{"id":6990,"date":"2017-01-17T11:57:03","date_gmt":"2017-01-17T10:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6990"},"modified":"2017-01-18T12:04:39","modified_gmt":"2017-01-18T11:04:39","slug":"il-trittico-das-tryptichon-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6990","title":{"rendered":"IL TRITTICO \u2013 DAS TRYPTICHON &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Giacomo Puccini (1858-1924), Operntrilogie, Libretto: Giuseppe Adami und Giovacchino Forzano, UA: 14. Dezember 1918 New York, Metropolitan Opera<\/p>\n<p>Regie: Mario Corradi, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Italo Grassi, Licht: Dirk Sarach-Craig<\/p>\n<p>Dirigent: Kazem Abdullah und das Sinfonieorchester Aachen<\/p>\n<p>Solisten: Wong-jo Choi (Michele), Alexey Sayapin (Luigi\/Rinuccio), Patricio Arroyo (Il Tinca\/Gherardo), Leila Pfister (La Frugola\/Zita), Linda Ballova (Giorgetta), Irina Popova (Suor Angelica), Marion Eckstein (Zia Principessa), Enrico Marabelli (Gianni Schicchi), Suzanne Jerosme (Lauretta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Januar 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aachen-il-Trittico.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6992\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aachen-il-Trittico.jpg\" alt=\"Aachen il Trittico\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aachen-il-Trittico.jpg 600w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Aachen-il-Trittico-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p><em>Il Tabarro \u2013 Der Mantel<\/em><\/p>\n<p>Die Beziehung von Michele und Giorgetta leidet unter dem Tod des gemeinsamen Kindes. Giorgetta betr\u00fcgt ihren \u00e4lteren Mann mit dem jungen Hafenarbeiter Luigi. Als Michele dies herausfindet, t\u00f6tet er Luigi und wickelt ihn in den Mantel, mit der er sonst seine Frau w\u00e4rmte.<\/p>\n<p><em>Suor (Schwester) Angelica <\/em><\/p>\n<p>Die Nonne Angelica wartet im Kloster auf Nachricht von ihrem unehelich geborenen Sohn. Deswegen war sie von der Familie versto\u00dfen worden. Als sie von ihrer Tante, der F\u00fcrstin, aufgesucht wird, erf\u00e4hrt sie, dass ihr Sohn verstorben ist. Aus Verzweiflung vergiftet sie sich.<\/p>\n<p><em>Gianni Schicchi<\/em><\/p>\n<p>Der Buoso Donati ist verstorben und hat zuvor seine Familie enterbt. Gianni Schicchi, dem Vater von Rinuccios Geliebter Lauretta, gelingt es jedoch durch eine List, das Testament zugunsten aller zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><em>Il Tabarro<\/em> spielt in den 1990er Jahren, <em>Suor Angelica<\/em> in den 1960er, <em>Gianni Schicchi<\/em> in den 1930er Jahren, w\u00e4hrend der italienischen Mussolini-\u00c4ra. Die Kost\u00fcme sind der Zeit entsprechend angepa\u00dft. Die Hafenatmosph\u00e4re in <em>Il Tabarro<\/em> wird durch blaues Licht an der R\u00fcckwand und aufgestapelte Kisten im Vordergrund angedeutet. In <em>Suor Angelica<\/em> werden Torb\u00f6gen eines Klosters sowie am linken Rand ein Stein mit Pflanzen als Garten gezeigt. Bei <em>Gianni Schicchi<\/em> h\u00e4ngt ein gro\u00dfes Bild von Mussolini von der Decke. Verbindendes Element zwischen den Einaktern ist das Thema Mutterschaft, das durch das Symbol des Kinderwagens in die Handlung eingebaut wird: sowohl Giorgetta als auch Angelica schieben in einer Art Vorspann einen Kinderwagen, Lauretta rollt der Kinderwagen im Finale quasi vor die F\u00fc\u00dfe, um eine Schwangerschaft anzudeuten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kazem Abdullah<\/strong> dirigiert mit gro\u00dfen Legatob\u00f6gen die schwelgenden Streicherkl\u00e4nge der drei Kurzopern. Dadurch kann sich der leitmotivische Charakter in allen drei Opern gut entfalten. Auch die Kontraste zwischen ruhigen und temperamentvollen Partien