{"id":6971,"date":"2016-11-03T09:02:19","date_gmt":"2016-11-03T08:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6971"},"modified":"2016-12-28T09:04:33","modified_gmt":"2016-12-28T08:04:33","slug":"haensel-und-gretel-salzburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6971","title":{"rendered":"H\u00c4NSEL UND GRETEL &#8211; Salzburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenoper in drei Bildern, Libretto: Adelheid Witte, geb. Humperdinck, nach dem M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm, U.A.: 23. Dezember 1893 Weimar, Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Johannes Reitmeier, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Court Watson<\/p>\n<p>Musikalische Leitung: Adrian Kelly, Mozarteumorchester Salzburg, Kinderchor der Salzburger Festspiele, Choreinstudierung: Wolfgang G\u00f6tz<\/p>\n<p>Solisten: Jukka Rasilainen (Vater), Anna Maria Dur (Mutter), Elisabeth Jansson (H\u00e4nsel), Athanasia Z\u00f6hrer (Gretel), Franz Supper (Knusperhexe), Rowan Hellier (Sandm\u00e4nnchen), Tamara Ivanis (Taum\u00e4nnchen)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Oktober 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Salzburg-H\u00e4nsel.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6972\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Salzburg-H\u00e4nsel.bmp\" alt=\"salzburg-haensel\" width=\"603\" height=\"403\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4nsel und Gretel singen und tanzen, um ihren Hunger zu vergessen, ihre Mutter schickt die Kinder in den Wald, um Beeren zu sammeln, weil sie nichts mehr zum Abendessen hat. Der Vater kommt erfreut nach Hause, weil er all seine Besen verkauft hat und Lebensmittel kaufen konnte. Die Kinder finden den Weg nicht mehr und f\u00fcrchten sich. Das Sandm\u00e4nnchen legt sie zur Ruhe und 14 Engel beh\u00fcten sie. Am Morgen entdecken sie ein verlockendes Knusperh\u00e4uschen, an dem sie ihren Hunger stillen. Doch die Hexe \u00fcberrascht sie: H\u00e4nsel wird\u00a0 in einen K\u00e4fig gesperrt, damit er einen fetten Braten f\u00fcr die Hexe abgebe. Doch Gretel gelingt es, H\u00e4nsel zu befreien, und gemeinsam sto\u00dfen sie die Hexe in den Backofen. Damit befreien sie auch all die anderen Kinder, die von der Hexe gefangen gehalten wurden. Kinder und Eltern feiern ein Freudenfest.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Zu einer m\u00e4rchenhaften Inszenierung geh\u00f6rt auch eine Verwandlung auf offener B\u00fchne, die entweder von Geisterhand geschieht oder durch gute Geister: In diesem Falle geschehen die meisten Umbauten durch extravagante Auf- und Zuklappmechanismen, die alleine schon sehenswert sind. Da f\u00e4hrt ein Holzstapel auseinander, verwandelt sich in die einfache Holzh\u00fctte der Eltern oder das viel buntere, mit Lebkuchen dekorierte Hexenh\u00e4usel. Oder f\u00fcr Pilze oder W\u00e4schespindeln fahren zun\u00e4chst Stangen heraus und klappen dann den Schirm herunter. Die Kost\u00fcme entsprechen dem m\u00e4rchenhaften Charakter, die Hexe, die Waldbev\u00f6lkerung, Sand- und Taum\u00e4nnchen sind phantasievoll und bunt, w\u00e4hrend die Stadtbev\u00f6lkerung aktuelle Mode tr\u00e4gt, die an die Salzburger Landhausmode erinnert \u2013 besonders bei H\u00e4nsel und Gretel. Die Kinder lockt die Hexe durch Spielereien an, ein Jongleur leiht der Hexe die F\u00e4higkeiten \u2013 er kauft auch dem Vater die Besen ab. Wenn dieser Artist die Maske fallen l\u00e4\u00dft, kommt ein abschreckender Horror-Clown hervor, der die Kinder in die Irre f\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Humperdinck z\u00e4hlt zu den Wagnerepigonen. Da bietet es sich an, die Rollen der Eltern mit erfahrenen Wagners\u00e4ngern zu besetzen. <strong>Jukka Rasilainen<\/strong> ist als Vater Peter fast schon \u00fcberqualifiziert, r\u00fcckt die