{"id":6965,"date":"2016-12-02T17:21:14","date_gmt":"2016-12-02T16:21:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6965"},"modified":"2016-12-24T17:26:16","modified_gmt":"2016-12-24T16:26:16","slug":"la-favorite-muenchen-bayerische-staatsoper-muenchner-opernfestspiele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6965","title":{"rendered":"LA FAVORITE &#8211; M\u00fcnchen, Bayerische Staatsoper, M\u00fcnchner Opernfestspiele"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in vier Akten, Libretto von Alphonse Royer, Gustav Vaez und Eugene Scribe, UA: 1840 Paris<\/p>\n<p>Regie: Amelie Niermeyer, B\u00fchne: Alexander M\u00fcller-Elmau, Kost\u00fcme: Kirsten Dephoff<\/p>\n<p>Dirigent: Karel Mark Chichon, Bayerisches Staatsorchester, Chor der Bayerischen Staatsoper, Choreinstudierung: S\u00f6ren Eckhoff<\/p>\n<p>Solisten: Elina Garanca (Leonor de Guzman), Matthew Polenzani (Fernand), Mariusz Kwiecien (Alphonse XI), Mika Kares (Balthazar), Joshua Owen Mills (Don Gaspard), Elsa Benoit (Ines)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 31. Oktober 2016<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/M\u00fcnchen-La-Favorite.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6966\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/M\u00fcnchen-La-Favorite.bmp\" alt=\"muenchen-la-favorite\" width=\"411\" height=\"616\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Novize Fernand und Leonor sind ein Liebespaar, obwohl sie die Geliebte des K\u00f6nigs ist. Um sich nah zu sein, verl\u00e4\u00dft Fernand das Kloster und Leonor erm\u00f6glicht es ihm, als Offizier in die k\u00f6nigliche Armee einzutreten. Dort wird er zum Helden, der die Mauren besiegt. Abt Balthasar hat vom Papst den Auftrag, den K\u00f6nig abzusetzen, falls er sich weigert, seine Geliebte zu verlassen, was er zum Schrecken des K\u00f6nigs auch durchsetzen k\u00f6nnte. Als Fernand den K\u00f6nig um die Hand Leonores bittet, erkennt dieser die g\u00fcnstige Gelegenheit und gew\u00e4hrt ihm den Wunsch. Erst nach der Hochzeit erf\u00e4hrt Fernand, da\u00df seine Gemahlin die Favoritin des K\u00f6nigs war und kehrt w\u00fctend ins Kloster zur\u00fcck. Dort besucht ihn noch einmal Leonor, um ihn um Verzeihung zu bitten. Ihr Tod verhindert ihre Wiedervereinigung.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine abstrakte, nicht zu verortende B\u00fchnendekoration steht im Zentrum der Handlung. Bis zu neun gro\u00dfe Quader k\u00f6nnen hin- und hergeschoben oder neu angeordnet werden. \u00c4u\u00dferlich ein Gitterk\u00e4fig, zeigen sie aber \u2013 von innen beleuchtet \u2013 Jesus am Kreuz, Heiligenfiguren, Kerzen zu Hauff und Gr\u00fcnpflanzen. Sie deuten damit das Kloster und den Palast an. Davor werden St\u00fchle zu immer neuen Stuhlreihen aufgestellt, bieten Platz f\u00fcr den Hofstaat bzw. die Gl\u00e4ubigen. In der heutigen Zeit tr\u00e4gt man in der katholischen Glaubensgemeinschaft bei den Herren dunkle Anz\u00fcge mit einem Kruzifix am Revers und rote Kleider mit umh\u00e4ngtem gro\u00dfem Kreuz f\u00fcr die Damen. Die politische Gesellschaft tr\u00e4gt leger-festliche, zumeist blaue Abendgarderobe, Leonor ein auffallendes blau-rotes Kleid.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Gef\u00fchlvolle Arien mit emotional \u00fcberbordenden Cabalettas, dramatisch divergierende Terzette und Quartette bis hin zu gro\u00dfen Ensembles mit Ch\u00f6ren \u2013 und all das in den melodi\u00f6s feinen Linien klassischen Belcantos. So sollte es klingen. Leider sieht <strong>Karel Mark Chichon<\/strong> die <em>Favoritin<\/em> fast ausschlie\u00dflich als Grand Op\u00e9ra und l\u00e4\u00dft das Staatsorchester bombastisch aufspielen \u2013 mit entsprechender Lautst\u00e4rke, Pathos und wenig emotionalem Fegefeuer. Er tr\u00e4gt seine Ehefrau <strong>Elina Garanca<\/strong> durch die Titelrolle, ihre Leonor kann so wundersch\u00f6ne Mezzo-Kantilenen verstr\u00f6men, doch weder die leidenschaftlich Liebende, noch die aufbegehrende Favoritin kommen stimmlich \u00fcber die Rampe. So bleibt sie auch hinter den Erwartungen zur\u00fcck in der Arie <em>O mon Fernand<\/em> (3.Akt) \u2013 diese feurige Cabaletta ist eine der ersten gro\u00dfen italienischen Arien f\u00fcr Mezzosopran, begleitet von Harfen und H\u00f6rnern.