025-10-10T17:39:27","modified_gmt":"2025-10-10T16:39:27","slug":"chorkonzert-koelner-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7071","title":{"rendered":"Chorkonzert &#8211; K\u00f6lner Philharmonie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Henry Purcell (1659-1695) Hail, bright Cecilia (1692) Z328, St. Cecilia&#8217;s Day, Ode f\u00fcr Soli, Chor und Orchester<\/p>\n<p>Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) Ode for St. Cecilia&#8217;s Day HWV 76, f\u00fcr Soli, Chor und Orchester<\/p>\n<p>Dirigent: Paul Kr\u00e4mer, <em>Concerto con Anima,<\/em> Konzertmeister: Ingeborg Scheerer<\/p>\n<p>Solisten:: Anja Petersen (Sopran), Kai Wessel (Altus), Markus Francke(Tenor), Erik Sohn, Ba\u00df<\/p>\n<p>Kart\u00e4userkantorei K\u00f6ln<\/p>\n<p>Konzertbesuch: 12. Februar 2017<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Stadt K\u00f6ln verf\u00fcgt \u00fcber eine sehr reichhaltige Chor-Szene. Viele dieser Ch\u00f6re sind nicht einmal professionell, was in keiner Weise abwertend gemeint ist, im Gegenteil. Die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen verdienen nicht hauptberuflich ihr Geld mit dem Chorgesang, und das hei\u00dft, da\u00df die Probenarbeit in der Freizeit stattfinden mu\u00df. Allein das verdient gr\u00f6\u00dfte Hochachtung, denn an Klangqualit\u00e4t und K\u00f6nnen stehen sie meist einem professionellen Chor in nichts nach.<\/p>\n<p>Dies hat die Kart\u00e4user-Kantorei in ihrem Konzert wieder einmal eindr\u00fccklich bewiesen. Zwei C\u00e4cilien-Oden standen auf dem Programm, eine interessante Gegen\u00fcberstellung. C\u00e4cilia ist die Schutzpatronin der Musik, insbesondere der Kirchenmusik, und seit Jahrhunderten wird der Tag ihres Ged\u00e4chtnisses (22. November) mit festlicher Musik begangen. Seit 1683 war es in England sogar \u00fcblich, zu diesem Tag eine Neukomposition vorzustellen, Textvorlage war meist John Drydens (1631-1700) <em>Song for St. Cecilia&#8217;s Day, <\/em>in dem die alles heilende und harmonisierende Wirkung der Musik gepriesen wird.<\/p>\n<p><strong>Purcell<\/strong> verwendete den Text in einer \u00dcberarbeitung von Nicholas Brady (1659-1726), H\u00e4ndel vertonte den Originaltext.<\/p>\n<p>Schon im Eingangschor zeigt der <strong>Chor<\/strong> seine gro\u00dfartigen F\u00e4higkeiten. Zu den Worten <em>Hail! Bright Cecilia <\/em>ert\u00f6nt ein auf- und abschwellendes Tutti, das perfekter nicht dargeboten werden kann. Dieser Eindruck bleibt kontinuierlich in allen Chorpassagen.<\/p>\n<p>Weniger \u00fcberzeugen konnten hingegen die Solisten, wobei Sopran und Tenor bei Purcell nur jeweils einen kurzen Einsatz haben. <strong>Eric Sohn<\/strong> (Ba\u00df) war einfach zu leise, er wurde vom Orchester schlicht \u00fcbert\u00f6nt. Dabei spielte das von der Konzertmeisterin Ingeborg Scheerer gegr\u00fcndete Ensemble <em>Concerto con Anima<\/em> keineswegs zu laut. Die Musiker spielen auf historischen Instrumenten und sind auf alte Musik spezialisiert. Sie bieten einen ausgewogenen sch\u00f6nen Klang, und der ausgezeichnete Dirigent und Leiter der Kart\u00e4user-Kantorei f\u00fchrte das Orchester sicher und einf\u00fchlsam. Entsprechend zum Text gab es verschiedene solistische Einlagen, die ebenfalls hervorragend gemeistert wurden.<\/p>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Gesangsanteil hat die Altstimme. Leider war auch <strong>Kai Wessel<\/strong> als Countertenor nicht \u00fcberzeugend. In tiefen Lagen wechselte er mehrmals ins Tenor-Register. Die Koloraturen sang er zwar sehr geschmeidig, aber insgesamt war auch seine Stimme nicht kr\u00e4ftig genug.<\/p>\n<p><strong>H\u00e4ndels<\/strong> Textvertonung sieht als Gesangssolisten nur Sopran und Tenor vor, und hier konnten Anja Petersen und Markus Francke brillieren.<\/p>\n<p>Nach einer Ouvert\u00fcre beginnt ein Tenor-Rezitativ mit einer Art Sch\u00f6pfungsgeschichte, der Chor f\u00e4llt, den Text aufgreifend ein. <strong>Markus Francke<\/strong> gestaltete den Text anschaulich und vor allem sehr gut verst\u00e4ndlich. In der vom Violoncello begleiteten folgenden Sopranarie setzte <strong>Anja Petersen<\/strong> ein erstes Highlight. Der Wohlklang war Labsal f\u00fcrs Ohr!<\/p>\n<p>Die folgende Arie f\u00fcr Tenor und Chor ist rhythmisch verzwickt, wurde aber perfekt dargeboten. Der Text mag heute befremdlich wirken <em>Voran! Auf den Feind! Auf, auf! Und es gibt kein Zur\u00fcck! <\/em>Die Umsetzung in Musik mit <em>double, double, double beat <\/em>zu kr\u00e4ftigem Paukenschlag ist gro\u00dfartig.<\/p>\n<p>Es wird gleich wieder vers\u00f6hnlicher mit dem sanften Klang der Fl\u00f6te, einer von Querfl\u00f6te, Laute und Harmonium begleiteten Sopranarie. Den letzten Glanzpunkt setzte Anja Petersen als Sopransolo im Schlu\u00dfchor. Ein a capella gesungener Satz des Soprans wird mit gro\u00dfem Chor- und Orchestereinsatz wiederholt und gipfelt in den Worten <em>the trumpet shall be heard on high. <\/em>Diese <em>high <\/em>h\u00e4lt der Sopran und die Trompete schl\u00e4ngelt sich an diesen hohen Ton heran und nach der Sch\u00f6pfungsgeschichte zu Beginn deutet der Dichter zum Schlu\u00df das J\u00fcngste Gericht an. Davon kann man nur begeistert sein, und das Publikum bedankte sich mit gro\u00dfem Beifall f\u00fcr alle Mitwirkenden.<\/p>\n<p>Dorothee Riesenk\u00f6nig<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Henry Purcell (1659-1695) Hail, bright Cecilia (1692) Z328, St. Cecilia&#8217;s Day, Ode f\u00fcr Soli, Chor und Orchester Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759) Ode for St. Cecilia&#8217;s Day HWV 76, f\u00fcr Soli, Chor und Orchester Dirigent: Paul Kr\u00e4mer, Concerto con Anima, Konzertmeister:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7071\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134],"tags":[],"class_list":["post-7071","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-featured"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7071","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7071"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7071\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8702,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7071\/revisions\/8702"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7071"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7071"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7071"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}