{"id":6884,"date":"2016-11-15T19:54:58","date_gmt":"2016-11-15T18:54:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6884"},"modified":"2016-11-16T19:57:54","modified_gmt":"2016-11-16T18:57:54","slug":"macbeth-aachen-stadttheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6884","title":{"rendered":"MACBETH &#8211; Aachen, Stadttheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Giuseppe Verdi, Oper in vier Akten, Text: Francesco Maria Piave UA: 14. M\u00e4rz 1847, Teatro della Pergola, Florenz<\/p>\n<p>Regie: Tobias Heyder, B\u00fchne: Christina Mrosek, Kost\u00fcme: Janine Werthmann<\/p>\n<p>Dirigent: Kazem Abdullah und das Sinfonieorchester Aachen<\/p>\n<p>Solisten: Hr\u00f3lfur Saemundsson (Macbeth), Lukasz Konieczny (Banquo), Sanja Radi\u0161i\u0107 (Lady Macbeth), Larisa Vasyukhina (Kammerfrau der Lady Macbeth), Alexey Sayapin (Macduff), Soon-Wook Ka (Malcolm), Vasilis Tsanaktsidis (Ein Arzt)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 13. November 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Aachen-Macbeth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6885 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Aachen-Macbeth.jpg\" alt=\"Macbeth Oper von Giuseppe Verdi\" width=\"680\" height=\"420\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Aachen-Macbeth.jpg 680w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Aachen-Macbeth-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Hexen prophezeien Macbeth die K\u00f6nigskrone. Bald darauf wird er zum Than von Cawdor ernannt. Lady Macbeth bringt ihren Mann dazu, K\u00f6nig Duncan umzubringen. Nach seinem Tod wird Macbeth K\u00f6nig. Um seine Tat zu vertuschen, l\u00e4\u00dft er auch Banquo ermorden. Doch die Morde lasten auf seinem Gewissen. Er sucht die Hexen zum zweiten Mal auf, und sie sagen ihm voraus, da\u00df keiner von einer Frau Geborener ihm schaden k\u00f6nne. Lady Macbeth wird \u00fcber das Morden wahnsinnig und stirbt. Macduff, der nicht auf nat\u00fcrlichem Wege geboren, sondern aus dem Leib der Mutter geschnitten wurde, t\u00f6tet Macbeth. Malcolm, Duncans Sohn, wird der neue K\u00f6nig.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Der K\u00f6nigshof wird als Schauplatz durch eine Metallwand aus Aluminium mit T\u00fcren und Fenster\u00f6ffnungen, dargestellt. Einzelne Requisiten wie Kronleuchter, Bett und Tafel symbolisieren die R\u00e4umlichkeiten. Wei\u00dfe Lichteffekte sorgen f\u00fcr eine kalte, unheimliche Stimmung. Die Kost\u00fcme sind zeitlos, in wei\u00df, schwarz und rot und spiegeln den seelischen Wandel der Figuren wider. Vor den Morden erscheint Lady Macbeth beispielsweise in wei\u00dfem Kleid, danach in einem blutroten Kleid mit Plisseefalten und Ledermieder. Macbeth tr\u00e4gt zun\u00e4chst einen schwarzen Anzug mit roten N\u00e4hten, sp\u00e4ter eine rote K\u00f6nigsrobe. Die Hexen tragen schwarze Paillettenkleider und haben blutverschmierte Gesichter. Auf diese Weise wird die Farbsymbolik der Gewalt sehr raffiniert in die Handlung eingewoben und ist allgegenw\u00e4rtig.