{"id":7054,"date":"2017-02-03T21:27:34","date_gmt":"2017-02-03T20:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7054"},"modified":"2017-03-09T21:29:53","modified_gmt":"2017-03-09T20:29:53","slug":"litaliana-in-algeri-die-italienerin-in-algier-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=7054","title":{"rendered":"L\u2019ITALIANA IN ALGERI \u2013 DIE ITALIENERIN IN ALGIER \u2013 N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini, Dramma giocoso per musica in zwei Akten, Libretto: Angelo Anelli, UA: Venedig 22. Mai 1813, Teatro di San Bernardino<\/p>\n<p>Regie und Choreographie: Laura Scozzi, B\u00fchne: Natacha Le Guen de Kerneizon, Kost\u00fcme: Tal Shacham<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, Staatsphilharmonie und Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Marcell Bakonyi (Mustaf\u00e0, Bey von Algier), Ina Yoshikawa (Elvira), Irina Maltseva (Zulma), Wonyong Kang (Haly), Martin Platz (Lindoro), Ida Aldrian (Isabella), Levent Bakirci (Taddeo), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Februar 2017<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/N\u00fcrnberg-Italienerin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7055\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/N\u00fcrnberg-Italienerin.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"453\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/N\u00fcrnberg-Italienerin.jpg 680w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/N\u00fcrnberg-Italienerin-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Mustaf\u00e0 will seine Frau Elvira loswerden: Er befiehlt dem italienischen Sklaven Lindoro sie zu heiraten. Aber Lindoro ist bereits an Isabella vergeben, die gerade von Piraten gefangengenommen wird. Sie soll Haremsdame von Mustaf\u00e0 werden. Zusammen mit ihrem Begleiter Taddeo \u00fcberlegt sich Isabella einen Fluchtplan. Sie manipuliert den Bey mit ihrem Charme, was ihr mit Leichtigkeit gelingt. Durch die Verleihung des Fantasieehrentitels <em>Pappataci<\/em> ist der Bey vollst\u00e4ndig abgelenkt. Wieder vereint fliehen Isabella und Lindoro zusammen mit Taddeo und den anderen italienischen Sklaven in ihre Heimat Italien. Mustaf\u00e0 kehrt zu seiner Gattin zur\u00fcck, die ihn trotz allem noch liebt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Laura Scozzi stellt wieder einmal eine einfallsreiche, aktionsreiche und perfekt choreographierte Handlung auf die B\u00fchne: wir befinden uns in der n\u00e4heren Zukunft. Europa ist pleite, die Italiener verdingen sich in Algier als Gastarbeiter. Sie arbeiten in passender Kleidung in diversen Dienstleistungsberufen, die Ankunft geht einher mit einer Pa\u00dfkontrolle. Mustafa Bey verlangt nach besonderen Dienstleistungen \u2013 was zu vielem Auftritten leicht bekleideter Damen als Bauchtanzgruppe oder Unterw\u00e4sche-Models f\u00fchrt \u2013 mit Handschellen, Dildos und Sadomaso-Utensilien. Isabella bem\u00fcht sich, dem Bey seine Gattin unterzujubeln, w\u00e4hrend ein (nicht im Libretto vorhandenes) Slapstick-Liebesp\u00e4rchen sich in Zeichentrickmanier immer wieder gegenseitig t\u00f6tet. Am Schlu\u00df pl\u00fcndert man den Safe, tauscht die P\u00e4sse gegen Drogen und der Bey wird wegen Schmuggels verhaftet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der auff\u00e4lligste S\u00e4nger des Abends ist<strong> Martin Platz<\/strong>, er singt sich mit seinem ausgepr\u00e4gten Charaktertenor in den Vordergrund. Er kann Lindoros bekannt schwierige italienische Arien ausdrucksvoll und klangvoll gestalten: <em>Languir per una bella<\/em> und <em>Oh come il cor di giubilo<\/em>. <strong>Ida Aldrian<\/strong> (Isabella) beklagt zun\u00e4chst mit trauriger Stimme ihr <em>hartes Schicksal \u2013 Cruda sorte,<\/em> steigert sich aber in eine wahre Euphorie mit sicheren Koloraturen, wenn sie sich f\u00fcr ihren Liebsten sch\u00f6n macht <em>per lui che adoro, <\/em>und \u00a0wenn sie bei der Vorstellung des Bay harte und hinterlistige T\u00f6ne anschl\u00e4gt: <em>Ohi! che muso, che figura!<\/em><\/p>\n<p><strong>Marcell Bakonyi<\/strong> macht hierbei zun\u00e4chst mit deutlich tiefensicherem Ba\u00df seine Abneigung gegen seine Gattin deutlich: <em>Serenate il mesto ciglio<\/em>, doch er findet noch zu einer vielschichtigeren Rollengestaltung des Mustaf\u00e0. <strong>Ina Yoshikawa<\/strong> als Elvira macht aus ihrer kleineren Rolle einer ins Abseits gedr\u00e4ngten Ehefrau ein kleiner Juwel. \u00dcberhaupt sind alle Nebenrollen stimmig besetzt, wie <strong>Levent Bakirci<\/strong> als Taddeo und <strong>Wonyong Kang<\/strong> als \u201eHerold\u201c Haly.<\/p>\n<p><strong>Guido Johannes Rumstadt<\/strong> sieht sich als idealer Unterst\u00fctzer der Solisten, sie k\u00f6nnen mit ihren Koloraturen und Gesangslinien gl\u00e4nzen und sich immer auf dem Orchester ausruhen. Die orchestralen Solostellen bleiben dagegen eher farblos, verbreiten wenig von Rossinis Spritzigkeit und gehen auch irgendwo in der Untermalung der \u00fcberaktionistischen Szenerie unter.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Zweieinhalb Stunden buntes Bewegungstheater in perfekter Choreographie. Dahinter tritt sogar die Musik Rossinis zur\u00fcck, trotz (oder wegen?) der etwas zur\u00fcckhaltenden Interpretation in N\u00fcrnberg. S\u00e4ngerisch ist die Produktion durchgehend herausragend besetzt, Martin Platz erh\u00e4lt f\u00fcr seine Tenor-Arien Szenenapplaus: Am Ende tobender Beifall des Publikums!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Levent Bakirci (Taddeo), li. , Marcell Bakonyi (Mustaf\u00e0), Ida Aldrian (Isabella), auf dem Bett, Martin Platz (Lindoro),re. Ina Yoshikawa (Elvira)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini, Dramma giocoso per musica in zwei Akten, Libretto: Angelo Anelli, UA: Venedig 22. 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