{"id":6782,"date":"2016-09-12T12:48:43","date_gmt":"2016-09-12T11:48:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6782"},"modified":"2016-09-14T12:54:52","modified_gmt":"2016-09-14T11:54:52","slug":"die-walkuere-minden-stadttheater-minden-richard-wagner-verband-minden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6782","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; Minden, Stadttheater Minden, Richard-Wagner-Verband Minden"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels <em>Der Ring des Nibelungen<\/em>, Libretto: R. Wagner, UA: 26. Juni 1870 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches \u00a0Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Gerd Heinz, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann, Videos: Matthias Lippert<\/p>\n<p>Dirigent: Frank Beermann, Nordwestdeutsche Philharmonie<\/p>\n<p>Solisten: Thomas Mohr (Siegmund), Tijl Faveyts (Hunding), Renatus Meszar (Wotan), Magdalena Anna Hofmann (Sieglinde), Dara Hobbs (Br\u00fcnnhilde), Kathrin G\u00f6ring (Fricka), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. September 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Minden-Walk\u00fcre.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6784\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Minden-Walk\u00fcre.jpg\" alt=\"minden-walkuere\" width=\"565\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Minden-Walk\u00fcre.jpg 565w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Minden-Walk\u00fcre-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 565px) 100vw, 565px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der verfolgte W\u00e4lsunge Siegmund findet bei seiner verloren geglaubten Zwillingsschwester Sieglinde Zuflucht und zeugt mit ihr Siegfried. Fricka verlangt S\u00fchne f\u00fcr Ehebruch und Blutschande. Durch die eigenen Gesetze gebunden, mu\u00df Wotan Siegmund opfern. Todgeweiht will Siegmund die Schwester lieber t\u00f6ten als ungesch\u00fctzt zur\u00fcckzulassen. Da beschlie\u00dft Br\u00fcnnhilde \u2013 entgegen Wotans Befehl \u2013 die W\u00e4lsungen zu retten. Doch Wotan bewirkt Siegmunds Tod. Br\u00fcnnhilde flieht zun\u00e4chst mit Sieglinde vor Wotan, aber Wotan bestraft Br\u00fcnnhilde und bettet sie in einen Feuerring, aus dem nur ein Held sie erretten kann.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die R\u00e4umlichkeiten in dem kleinen, historischen Stadttheater in Minden sind begrenzt. Deswegen sitzt das gro\u00dfe Orchester hinter einem Gazevorhang auf der B\u00fchne. Der eigentliche Orchestergraben ist \u00fcberdeckt, so da\u00df die Spielfl\u00e4che bis zur Rampe reicht. Viel Dekoration ist nicht vorhanden. Links befindet sich eine Wendeltreppe, um den ersten Rang als zus\u00e4tzliche Spiel- und Auftrittsfl\u00e4che zu nutzen. Ein \u00fcberdimensionaler Ring umschlie\u00dft das B\u00fchnenportal, rotgl\u00fchend wird er Waberlohe. Solche Beleuchtungseffekte kommentieren die Handlung, ebenso durch die Projektion komplexer Figuren auf den Gazevorhang, deren Sinn sich nicht leicht erschlie\u00dft. Die Kost\u00fcme erinnern an den abstrakten historischen Realismus der Wieland Wagner-Inszenierungen und passen zu den Charakterz\u00fcgen der Rollen \u2013 die durch die detaillierte und ausgefeilte Personenf\u00fchrung deutlich hervortreten.