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Mit einem schnellen aber festen Dirigat er\u00f6ffnet <strong>Kazem Abdullah<\/strong> in der Ouvert\u00fcre den Abend. Die chromatischen Tonleiterl\u00e4ufe in den Streichern und Bl\u00e4sern sind harmonisch sehr gut abgestimmt, so da\u00df der verhei\u00dfungsvolle Charakter der Musik sich entfalten kann. Das Gesangsensemble kann durchweg durch technische Raffinessen und gro\u00dfartiges Schauspiel \u00fcberzeugen. Allen voran <strong>Sanja Radi\u0161i\u0107<\/strong> (Lady Macbeth), die mit ihrem warmen Mezzosopran eine unglaubliche Bandbreite an Emotionen transportiert. In der Cavatine <em>Vieni! T\u2019affreta<\/em> \u2013 <em>Komm! Beeil dich <\/em>setzt sie die gro\u00dfen Tonspr\u00fcnge mit einer solchen stimmlichen Perfektion an, da\u00df zwischen H\u00f6he und Tiefe keine Patzer zu h\u00f6ren sind. Jeder Ton wird von ihr mit sehr viel Gef\u00fchl ausgesungen, dabei klingen die Spitzent\u00f6ne strahlend und klar im Fortissimo, ebenso gelingt es ihr, mit ihrer Stimme d\u00fcster und unheimlich in der Tiefe zu spielen. Ihr schauspielerisches K\u00f6nnen beweist sie vor allem im letzten Akt: hier kr\u00fcmmt sie sich am Boden, lacht, weint und baut Schluchzer und St\u00f6hnen in ihren Gesang ein. Ihr Gesangspartner <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson<\/strong> (Macbeth) singt mit einem tenoral gef\u00e4rbten Bariton, der besonders durch dramatische Akzente in der Dynamik hervorsticht. Nachdem er Duncan umgebracht hat, steht er auf seinem Bett, dr\u00fcckt den Leichnam an sich und schreit seine Reue mit gro\u00dfer Energie heraus. Dabei gelingt ihm auch das Anschwellen der Stimme auf einem Ton besonders gut. In der Tiefe klingt er dagegen grollend und ausgesprochen zart (<em>sotto voce)<\/em>. Ebenso erw\u00e4hnenswert ist <strong>Alexey Sayapin<\/strong> (Macduff), dessen metallischer Tenor eine sehr klare Stimmfarbe hat. In der Arie <em>Ah, la paterna mano<\/em> \u2013 <em>Ach, die v\u00e4terliche Hand <\/em>singt er mit sehr viel Schmerz und sehnsuchtsvoller Betonung. <strong>Lukasz Konieczny<\/strong> (Banquo) besticht mit einem klaren Bariton, der in der H\u00f6he angenehm klirrend klingt. In der Arie <em>Come dal ciel precipita<\/em> \u2013 <em>Sieh, wie vom Himmel herab<\/em> singt er mit gleichbleibender Dynamik und stetiger Lautst\u00e4rke, dabei verleiht er seiner Stimme ein bedrohliches tiefes Grollen. Die Leistung des <strong>Chores<\/strong> ist ebenfalls ein wahrer Genu\u00df. Das Finale untersteicht den durchweg klanggewaltigen Stimmeinsatz und die harmonische Ausgewogenheit der einzelnen Stimmen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung lebt von der leidenschaftlichen Darbietung der Hauptdarsteller. Die schlichte B\u00fchnengestaltung und die Farbwahl der Kost\u00fcme unterst\u00fctzt die unheimliche Stimmung, so da\u00df einem die Gewaltspirale, in der sich das K\u00f6nigspaar befindet, immer bewu\u00dft bleibt. In Zusammenklang mit dem Orchester und dem Chor erzeugt das unglaubliche Momente mit G\u00e4nsehaut. Das Publikum applaudiert f\u00fcr das gesamte Ensemble sehr lange und erhebt sich von seinen Pl\u00e4tzen. Publikumslieblinge sind Sanja Radi\u0161i\u0107 und Hr\u00f3lfur Saemundsson.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild von: Wil van Iersel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hr\u00f3lfur Saemundsson (Macbeth), Sanja Radi\u0161i\u0107 (Lady Macbeth), Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Giuseppe Verdi, Oper in vier Akten, Text: Francesco Maria Piave UA: 14. 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