{"id":699,"date":"2009-05-26T23:09:58","date_gmt":"2009-05-26T21:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=699"},"modified":"2010-03-21T23:42:57","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:57","slug":"hamburg-staatsoper-iphigenie-en-tauride","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=699","title":{"rendered":"Hamburg, Staatsoper &#8211; IPHIG\u00c9NIE EN TAURIDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Trag\u00e9die in 4 Akten, Libretto: Nicolas-Fran\u03c2ois Guillard (1779)<br \/>\nUA: 18. Mai 1779, Paris<br \/>\nRegie: Philippe Calvario, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Jon Morrell, Choreographie: Sophie Tellier, Beleuchtung: Bertrand Couderc<br \/>\nDirigent: Alessandro de Marchi, (welches Orchester hat gespielt?) Choreinstudierung: Florian Csizmadia<br \/>\nSolisten: Krassimira Stoyanova (Iphig\u00e9nie), Christopher Maltman (Oreste), Toby Spence (Pylade), Thomas J. Mayer (Thoas), Trine W. Lund (erste Priesterin), Katerina Tretyakova (zweite Priesterin), Ann-Beth Solvang (Diane) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2009 (Premiere, in franz\u00f6sischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"hamburg-iphigenie.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hamburg-iphigenie.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"hamburg-iphigenie.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hamburg-iphigenie.jpg\" \/><\/a>Auf Tauris dient Iphig\u00e9nie der G\u00f6ttin Diane als Oberpriesterin. Zu ihren Pflichten geh\u00f6rt die Opferung jedes Fremden, der Tauris betritt. Iphig\u00e9nie sehnt sich nach der Heimat und erz\u00e4hlt den anderen Priesterinnen des Dianatempels von einem b\u00f6sen Traum: Die Mutter Klytemnestra habe den Vater erschlagen und der Bruder Orest soll durch sie selbst get\u00f6tet werden.<br \/>\nDurch einen Sturm stranden Orest und sein Gef\u00e4hrte Pylade auf Tauris und sollen von Iphig\u00e9nie der G\u00f6ttin Diane geopfert werden. Orest wird, seit er den Tod des Vaters durch die Ermordung der Mutter Klytemnestra r\u00e4chte, von Furien verfolgt. Als er Iphig\u00e9nie begegnet, jedoch nicht erkennt, berichtet er von den furchtbaren Ereignissen im Vaterhaus, behauptet jedoch, einzig die Schwester Elektra sei noch am Leben. Iphig\u00e9nie will den Fremden, der sie an den Bruder erinnert, retten und mit einer Botschaft zur Schwester schicken. Doch Orest droht mit seinem Selbstmord, bis sie Pylade schickt.<br \/>\nIphig\u00e9nie soll Orest opfern, aber eine Bemerkung l\u00e4\u00dft sie den Bruder erkennen. K\u00f6nig Thoas ist erz\u00fcrnt \u00fcber die Flucht von Pylade und Iphig\u00e9nies Verweigerung der Opferung und will die Geschwister selbst umbringen. Rechtzeitig kehrt Pylade mit einer Gefolgschaft zur\u00fcck und t\u00f6tet Thoas. Diane verzeiht Orest und verhei\u00dft den Geschwistern eine gute Heimfahrt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEine graue Stahlwand dominiert das B\u00fchnenbild, welches durch wenige Ver\u00e4nderungen, z.B. durch Hinzuf\u00fcgen einer Treppe oder Anz\u00fcnden eines Feuers, der jeweiligen Handlung angepa\u00dft wird. Diese schlicht gehaltene B\u00fchne lenkt mit einfachen Kost\u00fcmen die Aufmerksamkeit auf die Akteure. W\u00e4hrend die Priesterinnen in schwarze Gew\u00e4nder geh\u00fcllt sind, tragen auch die anderen Darsteller sehr einfach gehaltene, dunkle Kleidung. Nur die Muttergestalt Klytemnestra, die in der Oper als Schatten auftritt, ist in ein schillerndes Gewand geh\u00fcllt. Obwohl die Handlung insgesamt sehr anschaulich dargestellt wurde, besonders die Peinigung Orests durch die Furien, erscheinen manche S\u00e4ngeraktionen als unpassend: auf dem Gef\u00e4ngnisk\u00e4fig von Orest und Pylade tanzt eine Frau ungeb\u00e4ndigt, beinahe apathisch zur Musik.