{"id":687,"date":"2009-05-26T09:46:25","date_gmt":"2009-05-26T07:46:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=687"},"modified":"2010-03-21T23:42:57","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:57","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-ariadne-auf-naxos","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=687","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; ARIADNE AUF NAXOS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strau\u00df (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. Oktober 1916, Hofoper Wien,<br \/>\nDirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle<br \/>\nRegie: Achim Thorwald, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Ute Fr\u00fchling, Anne Buffetrille, Licht: Gerd Meier; Dramaturgie: Anabelle K\u00f6hler<br \/>\nSolisten: Hannsj\u00f6rg Schuster (Bankdirektor Jourdain), Anne-Kathrin Bartholom\u00e4us (Frau Jourdain, seine Gattin), Jochen Neupert (Haushofmeister), Christina Niessen (Primadonna\/Ariadne), Lance Ryan (Tenor\/Bacchus), Sabrina K\u00f6gel (Komponist), Edward Gauntt (Musiklehrer), Hans-J\u00f6rg Weinscheink (Tanzmeister), Diana Tomsche (Zerbinetta), Harlekin ( Tero Hannula) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-ariadne.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/karlsruhe-ariadne.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-ariadne.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/karlsruhe-ariadne.jpg\" \/><\/a>Im Haus des reichsten Mannes von Wien findet ein Festabend statt. Auf dem Programm stehen die heroische Oper <em>Ariadne<\/em> sowie ein heiteres Nachspiel und abschlie\u00dfend ein gro\u00dfes Feuerwerk. Der Komponist ist entsetzt, da\u00df seiner Oper eine heitere Posse folgen soll, von deren Protagonistin Zerbinetta er allerdings entz\u00fcckt ist. Nachdem der Haushofmeister verk\u00fcndet, das Nachspiel solle weder vor noch nach der Oper stattfinden, sondern mit dem Trauerspiel <em>Ariadne<\/em> gleichzeitig, wird der Komponist von seinem Musiklehrer ermahnt, um des Geldes willen den Kompromi\u00df einzugehen.<br \/>\nZu Beginn der Oper liegt die von ihrem Geliebten Theseus verlassene <em>Ariadne<\/em> trauernd in einer H\u00f6hle auf der Insel Naxos. Die Dienerinnen Ariadnes betrauern ihr Schicksal. Vergebens versuchen Zerbinetta und ihre Begleiter die Prinzessin aufzuheitern. Zerbinetta versucht, <em>Ariadne<\/em> umzustimmen und ebenfalls nach dem Verlust eines Geliebten einfach auf den n\u00e4chsten zu warten. Im Anschlu\u00df verlieren sich Zerbinettas Gef\u00e4hrten jedoch in die \u00fcblichen Liebeleien um ihre Anf\u00fchrerin. Dann verk\u00fcnden <em>Ariadne<\/em>s Dienerinnen die Ankunft eines Gottes: Bacchus. Dieser konnte den F\u00e4ngen der Zauberin Circe entfliehen, f\u00fchlt sich nun aber von <em>Ariadne<\/em> auf andere Weise verzaubert. Diese glaubt, es handle sich um Hermes, der sie ins Totenreich hin\u00fcberf\u00fchren will. Gemeinsam verwandelt steigen sie auf das Schiff.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend des ersten Teils (Vorspiel) befinden sich auf der B\u00fchne die Kulissen f\u00fcr die nach der Pause stattfindende Oper. Den Hintergrund bildet ein Gem\u00e4lde, das Arnold B\u00f6cklins <em>Toteninsel<\/em> sehr nahe kommt. Neu ist in Karlsruhe das Bankiersehepaar Jourdain, welchem der reichste Mann Wiens weichen mu\u00dfte. Vor dem eigentlichen Beginn der Oper k\u00fcndigt das Ehepaar selbst die abendliche Vorstellung an und nimmt samt dem Komponisten am B\u00fchnenrand Platz. Im zweiten Teil zeigt die B\u00fchne zentral eine dorische Tempelfassade, vor welcher sich die gesamte Handlung abspielt. F\u00fcr die buffonesken Elemente verwandelt sich die ansonsten eher in neutralem Licht gehaltene B\u00fchne ins farbenfrohe, samt einer bunten Lichterkette vor der Tempelwand. Bei Bacchus letzten Worten <em>Und eher sterben die ewigen Sterne<\/em> erstrahlt der Hintergrund in einem n\u00e4chtlichen Sternenhimmel, w\u00e4hrend die drei Nymphen das neue Liebespaar unter einem wei\u00dfen Tuch verbergen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nK\u00fcnstlerisch zeigte sich das Karlsruher Ensemble an diesem Abend von seiner gewohnt guten Seite. <strong>Sabrina K\u00f6gel<\/strong> (Komponist) sang mit kindlich-klarer Stimme eine eindrucksvolle Partie, die leider im Forte-Bereich einige Sch\u00e4rfen aufwies, was ihr silbriges Timbre mittlerer Lautst\u00e4rke aber wieder gutmachte. <strong>Christina Niessen<\/strong> (Ariadne) erwies sich besonders in tiefen Lagen wie bei <em>Es gibt ein Reich wo alles rein ist<\/em> als \u00e4u\u00dferst gute Besetzung, an lauteren Stellen wirkten die hellen Vokale jedoch teilweise etwas geschlossen. <strong>Diana Tomsche<\/strong> (Zerbinetta) dagegen erschien in allen Stimmlagen geschmeidig und auch technisch brillant bis in die Spitzent\u00f6ne, zurecht vom Publikum nach ihrem Auftritt <em>Gro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin<\/em> mit minutenlangem Applaus bejubelt, nachdem ihr auch die anspruchsvollsten Koloraturen keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten schienen. <strong>Lance Ryan<\/strong> (Tenor\/Bacchus) sang technisch makellos eine leider nach wie vor von amerikanischem Akzent getr\u00fcbte Partie, was zu einer starken Vokaleinf\u00e4rbung f\u00fchrte und so den Reiz seiner Stimme mindert. Der Dirigent<strong> Jochem Hochstenbach<\/strong> bevorzugte rasche Tempi, zeigte aber gro\u00dfes Feingef\u00fchl beim Hervorheben von Soloinstrumenten, was den S\u00e4ngern einen eindrucksvollen musikalischen Rahmen gab.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung des scheidenden Karlsruher Intendanten zeigt einen Traditionalisten, der nicht zu \u00fcbertriebener Aktualisierung neigt, auch wenn die Textpassagen des Haushofmeisters an mancher Stelle umgeschrieben wurden. Doch weshalb wird der reichste Mann Wiens zum Bankiersehepaar? Der Einfall ist sicherlich originell, wird jedoch im Programmheft nicht als eigene Zutat der Karlsruher Inszenierung benannt. Ansonsten kann man aber mit Sicherheit von einer \u00e4u\u00dferst empfehlenswerten Vorstellung sprechen.<br \/>\nDaniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt den Komponisten (Sabrina K\u00f6gel) bei seinem ersten Auftritt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strau\u00df (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: erste Fassung: 25. Oktober 1912, Hoftheater Stuttgart, zweite Fassung: 4. 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