{"id":6896,"date":"2016-12-01T15:16:37","date_gmt":"2016-12-01T14:16:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6896"},"modified":"2016-12-07T14:34:56","modified_gmt":"2016-12-07T13:34:56","slug":"der-buehnen-bildner-bakst-von-den-ballets-russes-zur-haute-couture","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6896","title":{"rendered":"Der B\u00fchnen-Bildner Bakst &#8211; von den Ballets Russes zur Haute Couture"},"content":{"rendered":"<h6 style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6897\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1.jpg\" alt=\"bakst-1\" width=\"1386\" height=\"843\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1.jpg 1386w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1-300x182.jpg 300w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1-768x467.jpg 768w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst-1-1024x623.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1386px) 100vw, 1386px\" \/><\/a><br \/>\nSzenenentwurf f\u00fcr <em>La Pisanelle<\/em><\/h6>\n<p>Die Op\u00e9ra de Paris, die Biblioth\u00e8que Nationale de France und das Verlagshaus Alban Michel haben am 22. November 2016 im Palais Garnier in Paris zum 150. Geburtstag von L\u00e9on Bakst eine Ausstellung er\u00f6ffnet, die bis zum 5. M\u00e4rz 2017 l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Sie soll den K\u00fcnstler und sein Werk in Erinnerung zu rufen.<\/p>\n<h3><strong>Jugend im russischen Zarenreich<\/strong><\/h3>\n<p>Au\u00dfer vielleicht in Fachkreisen kennen heute nur noch wenige den Namen L\u00e9on Bakst, und dennoch stand er zu seiner Zeit im Mittelpunkt der Kulturszene und hat sie bis heute beeinflu\u00dft.<\/p>\n<p>Lev Samo\u00eflovich Rosenberg, der sich sp\u00e4ter L\u00e9on Bakst nannte, kam am 10. Mai 1866 in Grodno in Wei\u00dfru\u00dfland als Kind einer b\u00fcrgerlichen, j\u00fcdischen Familie zur Welt. Er erkannte fr\u00fch sein Zeichentalent und setzt bei seinen Eltern durch, Maler zu werden. Mit 17 Jahren beginnt er seine Studien an der Kunstakademie in Sankt Petersburg, die allerdings schon vier Jahre sp\u00e4ter zu Ende gehen sollten. Wohl unter dem Einflu\u00df der <em>Genossenschaft der k\u00fcnstlerischen Wanderausstellungen<\/em>, deren K\u00fcnstler in realistischem Stil das Leben des Volkes und der sozialen Ungerechtigkeit malten, erregt Bakst mit einer sehr lebensnahen und zeitnahen Darstellung der<em> Jungfrau Maria beweint den Leichnam Christi<\/em> die Emp\u00f6rung seiner Lehrer und verl\u00e4\u00dft, statt sich zu f\u00fcgen, w\u00fctend die Akademie. Das Ereignis st\u00e4rkt zwar seinen Charakter, aber bedeutet erstmal eine Zeit bitternster Armut. Noch dazu stirbt 1887 sein Gro\u00dfvater und seine Eltern lassen sich scheiden. Er ist nun gezwungen, auch f\u00fcr den Unterhalt seiner Gro\u00dfmutter, seiner Mutter und seiner Geschwister aufzukommen. Bakst arbeitet pausenlos, nun auch als Buch-Illustrator und als Zeichenlehrer. Und langsam wird der Name Bakst in K\u00fcnstlerkreisen bekannt. Graf Benckendorff, einer seiner ersten Sch\u00fcler und M\u00e4zene, stellt ihn dem Gro\u00dff\u00fcrsten Wladimir Alexandrowitsch, dem Bruder des Zaren Alexander III., vor. Um 1891 f\u00fchrt ihn sein Freund, der Schriftsteller Alexander Benois, in eine Gruppe von K\u00fcnstlern und Schriftstellern ein, die sich <em>Les Pickwickiens <\/em>nennen. Unter ihren Mitgliedern befinden sich viele, die sp\u00e4ter bei der Gr\u00fcndung der <em>Ballets Russes<\/em> eine Rolle gespielt haben, in erster Linie Sergei Pawlowitsch Djagilew.