{"id":689,"date":"2009-05-19T10:12:03","date_gmt":"2009-05-19T08:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=689"},"modified":"2010-03-21T23:42:58","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:58","slug":"erfurt-theater-mefistofele","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=689","title":{"rendered":"Erfurt, Theater &#8211; MEFISTOFELE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Arrigo Boito (1842-1918); Oper in einem Prolog, vier Akten und einem Epilog, Text: Arrigo Boito, UA: Zweitfassung: 1875, Bologna<br \/>\nRegie: Guy Montavon, Ausstattung: Peter Sykora<br \/>\nDirigent: Walter E. Gugerbauer, Philharmonisches Orchester und Opernchor, Philharmonischer Chor Erfurt, Philharmonischer Kinder- und Jugendchor, Musikschule Erfurt<br \/>\nSolisten: Vazgen Ghazaryan (Mefistofele), Richard Carlucci (Faust), Gweneth-Ann Jeffers (Margherita\/Elena), Stephanie M\u00fcther (Marta\/Pantalis), Marwan Shamiyeh (Wagner\/Nero).<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 16. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"erfurt-mefistofele.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/erfurt-mefistofele.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"erfurt-mefistofele.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/erfurt-mefistofele.jpg\" \/><\/a>Im Prinzip stellt Mefistofele eine Bearbeitung von Goethes <em>Faust I und II<\/em> dar, sozusagen ein italienischer<em> Faust<\/em>. Folgende Szenen finden Verwendung: Prolog im Himmel: Die Wette des Teufels mit dem Herrn um die Fausts Seele. Faust kehrt mit Wagner vom Osterspaziergang zur\u00fcck. Mefistofele verfolgt sie ins Studierzimmer und Laboratorium und schlie\u00dft mit Faust einen Pakt, um einen Augenblick reinsten Gl\u00fccks. Spricht Faust zum Augenblick <em>Verweile, Du bist so sch\u00f6n<\/em>, so verf\u00e4llt ihm seine Seele. Im Garten stellt Faust an Margherita die Gretchenfrage, in der Walpurgisnacht verf\u00e4llt er ihr im wilden Treiben. Im Kerker b\u00fc\u00dft Margherita als M\u00f6rderin, aber ihre Seele ist gerettet, als sie vor dem Teufel zur\u00fcckweicht. In der Klassischen Walpurgisnacht ist Faust von Elena als Idealbild der Frau berauscht. Faust ist zum Schlu\u00df wieder in seinem Studierzimmer und spricht im Sterben fast die Paktworte. Seine Seele jedoch ist wegen seines lebenslangen Strebens gerettet.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAls der Vorhang sich \u00f6ffnet f\u00e4llt der Blick auf eine \u00fcberdimensionale Labor-Leuchte. Die Handlung und der Zuschauer befinden sich damit immer im Blick des g\u00f6ttlichen Herrn, der uns von oben her beobachtet. Er beauftragt eine Geheimgesellschaft mit der Herstellung des Homunkulus. Was er dann zu sehen bekommt ist eine perfekt ausgeleuchtete B\u00fchne, die von finsterer Nacht bis Morgenrot alles zu bieten hat. In ebenso perfekter Personenregie findet der Osterspaziergang statt. Nach einem modern ausgestatteten Laboratorium mit viel elektronischen Krimskrams, der auch Knall auf Fall den Geist aufgibt, d\u00e4mmert eine mit vielen Totenk\u00f6pfen ausgestattete Walpurgisnacht herauf, die in einer Orgie endet &#8211; inklusive einer heftigen Nummer zwischen Faust und Margherita\/Elena. Da Faust im Tode das Geheimnis des Homunkulus nicht preisgeben will und den F\u00f6tus vernichtet, wird Mephisto in die Geheimgesellschaft aufgenommen. Spielende Kinder ziehen mahnend \u00fcber die B\u00fchne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nSchon Goethe selbst hatte Bedenken mit einer musikalischen Umsetzung des Faust. Nur Mozart und Meyerbeer w\u00e4ren dazu f\u00e4hig, meinte er. Fast wie ein Fluch lastete diese Aussage \u00fcber der Urauff\u00fchrung von Boitos <em>Mefistofele<\/em>, erst die \u00dcberarbeitung wurde ein Welterfolg. Unter der Leitung von <strong>Walter E. Gugerbauer<\/strong> kann man den Grund f\u00fcr diesen Erfolg nachvollziehen: Es wurde die passende musikalische Untermalung zu einer der deutschesten Trag\u00f6dien gefunden. Sie erinnert tats\u00e4chlich an Meyerbeer, ist aber in der Wirkung typisch italienisch dramatisch, dabei aber von gro\u00dfer Frische und Spontaneit\u00e4t. Aber auch den Humor Goethes kann man hier wiederfinden. Ein weiterer Grund f\u00fcr den Erfolg dieses Abends ist die durchwegs ausgezeichnete S\u00e4ngerriege. <strong>Richard Carlucci<\/strong> (Faust) ist der wohlt\u00f6nende italienische Tenor, <strong>Gweneth-Ann Jeffers<\/strong> ein toller Sopran mit hervorragender sicherer H\u00f6he in einer Doppelrolle als Margherita und Elena. <strong>Vazgen Ghazaryan<\/strong> ist ein volumenstarker Ba\u00df wenn ihm auch ein wenig die d\u00e4monische Tiefe fehlt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine zentrale Frage der Rezeption des <em>Mefistofele<\/em> ist die Frage, ob Margherita und Elena identisch sind. Hier sind sie es. Ebenso interessant ist die Sichtweise des Regisseurs <strong>Guy Montavon<\/strong>: Die Geheimgesellschaft, die den Homunkulus will, ist eine werkimmanente und vor allem spannende Interpretation. Gelungen auch die Umsetzung in einer bunten, fast revuehaften, aber vor allem eindeutigen und allgemeinverst\u00e4ndlichen Inszenierung. Das Publikum dankte mit langem, freundlichen Applaus.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Peter Sykora<br \/>\nDas Bild zeigt: Der Osterspaziergang einmal anders.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Arrigo Boito (1842-1918); Oper in einem Prolog, vier Akten und einem Epilog, Text: Arrigo Boito, UA: Zweitfassung: 1875, Bologna Regie: Guy Montavon, Ausstattung: Peter Sykora Dirigent: Walter E. 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