Rolle in N\u00e4he von Wagners Wotan, das <em>Rallalala, rallalala, heissa, Mutter, ich bin da<\/em> hat man selten so ausdrucksvoll, so genau in der Notenlinie geh\u00f6rt. <strong>Anna Maria Dur<\/strong> ist ein hochdramatischer Sopran mit sicherer st\u00e4hlerner H\u00f6he. Der Mutter Gertrud r\u00e4umt sie mentale H\u00e4rte, aber auch tr\u00e4umerische, mitf\u00fchlende Momente im <em>piano<\/em> ein. Die Knusperhexe ist mit einem ausdrucksstarken lyrischen Tenor im romantischen Stil mit <strong>Franz Supper<\/strong> besetzt, der wie eine Hexe b\u00f6sartig keifen und ihrem Gewissen auch mit klarer ruhiger Stimme Ausdruck verleihen kann. Die Kinderrollen geh\u00f6ren j\u00fcngeren Kr\u00e4ften, die gewisserma\u00dfen von der Elterngeneration eine \u201eLehrstunde\u201c bekommen. <strong>Elisabeth Jansson<\/strong> nutzt sie, ein solider Mezzo mit deutlicher Aussprache, dem noch die richtige Betonung, Phrasierung und Durchschlagskraft fehlt, so da\u00df ein blasser Eindruck des H\u00e4nsels zur\u00fcck bleibt.<\/p>\n<p><strong>Athanasia Z\u00f6hrer<\/strong> ist die jugendlich-naive Sopranistin (mit deutlicher Tendenz zum Koloratursopran), die das Publikum mitrei\u00dft, und ihren Jungm\u00e4dchen-Charme eindrucksvoll ausspielt. Herzerfrischend das <em>Br\u00fcderlein, komm tanz mit mir<\/em>. Sand- und Taum\u00e4nnchen sind getrennt besetzt und bieten zwei Salzburger Ensemblemitgliedern die M\u00f6glichkeit, Erfahrung zu sammeln. <strong>Rowan Hellier <\/strong>ist das Sandm\u00e4nnchen, das mit <em>Abends will ich schlafen geh\u2018n<\/em> die Kinder mit kindlich sanfter Stimme in den Schlaf wiegt.<strong> Tamara Ivanis<\/strong> hat als Taum\u00e4nnchen am n\u00e4chsten Morgen die Aufgabe, die Kinder zu wecken. Ein wichtiger R\u00fcckhalt der Vorstellung ist der gro\u00dfe Kinderchor mit mehr als vierzig Mitgliedern. Sie klingen sauber und rein, hell und klar \u2013 die marginalen Probleme mit der gro\u00dfen Breite der B\u00fchne und damit der Intonation der einzelnen Stimmgruppen haben auch die \u201eErwachsenen Ch\u00f6re\u201c der Salzburger Festspiele. Humperdincks Musik ist bald polternd, bald unheimlich dunkel, dann wieder ausgelassen, fast operettenhaft fr\u00f6hlich und mit den hineingewobenen bekannten Volksweisen ein Meisterwerk der Romantik. Dank <strong>Adrian Kelly<\/strong> und dem Mozarteum-Orchester klingt es alles auch m\u00e4rchenhaft: so mitf\u00fchlend erlebt man den <em>Abendsegen<\/em> fast nie. Die Solisten werden auf H\u00e4nden durch die Partitur getragen. F\u00fcr die kindlichen Zuh\u00f6rer werden die Volksweisen mit viel kindlichem Charme vorgetragen. Alle Zuschauer sind gebannt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Produktion ist eine der herausragenden Produktionen dieses Jahres: der m\u00e4rchenhafte Charakter, der in diesem Fall zeitlos auf die B\u00fchne gestellt wird, zeigt den Einfallsreichtum des Salzburger Landestheaters auf, wie man B\u00fchnentechnik sinnvoll nutzt, um \u201eAh-und-Oh!-Effekte\u201c beim Publikum zu erreichen: die Felsenreitschule mu\u00df erst einmal gef\u00fcllt werden! Mit kleinen Gruselmomenten ist diese Produktion uneingeschr\u00e4nkt f\u00fcr kleine und gro\u00dfe Kinder geeignet, die an dem kurzweiligen Abend Spa\u00df und Freude haben. Gro\u00dfes Publikum, gro\u00dfe Oper, gro\u00dfes Staunen, gro\u00dfer Applaus!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Anna-Maria L\u00f6ffelberger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Elisabeth Jansson (H\u00e4nsel), Athanasia Z\u00f6hrer (Gretel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Engelbert Humperdinck (1854-1921), M\u00e4rchenoper in drei Bildern, Libretto: Adelheid Witte, geb. Humperdinck, nach dem M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm, U.A.: 23. 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