<\/p>\n<p>Ein wenig \u00fcbermotiviert wirken ihre Kollegen. So klingt <strong>Mariusz Kwiecien<\/strong> als Alphonse sehr rauh, weil er st\u00e4ndig im Forte den Ehrgeiz des K\u00f6nigs \u00fcberkompensiert. Einen Versuch leiser zu gestalten, w\u00e4re der differenzierten Klangwirkung zutr\u00e4glich gewesen. Ein \u00e4hnlich gelagertes Problem hat <strong>Matthew Polenzanis<\/strong> als Fernand. Sein lyrisch timbrierter Tenor verliert im Forte das klare Bild und beginnt zu tremolieren. Aber er kann piano demonstrieren \u2013 in seiner klagend zur\u00fcckgenommen Arie <em>Ange si pur<\/em> vermag er den Zuh\u00f6rer zu r\u00fchren. Keinerlei Probleme hat der bestens einstudierte, stets stimmlich ausgewogen eingestellte <strong>Staatsopernchor<\/strong> \u2013 genauso wie die \u00dcberraschung des Abends, der junge finnische Ba\u00df <strong>Mika Kares<\/strong> als Balthasar: Eine wirklich furchterregende Erscheinung, sein Forte ist fast \u201ehochdramatisch\u201c.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die <em>Favoritin<\/em> ist ein leider viel zu selten gespieltes Werk Donizettis. Entstanden ist es als \u00dcbergangswerk zwischen Belcanto und franz\u00f6sischer <em>Grand Opera<\/em> zur italienischen Oper, insbesondere des Verismo, und bietet anspruchsvolle und mitrei\u00dfende Musik, hier in der Fassung des franz\u00f6sischen Originals. Leider fehlt dieses Feuer in dieser Produktion, die Gef\u00fchle lodern nicht wirklich auf, El\u012bna Garan\u010da kann Ihre Rolle nicht mitrei\u00dfend gestalten, ihre Emotionen zwischen zwei Geliebten bleiben bla\u00df und nichtssagend. Auch die zeitliche Aktualisierung der Inszenierung l\u00e4\u00dft wichtige Fragen offen: in welchem Staat in Europa ist heutzutage noch die katholische Kirche Tr\u00e4ger der \u00f6ffentlichen Meinung bzw. der Politik? So wird das leider nur ein beliebig belanglos dahinpl\u00e4tschernder Abend, der eine hochkar\u00e4tige Besetzung nicht richtig einbinden kann. Sehr kurzer emotionsloser Applaus. Redlich verdient h\u00e4tten ihn nur der Chor und der Ba\u00df Mika Kares.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Wilfried H\u00f6sl<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Elina Garanca (Leonor de Guzman)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Oper in vier Akten, Libretto von Alphonse Royer, Gustav Vaez und Eugene Scribe, UA: 1840 Paris Regie: Amelie Niermeyer, B\u00fchne: Alexander M\u00fcller-Elmau, Kost\u00fcme: Kirsten Dephoff Dirigent: Karel Mark Chichon, Bayerisches Staatsorchester, Chor der Bayerischen Staatsoper, Choreinstudierung:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6965\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6966,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[33,1],"tags":[],"class_list":["post-6965","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-munchen-staatsoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6965"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6965\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6967,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6965\/revisions\/6967"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6966"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}