<\/p>\n<p>Mit Djagilew und Benois gr\u00fcndet Bakst 1999 die <em>avant-garde<\/em> Kunstzeitschrift <em>Mir Iskusstwa <\/em>(<em>Welt der Kunst<\/em>). Djagilew \u00fcbernimmt die Leitung und Bakst wird k\u00fcnstlerischer Direktor. \u00c4hnlich wie vor ihnen die Pr\u00e4raffaeliten in England bek\u00e4mpfen auch die K\u00fcnstler, die sich um <em>Mir Iskusstwa <\/em>geschart haben, das Anti-\u00c4sthetische der industriellen Revolution und den Positivismus in der Kunst. Ihre Vorbilder sind einerseits die traditionelle russische Volkskunst und die Welt der M\u00e4rchen und Tr\u00e4ume, andererseits der Rokoko des 18. Jahrhunderts, besonders Antoine Watteau. Ihre Traumstadt ist Venedig mit ihrer faszinierenden Welt der Karnevalsmasken und ihrer verfeinerten Kultur. (Interessant in diesem Zusammenhang, da\u00df sich sowohl Djagilew wie auch Strawinsky in Venedig haben begraben lassen).<\/p>\n<p>Die Suche nach \u00c4sthetik sowie die zauberhafte Welt der M\u00e4rchen \u00fcbt auf Bakst einen nachhaltigen Einflu\u00df aus. Diese Ausrichtung wird durch die Eindr\u00fccke der archaischen Klassik und des Orientalischen auf sp\u00e4teren Reisen nach Griechenland und Nordafrika noch verst\u00e4rkt und findet dann seinen Niederschlag in seinen B\u00fchnenbildern und B\u00fchnenkost\u00fcmen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6898 alignleft\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst2.jpg\" alt=\"bakst2\" width=\"325\" height=\"420\" \/><\/a>Durch die starke Verquickung der kulturellen und intellektuellen Kreise in Sankt Petersburg lernt Bakst immer mehr russische Musiker und Schriftsteller kennen. Und diese Freundschaften, besonders mit Schriftstellern, sind ihm sein Leben lang wichtig gewesen. Eine der ersten davon ist ihm besonders wertvoll: er lernt den Mann kennen, der das Theater revolutioniert, Anton Tschechow.<\/p>\n<p><em>Ich werde mich lange an diesen regnerischen Tag erinnern, an das freudig-l\u00e4chelnde Gesicht Tschechows, an seine feierliche Stimme&#8230;..Dieses erste Zusammentreffen hat mich buchst\u00e4blich bezaubert, <\/em>schreibt er sp\u00e4ter dar\u00fcber.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Jahre 1901-1908, zwischen Musikern, Dichtern und Malern, beginnt er seine ersten Arbeiten f\u00fcr die B\u00fchne und kreiert die Kost\u00fcme und B\u00fchnenbilder f\u00fcr Auff\u00fchrungen in verschiedenen Theatern.<\/p>\n<p>Dort entwirft er das Konzept seiner B\u00fchnent\u00e4tigkeit:<\/p>\n<p><em>In Ru\u00dfland ist es der Maler, der die Gestaltung des Ballets und des lyrischen Dramas anregt. Er entscheidet den Stil, die bildliche Gesamtlinie, den Grundton der B\u00fchnenbilder, und sogar den Geist der Regie&#8230;&#8230;&#8230; Die Darsteller, die ich anziehe (denn hier in Ru\u00dfland entwerfen wir sowohl die B\u00fchnenbilder als auch die Kost\u00fcme), werden behandelt wie die <\/em><\/p>\n<h6 style=\"text-align: left;\">Kost\u00fcmentwurf f\u00fcr<em> Narcisse<\/em> und Programmheft<\/h6>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6899 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst3.jpg\" alt=\"bakst3\" width=\"294\" height=\"370\" \/><\/a>letzten Pinselstriche eines Gem\u00e4ldes. Und den Hauptdarstellern habe ich immer den vorherrschenden Farbton des Gem\u00e4ldes vorbehalten. Deswegen ist es f\u00fcr mich unglaublich schwer, der \u00c4nderung auch nur einer Nuance bei einem meiner Hauptdarsteller zuzulassen, weil diese Ver\u00e4nderung sowohl die Farbabfolge als auch meinen vorherrschenden Farbton zerst\u00f6ren w\u00fcrde <\/em>schreibt er 1911.