{"id":691,"date":"2009-05-17T10:19:10","date_gmt":"2009-05-17T08:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=691"},"modified":"2010-03-21T23:42:59","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:59","slug":"wuppertal-opernhaus-ifigenia-in-tauride","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=691","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; IFIGENIA IN TAURIDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gian Francesco de Majo, Dramma in Musica, Libretto: Mattia Verazi, UA: 4. November 1764, Mannheim.<br \/>\nRegie: Wolfgang Quetes, B\u00fchne &amp; Kost\u00fcme: Manfred Kaderk, Dramaturgie: Karin Bohnert, Licht: Michael Friebele<br \/>\nDirigent: Florian Ziemen; Sinfonieorchester Wuppertal, Herrenchor der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jaume Miranda<br \/>\nSolisten: Banu B\u00f6ke (Ifigenia), Cornel Frey (Oreste), Elena Fink (Tomiri), Thomas Schobert (Toante), Miriam Scholz (Pilade), Boris Leisenheimer (Merodate)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wuppertal-ifigenia.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/wuppertal-ifigenia.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wuppertal-ifigenia.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/wuppertal-ifigenia.jpg\" \/><\/a>Die griechischen Freunde Oreste, Sohn des Agamemnon, und Pilade stranden an der K\u00fcste Skythiens. Oreste wird seit dem Mord an seiner Mutter Klytaimnestra von den Racheg\u00f6ttinnen verfolgt, die erst dann von ihm ablassen wollen, wenn er das dortige Standbild der G\u00f6ttin Diana entf\u00fchrt hat. Sie werden gefangen genommen und sollen, wie alle Griechen, der G\u00f6ttin geopfert werden. Die Oberpriesterin Ifigenia m\u00f6chte jedoch Pilade helfen. \u00dcber Skythien herrschte einst die K\u00f6nigin Tomiri, bis ihr Toante den Thron entri\u00df. Um sie endg\u00fcltig zu beseitigen, m\u00f6chte Toante sie mit dem Herrscher der Sarmaten, Merodate, verheiraten. Tomiri ist jedoch in Toante verliebt und beobachtet ungl\u00fccklich dessen Werben um Ifigenia. Doch auch Merodate f\u00fchlt sich eher zu der Oberpriesterin hingezogen. Diese ist die Schwester von Oreste und will diesen opfern als sie erf\u00e4hrt, da\u00df er ihre Mutter ermordet hat. Doch kurz vor der Hinrichtung erkennt sie den Bruder und verschont ihn. Tomiri hat w\u00e4hrenddessen mit der Hilfe des Volkes den Thron zur\u00fcckerobert. Sie bietet Toante eine gemeinsame Herrschaft an, doch dieser lehnt ab und bleibt in seinem einst\u00fcrzenden Tempel zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie gesamte Inszenierung kommt mit einem einzigen Bild aus. In der Mitte der B\u00fchne ist eine Drehscheibe installiert. Auf dieser finden zwei drehbare Mauern Platz, die jeweils wie ein Viertelkreis gebaut sind. Sie sind mit klassischen griechischen Mosaiken und Fresken bemalt. Um die Drehscheibe herum sind zwei weitere Mauern drapiert,. Diese sind ebenfalls auf der Innenseite klassisch griechisch gestaltet(\u00e4hnlich der Mauern in der Mitte), von der anderen Seite stellen sie jedoch die massive Au\u00dfenwand des Tempels dar. S\u00e4mtliche Mauern sind zudem mit einer Vielzahl T\u00fcren ausgestattet. So ist das B\u00fchnenbild permanent ohne gro\u00dfe Umbauma\u00dfnahmen ver\u00e4nderbar. Die Kost\u00fcme sehen klassisch griechisch aus.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas<strong> Sinfonieorchester Wuppertal<\/strong> unter der Leitung von <strong>Florian Ziemen<\/strong> zeigt sich f\u00fcr die Oper von de Majo bestens pr\u00e4pariert. Die Oper wird mit gro\u00dfer Pr\u00e4zision und Spielfreude dargeboten. In den Rezitativen beweist <strong>Boris Brinkmann<\/strong> sein exzellentes K\u00f6nnen am <strong>Cembalo<\/strong>. So sind die Rezitative mehr als eine reine \u00dcberleitung zur n\u00e4chsten Arie. <strong>Banu B\u00f6ke<\/strong> (Ifigenia) brilliert in der Titelrolle mit wohltemperiert warmen, auch in der H\u00f6he klarem Sopran. Ihr Vibrato setzt sie sehr genau ein, niemals \u00fcbertreibt sie es. <strong>Elena Fink <\/strong>(Tomiri) steht ihr nicht nach, lediglich beim Aufw\u00e4rtsgang in die H\u00f6he forciert sie ein wenig zu sehr. <strong>Miriam Scholz<\/strong> (Pilade) und <strong>Cornel Frey <\/strong>(Oreste) wissen ebenfalls als Freundespaar v\u00f6llig zu \u00fcberzeugen, ihr gemeinsames addio amico ist das vielleicht sch\u00f6nste St\u00fcck des Abends. Auch <strong>Thomas Schobert<\/strong> (Toante) wei\u00df mit seinem vollen, profunden Ba\u00df zu gefallen. <strong>Boris Leisenheimer<\/strong> (Merodate) f\u00fcllt seine Rolle gut aus, im Verh\u00e4ltnis zu seinen Kollegen w\u00fcrde man sich von seiner Tenorstimme jedoch mehr Durchschlagskraft w\u00fcnschen. Der <strong>Herrenchor <\/strong>kann mit Stimmkraft und einer gut abgestimmten Chorleistung \u00fcberzeugen. Ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr die Oper sind auch die schauspielerischen Qualit\u00e4ten des gesamten Ensembles, wobei hier jedoch die Leistung von <strong>Cornel Frey<\/strong> (Oreste) noch einmal positiv herausragt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nZum Abschlu\u00df der letzten Spielzeit von Generalintendant Gerd Leo Kuck ist dem Wuppertaler Opernhaus eine kurzweilige Inszenierung gelungen, die einen unterhaltsamen Abend bietet. Entsprechend wird die Oper vom Premierenpublikum auch beklatscht, ohne in \u00fcbersteigerte Euphorie zu verfallen. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gef\u00fchl von L\u00e4ngen in der Oper, besonders durch die gelungene musikalische Gestaltung der Rezitative. Besonders den Freunden der Musik dieser Zeitspanne und der Ifigenia-Thematik, aber auch allen anderen Opernfreunden kann ein Besuch nur empfohlen werden.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Schmidt\/bildautor.de<br \/>\nDas Bild zeigt: Auch wenn es hier anders aussieht: Eigentlich begehren Merodate (Boris Leisenheimer), Toante (Thomas Schobert) Ifigenia und nicht Tomiri (Elena Fink, von rechts).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gian Francesco de Majo, Dramma in Musica, Libretto: Mattia Verazi, UA: 4. November 1764, Mannheim. 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