{"id":681,"date":"2009-06-04T21:21:47","date_gmt":"2009-06-04T19:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=681"},"modified":"2010-03-21T23:42:55","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:55","slug":"koln-oper-capriccio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=681","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; CAPRICCIO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), ein Konversationsst\u00fcck f\u00fcr Musik in einem Aufzug, Libretto: Clemens Krauss und Richard Strauss, UA: Capriccio, M\u00fcnchen 28.10.1942<br \/>\nInszenierung: Christian von G\u00f6tz, Regie: Sylvie D\u00f6ring, Ausstattung: Gabriele Jaenecke, Licht: Hans Toelstede, Dramaturgie: Christoph Schwandt, Dirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenichorchester K\u00f6ln. Solisten: Solveig Kringelborn (Gr\u00e4fin), Ashley Holland (Graf), Martin Homrich (Flamand), Miljenko Turk (Olivier), Michael Eder (La Roche), Dalia Schaechter (Clairon), Csilla Cs\u00f6v\u00e1ri (S\u00e4ngerin), Benjamin Bruns (S\u00e4nger) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30 Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"koln-capriccio.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/koln-capriccio.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"koln-capriccio.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/koln-capriccio.jpg\" \/><\/a>Der Dichter Olivier, der Komponist Flamand und der Theaterdirektor La Roche kommen zum Geburtstag der Gr\u00e4fin. Es entflammt eine Diskussion zwischen Dichter und Komponist, welche Kunst den Vorzug habe: Dichtung oder Musik. Der Theaterdirektor La Roche vertritt den Standpunkt, da\u00df es ausschlie\u00dflich darum gehe, eine effektvolle Auff\u00fchrung zu erzielen. Die Buhlerei um Poesie und Musik hat noch einen anderen Hintergrund. Olivier und Flamand sind beide in die Gr\u00e4fin verliebt. Ein Sonett Oliviers ber\u00fchrt die Gr\u00e4fin. Um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken, vertont Flamand das Sonett. Madeleine kann sich nicht entscheiden, wen sie nun liebt und welcher Kunst sie den Vorzug geben soll. Gemeinsam sollen die beiden eine Oper kreieren und der Graf schl\u00e4gt als Sujet \u201edie Ereignisse des heutigen Tages\u201c vor. Zu einer Entscheidung zwischen Poesie und Musik kommt es nicht.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Graf (Ashley Holland) sitzt in schwarzem Anzug an seinem Schreibtisch und sortiert seine Akten. Zwei Menschen mit einem gelben Stern auf der Brust betreten das Zimmer und erhalten einen neuen Pa\u00df. Der Schauplatz wechselt und die eigentliche Handlung beginnt.<br \/>\nEine Wendeltreppe windet sich spiralf\u00f6rmig nach oben. Mit einem zweiten Vorhang \u00f6ffnet sich eine B\u00fchne auf der B\u00fchne. Ein Cembalo und goldene St\u00fchle im Stil des Barock sind zu sehen. Die Gr\u00e4fin (Solveig Kringelborn) tr\u00e4gt ein weit ausladendes rotes Kleid und empf\u00e4ngt den Dichter Olivier (Miljenko Turk) und den Komponisten Flamand (Martin Homirich). Am linken und rechten B\u00fchnenrand schieben sich immer wieder zwei schmale Glask\u00e4sten ins B\u00fchnenbild. Zu sehen sind entweder M\u00e4nner in dunklem Anzug mit Zylinder, die starr geradeaus blicken oder die sich ankleidende Gr\u00e4fin (Solveig Turk). Die Kost\u00fcme des Theaterdirektors La Roche (Michael Eder), von Clairon (Dalia Schaechter) und auch des Grafen (Ashley Holland) sind im barocken Stil gehalten, alle tragen Per\u00fccken. Das B\u00fchnenbild wandelt sich in ein eingest\u00fcrztes Treppenhaus, kein Teil pa\u00dft mehr zum anderen. Die T\u00e4nzerin (Luisa Sancho Escanero) wird nach ihrer Darbietung gegen ihren Willen von zwei schwarz gekleideten M\u00e4nnern aus dem Saal gef\u00fchrt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas <strong>G\u00fcrzenichorchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Markus Stenz<\/strong> spielt sich nicht in den Vordergrund und l\u00e4\u00dft immer den S\u00e4ngern den Vorzug. <strong>Solveig Kringelborn<\/strong> als Gr\u00e4fin gestaltet die Arien abwechslungsreich, ihr ausdrucksstarker Gesang geht bisweilen allerdings auf Kosten der Textverst\u00e4ndlichkeit. <strong>Martin Homrich<\/strong> und <strong>Miljenko Turk<\/strong> als Komponist und Dichter singen solide und auch <strong>Ashley Holland<\/strong> in der Rolle des Grafen, sie m\u00fcssen allerdings heute hinter der Stimme von <strong>Michael Eder<\/strong> (La Roche) zur\u00fccktreten.<br \/>\nLeider viel zu kurz ist die Stimme von <strong>Csilla Cs\u00f6v\u00e1ri<\/strong> zu h\u00f6ren. In ihrem Auftritt vor der Gesellschaft singt sie mit glockenklarer Stimme und \u00fcberzeugt mit ihrer, auch in den h\u00f6heren Lagen, weichen aber dennoch kraftvollen Stimme.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs herrscht Krieg (Erster Weltkrieg), als Strauss die Oper schreibt. Die Inszenierung von <strong>Christian von G\u00f6tz<\/strong> versucht nicht allzu aufdringlich Anspielungen auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu machen und entwickelt eine Rahmenhandlung. Krieg und Judenverfolgung macht Strauss aber nicht zum Thema seiner Oper. Es geht schlicht und einfach um den uralten Konflikt zwischen Poesie und Musik. Darf ein Komponist zu Kriegszeiten nicht losgel\u00f6st vom Kriegsgeschehen eine Oper schreiben?<br \/>\nDas Publikum klatscht brav, aber nicht \u00fcberschw\u00e4nglich.<br \/>\nKatharina Rupprich<\/p>\n<p>Bild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt: Dalia Schaechter (Clairon), Ashley Holland (Graf) und Michael Eder (La Roche).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), ein Konversationsst\u00fcck f\u00fcr Musik in einem Aufzug, Libretto: Clemens Krauss und Richard Strauss, UA: Capriccio, M\u00fcnchen 28.10.1942 Inszenierung: Christian von G\u00f6tz, Regie: Sylvie D\u00f6ring, Ausstattung: Gabriele Jaenecke, Licht: Hans Toelstede, Dramaturgie: Christoph Schwandt, Dirigent: Markus Stenz,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=681\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-681","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/681","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=681"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/681\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1332,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/681\/revisions\/1332"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}