<\/p>\n<h3><strong>Zwischen Sankt Peterburg und Paris<\/strong><\/h3>\n<p>Ab 1893 pendelt Bakst zwischen Sankt Peterburg und Paris hin und her. Nicht zuletzt auf Grund amour\u00f6ser Beziehungen werden die Aufenthalte in der franz\u00f6sischen Hauptstadt immer ausgedehnter und Paris wird langsam zu seiner zweiten Heimat.<\/p>\n<p>Ein weiterer entscheidender Schritt auf dem Wege zum Ruhm wird f\u00fcr Bakst die 1905 erst in Sankt Petersburg und im folgenden Jahr beim <em>Salon d\u2019Automne<\/em> in Paris gezeigte, von Djagilew organisierte Ausstellung russischer Maler. Bakst f\u00e4llt auf als Portraitmaler (u.a. das noch ganz konventionelle \u00d6lgem\u00e4lde <em>Djagilew und seine Gouvernante<\/em>), als Illustrator und als B\u00fchnenbildner.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">Kost\u00fcmentwurf f\u00fcr den <em>Nachmittag eines Fauns<br \/>\n<\/em><\/h6>\n<p>Im Jahre 1902 heiratet Bakst Liubow Pavlowna Gritsenko, die Witwe des Malers Nikolaus Gritsenko und Tochter des reichen Industriellen und M\u00e4zenen Pavel Tretiakow. Um sie heiraten zu k\u00f6nnen, mu\u00df er zum Christentum \u00fcbertreten. Eine seiner neuen Schw\u00e4gerinnen ist die Frau des Pianisten Alexander Ziloti, eines Cousins Serge Rachmaninows. Vier Jahre nach dieser Hochzeit kommt sein Sohn Andr\u00e9 zur Welt, der sich als B\u00fchnen- als auch als Filmk\u00fcnstler einen Namen machen wird. Doch 1910 wird Baksts Ehe geschieden, und er kehrt zum j\u00fcdischen Glauben zur\u00fcck.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Zeit 1906-1908 \u00fcbernimmt er au\u00dferdem die Leitung der Schule Zvantseva, die sich als freie Kunstschule gegen\u00fcber der offiziellen Kunstschule profiliert. Dort nimmt er einen jungen Maler namens Marc Chagall als Sch\u00fcler an, obwohl dieser nicht das Geld aufbringen konnte, um die Schulgeb\u00fchren zu bezahlen. Chagall hat seinem Lehrer sein Leben lang eine gro\u00dfe Dankbarkeit und Bewunderung bewahrt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6900 alignleft\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst4.jpg\" alt=\"bakst4\" width=\"304\" height=\"383\" \/><\/a>Als er viele Jahre sp\u00e4ter von seinem Tod erf\u00e4hrt, schreibt er: <em>Ich bin ungl\u00fccklich \u00fcber den Tod meines ersten und unverge\u00dflichen Lehrmeisters, Lev Samo\u00eflovich Bakst, dem ich so viel verdanke. Du sehr Teurer, ich wei\u00df, da\u00df Du mich geliebt hast. In meinem Herzen wird eine ewige Liebe f\u00fcr Dich wohnen. Marc Chagall, Paris, 1924. <\/em>Ob er wohl auch an Bakst gedacht hat als er 1959 f\u00fcr die Pariser Oper die B\u00fchnenbilder und die Kost\u00fcme f\u00fcr das Ballet<em> Daphnis et Chlo\u00e9 <\/em>entwarf?<\/p>\n<h3><em>\u00a0<\/em><strong><em>Les Ballets Russes<\/em><\/strong><\/h3>\n<p>Paris ist zu der Zeit die weltweit gefeierte Kulturhauptstadt. Und es durchlebt eine der kulturell reichsten Perioden seiner, die sich kurz vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs mit diesem magisch-glitzernden Feuerwerk von Djagilews <em>Ballets Russes <\/em>ein letztes Mal verschwendet und erlischt. Denn mit ihrem Auftreten im<em> Th\u00e9\u00e2tre du Ch\u00e2telet<\/em> und sp\u00e4ter auch im <em>Th\u00e9\u00e2tre des Champs \u00c9lys\u00e9es<\/em> beginnt eine der brillantesten, aber auch eine der revolutionierendsten Kapitel der B\u00fchnengeschichte der franz\u00f6sischen Hauptstadt.