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nIn der Ouvert\u00fcre zu Beginn gl\u00e4nzt das Orchester in voller Klangfarbe und spielt sehr dynamisch, w\u00e4hrend es gew\u00f6hnlich eher leise erklingt und so den S\u00e4ngern auf der B\u00fchne Raum f\u00fcr ihre Stimmentfaltung gibt. Dirigent <strong>Alessandro de Marchi<\/strong> zeichnet sich au\u00dferdem durch sehr kleine und verhaltene Bewegungen aus, die dennoch Orchester und Akteure exakt agieren lassen. Von den S\u00e4ngern \u00fcberzeugt vor allem <strong>Christopher Maltman<\/strong> (Orest) sowohl durch seine schauspielerische Leistung, die die Gef\u00fchle des Zuh\u00f6rers zwischen tiefster Depression, Traurigkeit und Hoffnung hin- und herbewegen. Dar\u00fcber hinaus gl\u00e4nzt er durch einen sehr gef\u00fchlvollen und dynamisch vielf\u00e4ltigen Gesang in allen Stimm-Registern.<br \/>\nDie Sopranistin <strong>Krassimira Stoyanova<\/strong> (Iphig\u00e9nie) wirkt trotz eines kleinen Atemfehlers in ihrer Aftrittsarie <em>\u00d4 toi, qui prolongeas mes jours \u2013 O du, die mir einst Hilfe gab<\/em> (1. Akt, 1. Szene) durch ein gro\u00dfes Stimmvolumen und einer pr\u00e4zisen Intonation. Im Duett besitzen <strong>Christopher Maltmans<\/strong> und <strong>Krassimira Stoyanovas<\/strong> Stimmen eine sehr sinnliche und intonationsreine Klangfarbe.<br \/>\nDer Tenor von <strong>Toby Spence<\/strong> (Pylade) ist leiser als die des Gef\u00e4hrten <strong>Christopher Maltman<\/strong>, besticht jedoch durch eine Zartheit und Emotion, die genau den Charakter der Rolle trifft. Ebenso unterstreicht <strong>Thomas J. Mayers<\/strong> (Thoas) kr\u00e4ftiger Bariton den machtvollen Heldencharakter seiner Figur.<br \/>\nNeben den Gesangsleistungen fasziniert das Ballett durch die moderne Choreographie und eine rhythmisch \u00fcberaus exakte Abstimmung auf die Musik. Besonders effektvoll ist hier das gelungene Spiel von Kampfger\u00e4uschen und t\u00e4nzerischem Rhythmus.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas Publikum dankte dieser musikalischen und theatralischen Leistung mit Jubel und nicht endendem Applaus. An diesem Abend wurde die St\u00e4rke und Kraft einer Gluck\u2019schen Oper deutlich, indem die Handlung kurzweilig erschien und von Anfang bis Ende genossen werden konnte.<br \/>\nMaria Ostermann<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<br \/>\nDas Bild zeigt: Krassimira Stoyanova (Iphig\u00e9nie) und Christopher Maltman (Oreste).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Trag\u00e9die in 4 Akten, Libretto: Nicolas-Fran\u03c2ois Guillard (1779) UA: 18. Mai 1779, Paris Regie: Philippe Calvario, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Jon Morrell, Choreographie: Sophie Tellier, Beleuchtung: Bertrand Couderc Dirigent: Alessandro de Marchi, (welches Orchester hat gespielt?) 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