{"id":6826,"date":"2016-08-01T15:13:51","date_gmt":"2016-08-01T14:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6826"},"modified":"2016-09-27T16:28:23","modified_gmt":"2016-09-27T15:28:23","slug":"muenchner-opernfestspiele-bayerische-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6826","title":{"rendered":"M\u00fcnchner Opernfestspiele, Bayerische Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><strong><em>Les Indes Galantes \u2013 Die galanten Indianer<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>von Jean-Philippe Rameau (1683-1764), Ballett-Oper in einem Prolog und vier Akten, Libretto: Louis Fuzelier, UA: 23. August 1735 Paris, Acad\u00e9mie royale de musique<\/p>\n<p>Regie und Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui, B\u00fchne: Anna Viebrock, Kost\u00fcme: Greta Goiris<\/p>\n<p>Dirigent: Ivor Bolton, M\u00fcnchner Festspielorchester, Balthasar-Neumann-Chor, Freiburg, Choreinstudierung: Detlef Bratschke<\/p>\n<p>Solisten: Lisette Oropesa (Hebe\/Zima), Goran Juric (Bellone), Ana Quintans (Amour\/Zaire), Elsa Benoit (Emilie), Cyril Auvity (Valere\/Tacmas), Fran\u00e7ois Lis (Huascar \/ Alvar), Tareq Nazmi (Osman\/Ali), Anna Prohaska (Phani\/Fatime), Mathias Vidal (Carlos\/Damon), John Moore (Adario)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Juli 2016 (Prinzregententheater)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/M\u00fcnchen-Festival.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6827\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/M\u00fcnchen-Festival.jpg\" alt=\"muenchen-festival\" width=\"442\" height=\"970\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Es ist wie im Paradies: Hebe, die G\u00f6ttin der Jugend, erfreut sich am Spiel der Liebespaare. Doch um einen Streit mit der Kriegsg\u00f6ttin Bellone zu schlichten, entsendet Amour Gefolgsleute in weit entfernte L\u00e4nder, um \u201eFormen der Liebe\u201c zu erkunden.<\/p>\n<p>Im ersten Aufzug <em>Der gro\u00dfm\u00fctige T\u00fcrke<\/em> widersteht Emilie den Avancen des Paschas Osman, da sie Val\u00e8re liebt. Dieser befindet sich unter versklavten Schiffbr\u00fcchigen. Der Pascha verzichtet auf Emilie und schenkt seinem Rivalen die Freiheit. Im zweiten Aufzug <em>Die Inkas in Peru<\/em> begehrt Huascar, Hohepriester der Sonne, die Prinzessin Phani, doch sie sucht den spanischen Konquistador Don Carlos. Huascar wird bei einem Erdbeben w\u00e4hrend des Sonnenfestes von einem Felsbrocken erschlagen und Don Carlos gewinnt die Prinzessin. Der dritte Aufzug <em>Blumen, persisches Fest<\/em> ist eine Eifersuchtsgeschichte zwischen dem Prinzen Tacmas, seinem Freund Ali und Za\u00efre und Fatima. Aus Anla\u00df eines Blumenfestes l\u00f6st sich der Streit in Wohlgefallen auf. Der vierte Aufzug <em>Die Wilden<\/em> spielt in den W\u00e4ldern der Neuen Welt und zeigt die Auseinandersetzungen zwischen franz\u00f6sisch-spanischen Truppen und nordamerikanischen Indianern. Die Invasion kann verhindert werden, Adario bekommt Zima. Zum Happy-End kehren die Beteiligten ins Paradies zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen einen Tag in heutiger Zeit in einem historischen V\u00f6lkerkundemuseum: Besucher kommen und gehen, Gruppen werden gef\u00fchrt, eine Schulklasse wird unterrichtet, eine andere Schulklasse kampiert in einer eigenh\u00e4ndig montierten Holzh\u00fctte, Dekorationen in Vitrinen werden mit \u201elebenden Puppen\u201c aufgebaut und wieder ge\u00e4ndert, Schauk\u00e4sten werden