<\/p>\n<p>In einer selten fruchtbaren Zusammenarbeit verschiedener Kunstgattungen bringt Djagilew eine<\/p>\n<h6>Kost\u00fcmentwurf f\u00fcr <em>Der blaue Gott<\/em><\/h6>\n<p>unaufh\u00f6rlich scheinende Abfolge von Werken auf die B\u00fchne, f\u00fcr die Bakst meistens die B\u00fchnenbilder und Kost\u00fcme schafft, f\u00fcr die Michel Fokine, Vaslav Nijinsky, Ivan Clustine oder L\u00e9onide Massine die Choreographie erfinden und f\u00fcr die Komponisten wie Igor Strawinsky, Nikolaus Rimsky-Korsakow, Modeste Mussorgsky, Claude Debussy, Maurice Ravel und Richard Strauss die Musik schreiben. Die vielleicht bekanntesten dieser Ballette sind <em>Scheherazade, Der Feuervogel <\/em>(1910), <em>Der Nachmittag eines Fauns, Daphnis und Chloe, Salome <\/em>(Ida Rubinstein<em>, <\/em>1912).<\/p>\n<p>In diese Reihe geh\u00f6ren auch<em> Petruschka <\/em>(1911<em>)<\/em> und <em>Le Sacre du Printemps <\/em>(1913<em>)<\/em>, obwohl Bakst hier nicht mitgearbeitet hat. Gerade noch kurz vor dem ersten Weltkrieg, kommt es 1914 auch zu einer Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss und zu der Auff\u00fchrung deren Balletts <em>Die Josefslegende<\/em> im <em>Th\u00e9\u00e2tre de l\u2018Op\u00e9ra<\/em>.<\/p>\n<p>Die Werke Baksts f\u00fcr die B\u00fchne werden sowohl in Paris 2011 (<em>Mus\u00e9e des Arts D\u00e9coratifs<\/em>) als auch in London 1912\/13 (<em>Fine Arts Society<\/em>) \u00f6ffentlich ausgestellt. W\u00e4hrend dieser reichen Schaffensperiode kommt Baksts \u201eB\u00fchnenkonzept\u201c voll zur Anwendung und auch seine Theorien \u00fcber die Symbolik und emotionelle Kraft der Farben:<\/p>\n<p><em>Ich habe oft bemerkt, da\u00df jede Farbe des Primas seine Abstufung hat, die manchmal die Offenheit und die Keuschheit, manchmal die Sinnlichkeit, ja sogar die Bestialit\u00e4t, manchmal den Stolz und manchmal die Verzweiflung ausdr\u00fcckt. Das kann man durch die verschiedenen Nuancen andeuten. Und das habe ich in \u201aScheherazade\u2018 versucht. Gegen ein trostloses Gr\u00fcn habe ich ein Blau voller Verzweiflung gestellt, so paradox das auch erscheinen mag. Es gibt Rots, die sind triumphierend und andere, die sind m\u00f6rderisch. Ein Blau kann die Farbe der Maria Magdalena sein, ein anderes die der Messalina.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6901 alignleft\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst5.jpg\" alt=\"bakst5\" width=\"324\" height=\"895\" \/><\/a>Und wenn die Musik oder die Choreographie hin und wieder auch wildtobende Skandale entfacht hat (vgl. dazu auch den Artikel <em>Le Massacre du Printemps<\/em>, OPERAPOINT, Heft 3\/2013), so kann man sicher sein, da\u00df der Zauber und die Farbenpracht, ja das M\u00e4rchenhafte der B\u00fchnenbilder und Kost\u00fcme begeistern. Und diese Begeisterung geht so weit, da\u00df es nun \u00fcberall Mode wird, sich einen Salon <em>\u00e0 la Bakst<\/em> einzurichten, mit farbenpr\u00e4chtigen Kissen und m\u00e4rchenhaften Wandbespannungen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt so weit, das Bakst in den 1920 Jahren Textilentw\u00fcrfe f\u00fcr die Textilindustrie macht, so wie er auch mit K\u00fcnstlern der Branche <em>Art D\u00e9coratif <\/em>zusammenarbeitet, wie mit dem Schmuck- und Kunstglashersteller Ren\u00e9 Lalique.