{"id":6957,"date":"2016-12-12T22:04:27","date_gmt":"2016-12-12T21:04:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6957"},"modified":"2016-12-12T22:04:27","modified_gmt":"2016-12-12T21:04:27","slug":"fedora-stockholm-koenigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6957","title":{"rendered":"FEDORA &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Umberto Giordano (1867\u20131948), Oper in drei Akten, Libretto: Arturo Colautti nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 17. November 1898 Mailand, Teatro lirico<\/p>\n<p>Regie: Christof Loy, Herbert Murauer: B\u00fchne\/Maske\/Kost\u00fcme: Licht: Olaf Winter, Videodesign: Velourfilm AB<\/p>\n<p>Dirigent: Tobias Ringborg, K\u00f6nigliche Hofkapelle<\/p>\n<p>Solisten: Asmik Grigorian (Fedora), Andrea Car\u00e8 (Loris Ipanov), Ola Eliasson (de Siriex), Sofie Asplund (Olga Sukarev), Kristian Flor (Gretch), u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Dezember 2016 (skandinavische Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Stockholm-Fedora.bmp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6958\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Stockholm-Fedora.bmp\" alt=\"stockholm-fedora\" width=\"605\" height=\"402\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00fcrstin Fedora Romanov ist mit Vladimiro, dem Sohn des russischen Polizeichefs, heimlich verlobt. Als er am Abend vor ihrer Hochzeit nicht zu einer Verabredung erscheint, betritt sie zum ersten Mal sein Haus in St. Petersburg. Schwer verwundet wird er ins Haus gebracht und erliegt wenig sp\u00e4ter seinen Verletzungen. Vladimiros Nachbar Loris Ipanov wird im Zuge der polizeilichen Untersuchung zum Hauptverd\u00e4chtigen erkl\u00e4rt und flieht. Fedora beschlie\u00dft, sich als Spionin in den Dienst der Polizei zu stellen, um den M\u00f6rder ihres Verlobten dingfest zu machen. In Paris gelingt es ihr, Ipanov ausfindig zu machen und sein Vertrauen zu gewinnen. Er verliebt sich in sie. Als er ihr den Mord an Vladimiro gesteht mu\u00df sie erfahren, da\u00df es sich um einen Mord aus Eifersucht gehandelt hat, denn ihr Verlobter hatte eine Aff\u00e4re mit Ipanovs Frau. Diese Enth\u00fcllung bringt sie von ihrem Plan ab, Ipanov der russischen Polizei auszuliefern und beide begeben sich in die Schweiz. Nach einigen gl\u00fccklichen gemeinsamen Wochen wird Ipanov jedoch \u00fcber ihre urspr\u00fcngliche Absicht informiert. Aus Scham und Verzweiflung nimmt Fedora sich das Leben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist in zwei Gebiete unterteilt: Den vorderen Bereich an der Rampe und eine Wand mit einem riesigen goldenen Rahmen, auf der entweder Videoprojektionen zu sehen sind oder die zu einem weiteren Raum ge\u00f6ffnet wird, in dem sich parallele Aktionen abspielen. Die S\u00e4nger werden vor allem im ersten Akt in Nahaufnahme live gefilmt und auf die Wand projiziert und kurze Filmeinspielungen erweitern die Szene r\u00e4umlich. Die Kost\u00fcme sind nicht im Stile des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts gehalten, sondern historisch eher indifferent, und auch die Atmosph\u00e4re des russischen Salons in Paris wird lediglich angedeutet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Bevor die s\u00e4ngerischen Leistungen gew\u00fcrdigt werden k\u00f6nnen sollten einige Worte \u00fcber diese Partitur gesagt werden. Giordanos Musik ist ein originelles orchestrales Feuerwerk. Wann hat man schon in einer Oper ein kurzes Konzert f\u00fcr Klavier solo geh\u00f6rt?<\/p>\n<p>Die Oper besteht aus recht kurzen musikalischen Komplexen, die von der S\u00e4ngerin der Titelrolle alles vom leisesten Legato bis hin zum m\u00e4chtigen emphatischen Belcanto-Gesang, aber auch eine kr\u00e4ftige Sprechstimme und vor allem eine tadellose Intonation in den a cappella zu singenden Passagen verlangen. Alle diese Herausforderungen meistert <strong>Asmik Grigorian<\/strong> mit Leichtigkeit. Ihre f\u00fcr einen dramatischen Sopran ausgesprochen f\u00fcllige, dunkle Stimme verf\u00fcgt \u00fcber einen perfekten Registerausgleich und hat eine Durchschlagskraft, die ihresgleichen sucht. Dar\u00fcberhinaus z\u00e4hlt sie zu den besten Darstellerinnen ihres Faches. Allein schon ihre Leistung w\u00fcrde die Reise nach Stockholm lohnen.<\/p>\n<p>Doch auch die anderen zahlreichen Rollen \u2013 insgesamt verlangt diese anderthalbst\u00fcndige Oper nicht weniger als zwanzig Solisten \u2013 sind exzellent besetzt. <strong>Andrea Car\u00e8 <\/strong>erwies sich in der m\u00e4nnlichen Hauptrolle als seiner Partnerin stimmlich ebenb\u00fcrtig, d.h. seine Stimme f\u00fcllt den Raum und hat eine sch\u00f6ne tenorale Spitze. Als Darsteller ist er hingegen ein wenig steif. <strong>Sofie Asplunds <\/strong>leicht ansprechender und beweglicher Sopran hebt sich deutlich von dem schwereren, dunkleren Organ Grigorians ab. Ihr gelang die burleske Darstellung des naiven Charakters der Gr\u00e4fin Sukarev vollauf. Weitere sch\u00f6ne Einzelleistungen der S\u00e4nger w\u00e4ren hier zu nennen.<\/p>\n<p>Die am st\u00e4rksten beeindruckende Leistung lieferte jedoch das Orchester unter der Leitung von <strong>Tobias Ringborg<\/strong> ab. Dynamisch sauber durchgestaltet pr\u00e4sentierte es die farbige, bisweilen fast schon hektisch changierende Musik Giordanos ohne sich ungeb\u00fchrlich in den Vordergrund zu dr\u00e4ngen. Die zahlreichen Tempo\u00e4nderungen waren fein auf den Vortrag der S\u00e4nger abgestimmt und gaben den beiden Protagonisten Gelegenheit, ihre Partien voll auszusingen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Inszenierung unterst\u00fctzt die S\u00e4nger und legt der sich rasch entfaltende Handlung dieser Opernrarit\u00e4t \u2013 eines Opernkrimis, um genau zu sein \u2013 keine Hindernisse in den Weg. Ob alle Einf\u00e4lle von Seiten der Regie tats\u00e4chlich gegl\u00fcckt sind, ist Ansichtssache, etwa der Einsatz der mitunter leicht wackelnden Live-Kameras. F\u00fcr den sehr guten Gesamteindruck spielen solche optischen Details jedoch kaum eine Rolle. Den Zuschauer erwarten in dieser Produktion eine rasant erz\u00e4hlte Geschichte und jede Menge musikalischer \u00dcberraschungen. Grandios!<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Asmik Grigorian (Fedora), Bild Mitte, Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Umberto Giordano (1867\u20131948), Oper in drei Akten, Libretto: Arturo Colautti nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 17. 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