{"id":6862,"date":"2016-11-02T16:44:15","date_gmt":"2016-11-02T15:44:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6862"},"modified":"2016-11-16T18:53:43","modified_gmt":"2016-11-16T17:53:43","slug":"falstaff-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6862","title":{"rendered":"FALSTAFF &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Giuseppe Verdi, Commedia lirica in drei Akten, Text: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 09. Februar 1893 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Dietrich W. Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer<\/p>\n<p>Dirigent: Will Humburg und das G\u00fcrzenich-Orchester<\/p>\n<p>Solisten: Lucio Gallo (Sir John Falstaff), Nicholas Pallesen (Ford), Liparit Avetisyan (Fenton), Martin Koch (Dr. Cajus), Ralf Rachbauer (Bardolfo), Lucas Singer (Pistola), Natalie Karl (Alice Ford), Emily Hindrichs (Nannetta), Adriana Bastidas Gamboa (Meg Page), Dalia Schaechter (Mrs. Quickly)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Oktober 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/K\u00f6ln-Falstaff.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6863\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/K\u00f6ln-Falstaff.jpg\" alt=\"koeln-falstaff\" width=\"568\" height=\"378\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/K\u00f6ln-Falstaff.jpg 568w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/K\u00f6ln-Falstaff-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der verarmte Ritter John Falstaff beschlie\u00dft, die reichen Damen Alice Ford und Meg Page zu verf\u00fchren. Als diese dies bemerken dies bemerken, da sie beide von Falstaff Liebesbriefe erhalten haben, wollen sie ihm eine Lektion erteilen. Mrs. Quickly vereinbart mit Falstaff ein Rendezvous mit beiden Frauen. Falstaff erscheint bei Alice Ford, doch ihr Mann kommt dazwischen. Die Damen helfen Falstaff sich in einem W\u00e4schekorb zu verstecken und leeren ihn in der Themse aus. Bei einem weiteren Stelldichein um Mitternacht verkleiden sich alle als Feen und Kobolde und qu\u00e4len und beschimpfen Falstaff, bis er seine Fehltaten gesteht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne im K\u00f6lner Staatenhaus besteht aus einer Empore, die dreieckig zugespitzt ist. Die Gestaltung des Raumes ist sehr schlicht und spiegelt die Gesellschaft des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts wider. Der vordere Teil ist durch einen Vorhang mit dem Gem\u00e4lde einer adeligen Gesellschaft vom hinteren Teil abgetrennt. Dort befindet sich eine lange Tafel mit wei\u00dfer Tischdecke und Polsterst\u00fchlen. Die Kost\u00fcme sind der Adelsgesellschaft angepa\u00dft. Falstaff tr\u00e4gt einen langen schwarzen Frack, die Damen lange Abendkleider mit Glitzerverzierungen und Seidenapplikationen. Insgesamt ist die Inszenierung sehr minimalistisch angelegt und konzentriert sich auf die musikalische und schauspielerische Darbietung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Von Anfang an ist <strong>Lucio Gallo<\/strong> (Falstaff) in der Rolle des verarmten Ritters sehr pr\u00e4sent. W\u00e4hrend er mit seiner warmen, samtenen Baritonstimme \u00fcber seine Verf\u00fchrungskunst bei den Frauen philosophiert, wippt er selbstsicher in einer Art Frisierstuhl. In der H\u00f6he l\u00e4\u00dft er seine Stimme kraftvoll anschwellen, dabei ahmt er in seinen Erz\u00e4hlungen lautmalerisch Frauenstimmen mit gek\u00fcnstelt hoher Stimme nach. Seine Mimik lebt von einem grimmigen Gesichtsausdruck. Dabei baut er viele kom\u00f6diantische Momente ein wie das Jagen seiner Diener mit einem Besen. Unter den Frauenstimmen sticht besonders <strong>Emily Hindrichs<\/strong> (Nannetta) heraus, die ihren glasklaren Sopran sehr anmutig in der H\u00f6he f\u00fchrt. Besonders das Ausschicken der Fermaten auf einem Ton gelingt ihr mit technischer Raffinesse. Dabei betont sie den zerbrechlichen Charakter ihrer m\u00e4dchenhaften Rolle.<\/p>\n<p>Ihre Mutter wird von <strong>Natalie Karl<\/strong> (Alice Ford) gespielt, die ebenfalls mit klarem Sopran singt, den die sie sehr flink und mit rhythmischer Pr\u00e4zision in den schnellen Partien einsetzt. Dabei mischt sie besonders bei ihren Rachegel\u00fcste grollende T\u00f6ne der Bruststimme bei. Als stimmlicher Gegenpol fungiert <strong>Dalia Schaechter<\/strong> (Mrs. Quickly), die mit ihrem dunklen, inbr\u00fcnstigen Mezzosopran sehr verf\u00fchrerisch und akzentuiert singt. Ebenso dunkel und temperamentvoll klingt auch der Mezzo von <strong>Adriana Bastidas Gamboa<\/strong> (Meg Page). Im Quartett erg\u00e4nzen sich die hellen Sopranstimmen mit den dunklen Mezzo-Stimmen zu einem nuancierten Gesamtklang, der die Eigenst\u00e4ndigkeit der Melodien der Verdi-Musik sehr gut transportiert.<\/p>\n<p>Unter den M\u00e4nnerstimmen kann <strong>Nicholas Pallesen<\/strong> (Ford) mit seinem hellen Bariton, der schon tenorales Gepr\u00e4ge hat, \u00fcberzeugen. Der Einfallsreichtum seiner sch\u00f6nen Stimme ist immens: von im sotto voce gehauchten T\u00f6nen bis hin zu im Fortissimo geschmetterten Spitzent\u00f6nen bedient er das ganze Spektrum der Gef\u00fchle. Dabei singt er die Melodieb\u00f6gen sehr gebunden. Ebenfalls zu erw\u00e4hnen ist <strong>Liparit Avetisyan<\/strong> (Fenton). Sein lyrischer Tenor wirkt besonders in der Liebesarie im dritten Akt unglaublich schmelzend und schmachtend. Dabei singt er sehr getragen und l\u00e4\u00dft viel Raum zur dynamischen Steigerung. Unter der Leitung <strong>Will Humburgs<\/strong> kann sich auch das <strong>Orchester<\/strong> immer wieder von seiner Glanzseite zeigen. Er dirigiert die schwierigen Eins\u00e4tze mit temperamentvollen Gesten akkurat durch die Partitur. Auf diese Weise gibt das Orchester eine gute rhythmische und harmonische St\u00fctze f\u00fcr den Gesang.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist zur\u00fcckhaltend, womit die Musik in den Vordergrund r\u00fcckt. Hinzu kommt eine hervorragende Leistung der S\u00e4nge unterst\u00fctzt vom hervorragend spielenden Orchester. Lucio Gallo strahlt in der Rolle des Falstaffs und sorgt f\u00fcr viele unterhaltsame Momente. Das Publikum spendiert ihm und ebenso Humburg f\u00fcr sein fantastisches Dirigat langanhaltenden Applaus. Ein sch\u00f6ner Abend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Lucio Gallo (Sir John Falstaff) und Dalia Sch\u00e4chter (Mrs. Quickly)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: Giuseppe Verdi, Commedia lirica in drei Akten, Text: Arrigo Boito nach William Shakespeare, UA: 09. Februar 1893 Mailand, Teatro alla Scala Regie: Dietrich W. 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