<\/p>\n<p>Auch auf die Pariser Mode haben seine Entw\u00fcrfe einen unmittelbaren Einflu\u00df. Seit dem triumphalen Erfolg des Ballets <em>Scheherazade<\/em> entdecken die Pariserinnen und mit ihnen die ganze Welt, pl\u00f6tzlich ihren Geschmack f\u00fcrs Orientalische.<\/p>\n<p>Jean Cocteau schrieb dazu etwas ironisch:<\/p>\n<p><em>Die elegante Damenwelt ist unter das Joch des Bakst geraten. Die Korsetts, die Girlanden, die Puff\u00e4rmel, die Diademe, der T\u00fcll, die Haarknoten, all das ist verschwunden und wird nun durch Turbane, Federb\u00fcsche, persische Tuniken, Halsb\u00e4nder und all die anderen<\/em> <em>schrecklichen Verlockungen von 1001 Nacht ersetzt.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: left;\">\u00a0\u00a0 Kost\u00fcmentwurf f\u00fcr <em>Die Josefslegende<\/em><\/h6>\n<p>So ist er nicht erstaunlich, da\u00df sich auch im weiteren und heute noch die \u201eHohepriester\u201c der <em>Haute Couture<\/em>, wie z.B. Karl Lagerfeld oder Yves Saint Laurent, sich gerne von Bakst beeinflussen lassen, so wie auch Christian Lacroix 2001 bei den Kost\u00fcmentw\u00fcrfen zu einer Neuproduktion von <em>Scheherazade <\/em>an der Pariser Oper. Auch w\u00e4hrend und nach dem Ersten Weltkrieg versucht Bakst seine B\u00fchnent\u00e4tigkeit fortzusetzen. Er ist dazu gezwungen, denn der Krieg und danach die Revolution haben ihn von seiner Heimat abgeschnitten, und er hat sonst keine Eink\u00fcnfte. So kommt es u.a. 1921 noch einmal zur aufsehenerregenden Auff\u00fchrung des Ballets <em>Dornr\u00f6schen <\/em>im <em>Alhambra Theatre<\/em> in London. Am 27. Dezember 1924 stirbt L\u00e9on Bakst. Pablo Picasso, Ida Rubinstein, Jean Cocteau, Sergei Prokofiev und viele andere begleiten seinen Sarg zum Friedhof von Batignolles in Paris.<\/p>\n<p><em>\u00a0 \u201e &#8230;&#8230;.. Gr\u00fc\u00dfen Sie Bakst vielmals von mir. Ich bewundere ihn unendlich, denn f\u00fcr mich gibt es nichts Sch\u00f6neres als Scheherazade. Marcel Proust.\u201c<\/em> (Ausschnitt aus einem Brief).<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<h6>Bilder: Alle in diesem Artikel verwendeten Illustrationen unterliegen dem \u00a9\u00a0Biblioth\u00e8que nationale de France\/Photo d\u00e9partement de la Reproduction. Une co\u00e9dition Albin Michel\/BnF \u00c9ditions en\u00a0partenariat\u00a0avec l\u2019Op\u00e9ra de Paris. Der reich illustrierte Ausstellungskatalog wurde unter der Leitung von Mathias Auclair, Sarah Barbedette und St\u00e9phan Barsacq herausgegeben.<a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6902 alignleft\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst6.jpg\" alt=\"bakst6\" width=\"265\" height=\"405\" \/><\/a><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: left;\"><em>Kost\u00fcmentwurf f\u00fcrScheherazade<\/em><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><em>Szenenentwurf f\u00fcr Phaedra<br \/>\n<\/em><\/h6>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6903 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Bakst7.jpg\" alt=\"bakst7\" width=\"868\" height=\"513\" \/><\/a><\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><em>\u00a0<\/em><\/h6>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><em>\u00a0<\/em><\/h6>\n<h6 style=\"text-align: center;\"><em>\u00a0<\/em><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Szenenentwurf f\u00fcr La Pisanelle Die Op\u00e9ra de Paris, die Biblioth\u00e8que Nationale de France und das Verlagshaus Alban Michel haben am 22. November 2016 im Palais Garnier in Paris zum 150. 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