{"id":6927,"date":"2016-12-06T20:23:47","date_gmt":"2016-12-06T19:23:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6927"},"modified":"2016-12-10T17:58:16","modified_gmt":"2016-12-10T16:58:16","slug":"konzert-philharmonie-paris","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6927","title":{"rendered":"KONZERT &#8211; Philharmonie Paris"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Joseph Haydn (1732-1809): Sinfonie Nr. 59 A-dur<\/p>\n<p>Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert Nr. 17 G-dur, KV 453<\/p>\n<p>Franz Schubert (1797-1828): Sinfonie Nr. 5 B-dur, D. 485<\/p>\n<p>Dirigent: Vladimir Jurowski, Chamber Orchestra of Europe<\/p>\n<p>Pianist: Piotr Anderszewski<\/p>\n<p>Konzertbesuch: 30. November 2016<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die neue <em>Philharmonie<\/em> <em>de Paris<\/em> geh\u00f6rt zur <em>Cit\u00e9 de la Musique.<\/em> Diese befindet sich im Parc de la Villette, wo auch das Conservatoire sup\u00e9rieur de musique et de danse (Hochschule f\u00fcr Musik) und ein besuchenswertes Musikinstrumentenmuseum angesiedelt sind.<\/p>\n<p>Schon seit alter Zeit gibt es in Paris zahlreiche Konzerts\u00e4le mit ausgedehntem Programmangebot. Erg\u00e4nzt werden sie durch die Opernh\u00e4user Palais Garnier und Bastille, die gr\u00f6\u00dfere Programmreihen anbieten. Einige dieser Musikh\u00e4user seien hier aufgef\u00fchrt: das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es, das auch szenische und konzertante Opernauff\u00fchrungen anbietet, das Th\u00e9\u00e2tre de la Ville, der Sendesaal von Radio France, die Salle Gaveau und die Salle Peyel. Vor der Er\u00f6ffnung der Philharmonie war letzterer der gr\u00f6\u00dfte Konzertsaal.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Phil-Jurowski.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6928\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Phil-Jurowski.jpg\" alt=\"paris-phil-jurowski\" width=\"582\" height=\"388\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Phil-Jurowski.jpg 582w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Phil-Jurowski-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 582px) 100vw, 582px\" \/><\/a>Am 18. Januar 2015 wurde nach langer Bauzeit und einigen Schwierigkeiten die <em>Philharmonie de Paris<\/em> am n\u00f6rdlichen Stadtrand er\u00f6ffnet. Sie erfreut sich lebhaften Zuspruchs. Die Pl\u00e4ne zur Errichtung eines solchen Konzertsaals reichen weit zur\u00fcck. Es war der besondere Wunsch des k\u00fcrzlich verstorbenen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez (26. M\u00e4rz 1925 bis 5. Januar 2016), in der franz\u00f6sischen Hauptstadt ein repr\u00e4sentatives, wirklich gro\u00dfes Konzerthaus zu errichten. Die <em>Philharmonie de Paris<\/em> besitzt zwei Konzerts\u00e4le; der gr\u00f6\u00dfere Saal wurde mit Boulez\u2018 Namen beehrt. Das Programm r\u00e4umt der Darstellung von Jazzmusik breiten Raum.<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt wollen wir im OPERAPOINT vermehrt Konzerte besprechen. Bislang wurde aus der <em>Philharmonie de Paris<\/em> noch kein Konzert vorgestellt. Nun bot sich die Gelegenheit, den russischen Dirigenten Vladimir Jurowski kennenzulernen, der im April kommenden Jahres die Nachfolge des Dirigenten Marek Janowski beim Radio Sinfonieorchester Berlin antritt. Der Besuch hat sich gelohnt, zumal Jurowski eins der weltweit besten Sinfonieorchestern, das <em>Chamber Orchestra of Europe<\/em>, dirigierte.<\/p>\n<p>Das COE wurde 1981 gegr\u00fcndet; die Instrumentalisten stammen aus allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und sind auch oft ehemalige Mitgliedern des <em>European Youth Orchestra<\/em>. Es wird gef\u00f6rdert durch Mitteln des Programms <em>Kultur<\/em> der Europ\u00e4ischen Union und der <em>Gatsby Charitable Foundation<\/em>.