{"id":6981,"date":"2017-01-10T11:47:34","date_gmt":"2017-01-10T10:47:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6981"},"modified":"2017-01-11T11:58:00","modified_gmt":"2017-01-11T10:58:00","slug":"otello-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6981","title":{"rendered":"OTELLO &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito, UA: 1887, Mailand, Teatro alla Scala. Regie: Calixto Bieito, B\u00fchne: Susanne Gschwender, Kost\u00fcme: Ingo Kr\u00fcgler, Licht: Michael Bauer, Dramaturgie: Ute Vollmar<\/p>\n<p>Dirigent: Paolo Carignani, Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg und Opernchor, Choreinstudierung: Eberhard Friedrich<\/p>\n<p>Solisten: Marco Berti (Otello), Svetlana Aksenova (Desdemona), Claudio Sgura (Jago), markus Nyk\u00e4nen (Cassio), Peter Galliard (Roderigo), Alexander Roslavets (Lodovico), Bruno Vargas (Montano), Nadezhda Karyzina (Emilia), Michael Reder (Herold)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. Januar 2017 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Hamburg-Otello.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6982\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Hamburg-Otello.bmp\" alt=\"hamburg-otello\" width=\"676\" height=\"410\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Handlung der Oper folgt der von Shakespeares gleichnamiger Trag\u00f6die: Der \u00fcbergangene F\u00e4hnrich Jago beschlie\u00dft, den Oberbefehlshaber der venezianischen Flotte Otello und den von ihm bef\u00f6rderten Cassio zu Fall zu bringen. Dies gelingt Jago, indem er nach und nach Otellos unbegr\u00fcndeten Verdacht sch\u00fcrt, da\u00df seine Frau Desdemona ihn mit Cassio betr\u00fcgt. Jago geht dabei so geschickt vor, da\u00df Otello schlie\u00dflich den Entschlu\u00df fa\u00dft, Desdemona zu t\u00f6ten. Zuvor beschimpft der von Eifersucht zerfressene Otello Desdemona in aller \u00d6ffentlichkeit und wirft sie vor Augen des venezianischen Botschafters zu Boden. Zwischenzeitlich schafft es Jago, Roderigo dazu zu \u00fcberreden, Cassio zu ermorden. Am Ende erw\u00fcrgt Otello die unschuldige Desdemona in ihrem Bett. Zu sp\u00e4t erscheint Jagos Frau Emilia und kl\u00e4rt die Intrige auf. Otello begeht Selbstmord, Jago entkommt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der komplett in schwarz getauchte Guckkasten wird die gesamte Zeit von einem gelben Ladekran dominiert. Mitte des zweiten Aktes wird daran eine Person aufgeh\u00e4ngt. Desdemona singt ihr langes Abschiedssolo auf dem Kran, und am Ende kriecht der sterbende Otello an seine Spitze. Zu Beginn der Auff\u00fchrung versperrt Stacheldraht die Rampe, dahinter reckt der Chor in grelles Licht getaucht seine gefesselten H\u00e4nde emport. Bevor die Musik beginnt, gibt der Chor geisterhaft hauchende Laute von sich, Bilder aus der Fl\u00fcchtlingsbewegung werden wachgerufen. Bei der Feier \u00fcber den Sieg gegen die T\u00fcrken spritzen die in Abendgarderobe gekleideten Hauptfiguren dann Champagner in die durstige Menge. Die Personenf\u00fchrung ist oftmals statisch.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Svetlana Aksenovas<\/strong> Desdemona ist nicht nur anr\u00fchrend, ihr weicher wie bl\u00fchender Sopran wei\u00df auch \u00fcber die volle L\u00e4nge ihres gro\u00dfen Solos mit Weidelied und Ave Maria gegen Ende einzunehmen. Sie geh\u00f6rt sicher zu den H\u00f6hepunkten dieser Premiere. <strong>Marco Bertis<\/strong> Otello wirkt zu Beginn stimmlich noch grob, f\u00e4ngt sich dann aber rasch, sodass die Ma\u00dflosigkeit seiner Eifersucht zunehmend deutlicher wird. Stimmlich ist sein Portr\u00e4t an diesem Abend wohl am realistischsten gehalten, schauspielerisch f\u00e4llt er leicht ab. <strong>Claudio Sguras<\/strong> Jago wirkt jederzeit souver\u00e4n und angemessen d\u00e4monisch. Stimmlich wirkt er gegen\u00fcber Berti um einiges glatter, was aber zu seiner B\u00fchnenerscheinung passt. <strong>Peter Galliard<\/strong> als Roderigo, <strong>Markus Nyk\u00e4nen<\/strong> als Cassio und <strong>Nadezhda Karyzinas<\/strong> Emilia geben ebenfalls eine gute Figur ab, die Emilia wirkt wunderbar dramatisch. In ausgezeichneter Verfassung war an diesem Abend das <strong>Philharmonische Staatsorchester Hamburg <\/strong>unter <strong>Paolo Carignani.<\/strong> Nicht nur zeichneten vor allem die Holzbl\u00e4ser zu Beginn ein plastisches Bild des Meeressurms, die harmonischen Sch\u00e4rfen der Partitur passten sich auch wunderbar ins klangliche Gesamtbild der Partitur ein. Zudem stimmte im farben- und gestenreich aufspielenden Orchester auch die Abstimmung mit der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch ist dieser <em>Otello<\/em> durchweg \u00fcberzeugend, oft sogar noch mehr als das. Die Regie hinterlie\u00df am Premierenabend gemischte Gef\u00fchle. Starregisseur Calixto Bieito empfingen am Ende sowohl Buhs als auch Bravi. Wer sich mit dem bisweilen drastischen Geschehen auf der B\u00fchne anfreunden kann, d\u00fcrfte mit diesem <em>Otello<\/em> bestens bedient werden.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das bild zeigt:\u00a0 Claudio Sgura (Jago), Markus Nyk\u00e4nen (Cassio), Marco Berti (Otello), Peter Galliard (Roderigo), Chor der Hamburgischen Staatsoper, Komparserie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in vier Akten, Libretto: Arrigo Boito, UA: 1887, Mailand, Teatro alla Scala. 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