werden gut ausgeglichen. <strong>Alexey Sayapin<\/strong> (Luigi) gl\u00e4nzt mit seinem metallischen Tenor in der Rolle des verzweifelten Hafenarbeiters Luigi und zeigt eine gro\u00dfe Bandbreite an Emotionen in seinem Gesang. In der Arie <em>Hai ben ragione<\/em> \u2013 <em>Da hast du recht<\/em> l\u00e4\u00dft er seinen Tenor scheppernd in der H\u00f6he schallen, in der Tiefe nimmt er sich dagegen im Pianissimo zur\u00fcck und fleht mit <em>sotto voce<\/em>. Seine Gesangspartnerin <strong>Linda Ballova<\/strong> (Giorgetta) \u00fcberzeugt durch einen volumin\u00f6sen, runden Sopran, der sehr samtig klingt und den sie ebenfalls gut in der H\u00f6he unter Kontrolle hat. Ein Highlight des Abends ist das Duett <em>Ma chi lascia il sobborgo \u2013 Aber wer die Vorstadt verl\u00e4\u00dft<\/em>: hier erg\u00e4nzen sich Ballovas warmer Sopran und Sayapins k\u00fchler Tenor zu einem wundersch\u00f6nen Zusammenklang. <strong>Woong-jo Choi<\/strong> (Michele) sorgt mit seinem grollenden Ba\u00dfbariton f\u00fcr dunkle T\u00f6ne und markiert den verzweifelten Ehemann sehr ernst und d\u00fcster. Dabei \u00fcberzeugt sein einschmeichelnder Gesang im Mezzoforte dies besonders gut.<\/p>\n<p>In Suor Angelica gl\u00e4nzt <strong>Irina Popova<\/strong> (Angelica) durch emotionales Schauspiel und Gesang, die wirklich zu Tr\u00e4nen r\u00fchren. In der Arie <em>Senza mama bimbo tu sei morto \u2013 Ohne Mutter bist du gestorben<\/em> setzt sie ihren glockenklaren Sopran mit sehr viel Gef\u00fchl ein und haucht die Passagen im sotto voce, so da\u00df man den seelischen Schmerz in ihrer Stimme heraush\u00f6ren kann. Auch das Ausschicken auf einem Ton beherrscht sie ohne dabei flattrig in der Stimme zu werden. Einen stimmlichen wie auch dramatischen Gegenpol dazu bildet <strong>Marion Eckstein<\/strong> (Zia Princessa), deren dunkler Mezzosopran, unterst\u00fctzt durch eine arrogante B\u00fchnendarstellung, die Boshaftigkeit der Tante zum Ausdruck bringt. Dabei zieht sie die Phrasen in der Bruststimme sehr in die L\u00e4nge und beherrscht die \u00dcberg\u00e4nge von tiefen zu hohen T\u00f6nen ohne Umbruch in der Stimme.<\/p>\n<p>Den lustigen Teil des Abends leitet <strong>Enrico Marabelli<\/strong> (Gianni Schicchi) durch einen temperamentvollen Gesang ein, bei dem er sehr akzentuiert und lautmalerisch seinen kratzigen Bariton einsetzt. Ebenfalls erw\u00e4hnenswert ist die Darbietung von <strong>Suzanne Jerosme<\/strong> (Lauretta), die die bekannte Arie <em>O babbino caro \u2013 Oh liebes V\u00e4terchen <\/em>mit ihrem zarten Sopran sehr gut pr\u00e4sentiert: Die Spitzent\u00f6ne klingen bei ihr sehr leicht und fast schon gehaucht, dabei bindet sie die T\u00f6ne und l\u00e4\u00dft viel Raum zur dynamischen Entfaltung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Trag\u00f6die, Drama und Kom\u00f6die an einem Abend: das gelingt der Aachener Inszenierung von <em>Il Trittico<\/em> mit Leichtigkeit und viel Liebe zum Detail. Allen voran die leidenschaftliche Darstellung des Ensembles, sowohl gesanglich, als auch schauspielerisch. Sie sorgt f\u00fcr viel Abwechslung und emotionale H\u00f6hepunkte. Unterst\u00fctzt wird alles durch die hervorragende Leistung des Orchesters die den Glanz der Puccini Musik im Saal verbreitet. Einfach grandios!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Carl Brunn<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Patricio Arroyo, Katharina Hagopian, Michael Terada, Kim Sevelsbergh, Leila Pfister, Enrico Marabelli, Jorge Escobar, Vasili Tsanaksidis, Alexey Sayapin, Suzanne Jerosme<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Giacomo Puccini (1858-1924), Operntrilogie, Libretto: Giuseppe Adami und Giovacchino Forzano, UA: 14. 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