<\/p>\n<p>Schon der Beginn des Abends mit <strong>Haydns Sinfonie\u00a0Nr. 59 A-dur<\/strong>\u00a0 (1768) l\u00e4\u00dft aufhorchen: der Orchesterklang ist von gro\u00dfer W\u00e4rme und das Zusammenspiel der Instrumente ungemein homogen. H\u00e4ufig empfindet man bei Haydns Sinfonien eine gewisse Langeweile, gepaart mit dem Wohllaut der Motive. Doch dieser Interpretation herrscht Spannung, der Rhythmus kommt au\u00dferordentlich straff, die Gegens\u00e4tze von Streichern und Bl\u00e4sern sind deutlich und konturiert. Die Liedform des zweiten Satzes mit dem volkst\u00fcmlich l\u00e4ndlich anmutenden Motiv wird grazi\u00f6s vorgelegt, der letzte Satz zeigt z\u00fcndenden Schwung. Jurowski setzt mit der Gestik seines ganzen K\u00f6rpers die Instrumentengruppe in Bewegung. Der H\u00f6rer hat regelrecht einen gestalterischen Eindruck der im Orchester ablaufenden Linien. Man erlebte die Musik!<\/p>\n<p>Beim <strong>Klavierkonzert <\/strong>von<strong> Mozart<\/strong> h\u00e4lt sich das Orchester gekonnt zur\u00fcck: man l\u00e4\u00dft dem Solist den Vortritt. Doch dieser verwischt sein mit tadelloser Technik vorgetragenes Fingerspiel durch den allzu \u00fcppigen \u00a0Gebrauch des Klavierpedals. Oder liegt es am Steinway-Fl\u00fcgel, der ohnehin keinen edlen Ton hat?<\/p>\n<p>Erst im letzten Satz, einem Variationssatz, gelingt ein gutes Zusammenspiel. Hier kann der Pianist ohnehin wegen der \u00fcberaus schnellen L\u00e4ufe, die er zusammen mit dem Orchester hinlegen mu\u00df \u2013 besonders im Finale \u2013 kaum das Pedal benutzen. So gelingt alles zur allgemeinen Bewunderung. Langer Applaus erfordert eine Zugabe: <strong>Piotr Anderszewski<\/strong> erfreut mit der <strong><em>Sarabande<\/em><\/strong> aus der Partita Nr. 6 e-moll, BWV 830 von Johann Seb. Bach. Sie gelingt ihm mit gro\u00dfem Wohllaut, viel Pedal und noch mehr Rubati.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Chamber-Orchestra.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6929\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Chamber-Orchestra.jpg\" alt=\"paris-chamber-orchestra\" width=\"732\" height=\"353\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Chamber-Orchestra.jpg 732w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Paris-Chamber-Orchestra-300x145.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px\" \/><\/a>Nach der Pause dann die <strong>B-Dur Sinfonie <\/strong>von<strong> Franz Schubert<\/strong>, die in ihrer Leichtigkeit und Heiterkeit ihresgleichen sucht. <strong>Vladimir<\/strong> <strong>Jurowski<\/strong> und die ph\u00e4nomenalen Instrumentalisten des <strong><em>Chamber Orchestra of Europe<\/em><\/strong> geben ihr Schwung und t\u00e4nzerisches Gepr\u00e4ge, die im Mittelsatz des Menuetts, das in seiner Motivik an Arien von Rossinis Oper <em>La donna del lago<\/em> erinnert, ihren H\u00f6hepunkt haben. Rossinis Faible f\u00fcr Schubert ist ja bekannt.<\/p>\n<p>Nach Klatschmarsch geben die fabelhaften Orchestermusiker und ihr Dirigent Jurowski <strong>Benjamin<\/strong> <strong>Brittens <em>Sarabande<\/em><\/strong> aus dessen 1934 mit 21 Jahren f\u00fcr ein Schulorchester in Norwich geschriebener <em>Simple Symphonie. <\/em>Die beiden volkst\u00fcmlichen Themen (besonders das zweite) sind von ber\u00fcckender Sch\u00f6nheit. Dynamik, seelenvolle Interpretation, besonders der Violoncelli, selbst die gezupften Violinen k\u00f6nnen kaum runder, wohlt\u00f6nender und w\u00e4rmer dargeboten werden. Das letzte, das <em>morendo<\/em> (ersterbender Klang) treibt einem Tr\u00e4nen in die Augen. Unverge\u00dflich sowohl Orchester als auch Dirigent.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bilder: Dirigent, Vladimir Jurowski und Chamber Orchestra of Europe, Wikipedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Joseph Haydn (1732-1809): Sinfonie Nr. 59 A-dur Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert Nr. 17 G-dur, KV 453 Franz Schubert (1797-1828): Sinfonie Nr. 5 B-dur, D. 485 Dirigent: Vladimir Jurowski, Chamber Orchestra of Europe Pianist: Piotr Anderszewski Konzertbesuch: 30. 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