verschoben, eine Hochzeitsgesellschaft feiert, ein Doppelschrank wird als Beichtstuhl oder Doppeltoilette genutzt, die Ausgangst\u00fcr wird belagert und gest\u00fcrmt, ein Altar aufgebaut und eine Messe gefeiert. Getanzt wird dabei viel, und es wird auch eine USA- Flagge geschwenkt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Eine wichtige Frage bei solchen barocken Opernproduktionen ist die Frage, auf welchen Instrumenten gespielt wird. In diesem Fall spielt das Orchester auf den \u00fcblichen Instrumenten (Stichwort \u201eStreicher mit Stahlsaiten\u201c), erg\u00e4nzt durch Cembalo, Theorbe und Musette de Cour. Letztere ist eine historische franz\u00f6sische Sackpfeife, im Klangbild einem Dudelsack nicht un\u00e4hnlich. Eigentlich handelt es sich um Orchestermitglieder des Orchesters der M\u00fcnchner Staatsoper, die mit Barockinstrumente erg\u00e4nzt werden und unter dem Namen <em>M\u00fcnchner Festspielorchester<\/em> firmieren. Daher ist es nicht wirklich \u00fcberraschend, da\u00df es <strong>Ivor Bolton<\/strong> nicht gelingt, das Orchester in Richtung barocker Klangwelten zu f\u00fchren und f\u00fcr eine eindrucksvolle Untermalung des B\u00fchnengeschehens zu sorgen.<\/p>\n<p>Die Solisten, teilweise in Mehrfachrollen, k\u00f6nnen s\u00e4ngerisch den hohen Anforderungen des franz\u00f6sischen Barockgesangs und die dabei n\u00f6tigen Freiheiten in Phrasierung und Verzierung nicht wirklich gerecht werden. Es handelt sich durchwegs um junge Nachwuchss\u00e4nger am Anfang ihrer Kariere, teilweise im Ensemble der M\u00fcnchner Staatsoper. Keiner von ihnen ist wirklich auf alte Musik spezialisiert. F\u00fcr alle beteiligten ist es die erste Auseinandersetzung mit franz\u00f6sischem Barock und speziell mit Jean-Philippe Rameau. F\u00fcr wirklich alle \u2013 inklusive Ivor Bolton.<\/p>\n<p><strong>Fazit <\/strong><\/p>\n<p>Das ist also die erste Auseinandersetzung der M\u00fcnchner Staatsoper mit der Opernwelt von Jean-Philippe Rameau sowie dem franz\u00f6sischen Barock \u00fcberhaupt. Musikalisch sollte man von einem f\u00fchrenden Opernhaus wie auch f\u00fcr eine Vorstellung der <em>M\u00fcnchner Opernfestspiele<\/em> deutlich mehr erwarten k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus befremdet es auch, da\u00df man mit im franz\u00f6sischen Barock unerfahrenen Nachwuchskr\u00e4ften arbeitet, auch wenn man offensichtlich bem\u00fcht ist, eigenen Kr\u00e4fte aus dem Ensemble einzusetzen. Hier w\u00e4re eine Hinzuziehung franz\u00f6sischer Spezialisten, Solisten und Orchesterensembles dringend ratsam gewesen. Vielleicht w\u00e4ren dann der Zauber der Klangwelten Rameaus und seine Wirkung auf den Sonnenk\u00f6nig Ludwig XV. deutlich geworden.<\/p>\n<p>Szenisch war diese Umsetzung eine komplette Verweigerung gegen\u00fcber der Handlung, die in weiten Teilen auch Befremden ausgel\u00f6st hat. Einziger Pluspunkt ist, da\u00df die Ballettmusiken nicht gestrichen, sondern mit einer eigenen Ballettkompagnie aufgef\u00fchrt werden. Das Publikum ist interessiert und spendet freundlichen Applaus.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Wilfried H\u00f6sl<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ana Quintans (L&#8217;Amour\/Zaire)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Les Indes Galantes \u2013 Die galanten Indianer von Jean-Philippe Rameau (1683-1764), Ballett-Oper in einem Prolog und vier Akten, Libretto: Louis Fuzelier, UA: 23. 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