{"id":703,"date":"2009-06-08T22:54:55","date_gmt":"2009-06-08T20:54:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=703"},"modified":"2010-03-21T23:42:11","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:11","slug":"leipzig-oper-il-barbiere-di-siviglia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=703","title":{"rendered":"Leipzig, Oper &#8211; IL BARBIERE DI SIVIGLIA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville; UA: 20. Februar 1816, Rom<br \/>\nRegie: Claus Guth, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christian Schmidt<br \/>\nDirigent: Andreas Sch\u00fcller, Gewandhausorchester, Herrenchor der Oper Leipzig: S\u00f6ren Eckhoff<br \/>\nSolisten: Jos\u00e9 Manuel Zapata (Graf Almaviva), Marian Pop (Figaro), Donato di Stefano (Doktor Bartolo), Kathrin G\u00f6ring (Rosina), Roman Astakhov (Basilio), Wieland Lemke (Fiorillo), Jennifer Porto (Berta), Andreas Reinboth (Offizier) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. Juni 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/leipzig-barbier.jpg\" TITLE=\"leipzig-barbier.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/leipzig-barbier.jpg\" ALT=\"leipzig-barbier.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Graf Almaviva hat sich in Rosina, das M\u00fcndel von Doktor Bartolo, verliebt. Doch Bartolo h\u00fctet streng die Angebetete, denn er will sie, ein reiches Erbe im Blick, selber ehelichen. Der Barbier Figaro wei\u00df Rat. Figaro fungiert als vermittelnder Liebespostbote. Er quartiert Almaviva als Soldat Lindoro in Bartolos Haus ein. Er spielt den Betrunkenen, so da\u00df Bartolo ihm mit Hilfe der festnehmen will. Doch er entkommt unbehelligt. Als Musikmeister Don Alonso verkleidet erschein Almaviva erneut in Bartolos Haus, wobei er vorher den echten Musiklehrer Basilio mit Geld ruhig stellen konnte. Bartolo entdeckt den Plan und wirft Almaviva und Figaro, der hinzugekommen war, aus seinem Haus. Ein drittes Mal gelangen<br \/>\nBeide in Bartolos Haus und k\u00f6nnen die Ehe, die Doktor Bartolo gerade mit Rosina schlie\u00dfen will, verhindern. Figaro zwingt den Notar dagegen, die Ehe zwischen Rosina und Almaviva zu schlie\u00dfen. Bartolo wird mit Rosinas Mitgift vers\u00f6hnlich gestimmt. Letztendlich sind alle \u00fcbergl\u00fccklich.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung wurde im ersten Akt ganz auf das Reich der Insekten \u00fcbertragen, wobei die Akteure zum zweiten Akt hin eine Metamorphose durchlaufen. So wird das B\u00fchnenbild des ersten Aktes von einer \u00fcberdimensionalen Bl\u00fcte eingenommen. Mittels Drehb\u00fchnen- sowie Ausleuchtungstechnik werden variable Perspektiven geschaffen, in denen sich die Protagonisten z. B. als Hummel (Almaviva), Schmetterling (Rosina), Spinne (Bartolo) oder Fliegen (Chor) tummeln. Das erste Bild des zweiten Aktes zeigt eine wei\u00dfe, skalierte Stellwand mit Dreht\u00fcr und Klappsitzen sowie mit Akteuren in moderner Kleidung. Das letzte Bild schlie\u00dflich zeigt, in einiger Unordnung, eine Kombination der Elemente aus den vorangegangenen Bildern. Ebenso weisen die Kost\u00fcme der Darsteller vermischte Reminiszenzen an die Kost\u00fcme der letzten Bilder auf.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nTenor <strong>Jos\u00e9 Manuel Zapata<\/strong> (Almaviva) l\u00e4\u00dft mit geschmeidig lyrischem Timbre die Kavatine <em>Ecco, ridente in cielo \u2013 Sieh , schon die Morgenr\u00f6te<\/em>  ebenso duftvoll erbl\u00fchen, wie er auch in den Duetten seine bis in die Spitzent\u00f6ne \u00e4u\u00dferst agil phrasierende und treffsicher intonierende Stimme zielsicher einzusetzen vermag. <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong> (Rosina) verleiht mit ihrem warmen Mezzosopran insbesondere der Arie <em>Una voce poco fa \u2013 Frag ich mein beklommnes Herz<\/em> lyrisch dramatische Agilit\u00e4t, wobei die Palette ihres gesetzten Klangfarbenspektrums in den H\u00f6hen der dramatischen Passagen mit funkelnder Leuchtkraft bereichert wird. Der Bariton <strong>Marian Pop<\/strong> (Figaro) wei\u00df die B\u00fchne im wahrsten Sinne des Wortes dynamisch aufzumischen. Mit gro\u00dfer Spielfreude und veritablem Gesang erzeugt er gleich mit seinem Auftrittslied <em>Largo al factotum \u2013 Ich bin das Faktotum der ganzen Welt <\/em> durch hohe Tempoflexibilit\u00e4t und enorme Klangfarbenakzentuierung eine mitrei\u00dfende Sogtiefe, die von ihm insbesondere in den Duetten durch z\u00fcndende Phrasierungen unterstrichen wird. Der Ba\u00df <strong>Donato di Stefano<\/strong> (Bartolo) kann ebenso mit seinem klar akzentuiertem Gesang bei pr\u00e4chtig zur Entfaltung gebrachter farbdynamischer Tiefensch\u00e4rfe, wie etwa im <em>A un dottor della mia sorte \u2013 f\u00fcr einen Doktor meinesgleichen<\/em> \u00fcberzeugen. K\u00f6stlich auch die Vortr\u00e4ge von <strong>Roman Astakhov<\/strong> (Basilio), der seine wendig luftige Ba\u00dfstimme insbesondere in der Verleumdungsarie meisterhaft einzusetzen vermochte und von <strong>Jennifer Porto<\/strong> (Berta), die einen feurig lasziven Auftritt darbot.<br \/>\n<strong>Andreas Sch\u00fcller<\/strong> l\u00e4\u00dft das <strong>Gewandhausorchester<\/strong> in einem impulsiven Wechsel von t\u00e4nzelnder Leichtigkeit und sich \u00fcppig entfaltendem Klangrausch agieren, welcher in frischer Spielfreude mit den S\u00e4ngern aufreizend gekonnt aufspielt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie \u00dcberf\u00fchrung des St\u00fcckes in die Gef\u00fchlswelt der Insekten und daraus hervorgehender Metamorphosen in unsere Welt z\u00fcndet durch meisterhaft subtil umgesetzte B\u00fchnenbilder, wobei karikierende Elemente insbesondere durch das Spiel der Akteure zum Leben erweckt werden. Das zuweilen s\u00fcffisant improvisierend wirkende und hochgradig engagiert sowie fantastisch mitrei\u00dfende Spiel der Akteure, das f\u00fcr zahlreiche Lachtr\u00e4nen sowie Szenenapplaus im Publikum sorgte und der berauschend luxuri\u00f6se Wohlklang im Fest der Stimmen, sorgten f\u00fcr einen gelungenen Rossiniabend mit verdient ausgiebigen Ovationen.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Andreas Birkigt<br \/>\nDas Bild zeigt: (v.l.n.r.) Kathrin G\u00f6ring (Rosina), Marian Pop (Figaro), Jos\u00e9 Manuel Zapata (Graf Almaviva), Donato di Stefano (Doktor Bartolo), Jennifer Porto (Berta), Roman Astakhov (Basilio)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868), Melodramma buffo in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Beaumarchais\u2019 Le Barbier de S\u00e9ville; UA: 20. 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