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Nicht zum ersten Mal steht <strong>Frank Beermann<\/strong>, GMD in Chemnitz, am Dirigentenpult in Minden. In gewohnt souver\u00e4ner Manier leitet er die Nordwestdeutsche Philharmonie Ostwestfalen-Lippe. Beermann beleuchtet das innerste Wesen der Personen und macht damit den Handlungsablauf verst\u00e4ndlicher. So wird der <em>Walk\u00fcrenritt<\/em> eher zu einer epischen Erz\u00e4hlung \u00fcber die Walk\u00fcren und weniger zu einer blechlastigen Filmmusik. Da die S\u00e4nger direkt vor dem Publikum postiert sind, wird die Wortverst\u00e4ndlichkeit verbessert und die H\u00f6rbarkeit auch leisester T\u00f6ne m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Thomas Mohr<\/strong> ist ein Wagnertenor mit hoher baritonal gef\u00e4rbter Durchschlagskraft und strahlender H\u00f6he. F\u00fcr den Siegmund mu\u00df er aber noch an der Wortverst\u00e4ndlichkeit und an der Phrasierung innerhalb der Gesangslinie arbeiten. <strong>Renatus Meszar<\/strong> ist ein strahlender Ba\u00dfbariton mit gro\u00dfer Spielfreude und sicherer Technik. Viele Wagnerianer erinnern sich noch positiv an seinen Auftritt im <em>Ring<\/em> in Weimar. Leider fehlt ihm mittlerweile das Durchhalteverm\u00f6gen und die Leuchtkraft \u2013 besonders in der H\u00f6he und der Tiefe. So spricht er eher mit verhaltener Stimme Wotans Abschied, was er aber dennoch zu einem tiefbewegenden Ereignis gestalten kann.<\/p>\n<p><strong>Tijl Faveyts<\/strong> ist ein Ba\u00df mit einer sehr sicheren leuchtenden Tiefe und kann so die H\u00e4rte Hundings verst\u00e4ndlich machen. Sein Hunding bleibt aber stets menschlich. Eine Entdeckung ist <strong>Dara<\/strong> <strong>Hobbs<\/strong> als Br\u00fcnnhilde. Ein dramatischer Sopran mit eleganter beweglicher Stimmf\u00fchrung: Die Motivation ihres Meinungswechsels aus Mitleid gegen\u00fcber dem W\u00e4lsungenpaar wird f\u00fcr jeden h\u00f6r- und f\u00fchlbar. Die Verzweiflung hingegen charakterisiert die Rolle der Sieglinde im zweiten Akt. <strong>Magdalena Anna Hofmann<\/strong> \u00fcberzeugt mit den leiseren T\u00f6nen und mit viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Den strahlenden Momenten des ersten Aktes fehlt ein wenig die Leuchtkraft. Etwas mehr Durchschlagskraft m\u00f6chte man auch <strong>Kathrin G\u00f6ring<\/strong> w\u00fcnschen. Ihre Fricka ist durch H\u00e4me und Spott gegen\u00fcber ihrem sich windenden untreuen Gatten mehr als deutlich gekennzeichnet. <em>Deiner ew&#8217;gen Gattin heilige Ehre<\/em> wird zum Menetekel des Untergangs Siegmunds und Wotans.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Man tut sich schwer diese Produktion als \u201ehalbszenisch\u201c zu bezeichnen, denn die Personenf\u00fchrung kompensiert den Mangel an B\u00fchnentechnik eindeutig. <strong>Gerd Heinz<\/strong>, dessen Inszenierung von Thomas Bernhards <em>Der Ignorant und der Wahnsinnige<\/em> dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen als \u00dcberraschungserfolg gefeiert wurde, gilt nicht erst seit seinem <em>Parsifal<\/em> in Meiningen als Hoffnungstr\u00e4ger werkgetreuer Inszenierungen: gegen den Strom des derzeit vorherrschenden Regietheaters zeigt er auf, da\u00df es auch ohne kontraproduktive Regieeinf\u00e4lle geht! Der v\u00f6llig zu Recht fast schon hysterische Applaus f\u00fcr eine sehens- und h\u00f6renswerte Produktion gilt auch der Vorsitzenden des Richard Wagner Verbandes in Minden, Dr. Jutta Hering-Winckler, deren b\u00fcrgerliches Engagement wieder einmal eine Oper am Mindener Stadttheater m\u00f6glich gemacht hat, das aktuell \u00fcber kein Musikensemble verf\u00fcgt und auch keine Musikproduktionen anbietet. Lobenswert!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<br \/>\nBilder: Dorothee Rapp und Friedrich Luchterhandt<br \/>\nDas Bild zeigt: Magdalena Anna Hofmann (Sieglinde) und Thomas Mohr (Siegmund). Letzterer zieht das Schwert aus der Esche Stamm (1.Akt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Musikdrama in drei Aufz\u00fcgen, Erster Tag des B\u00fchnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, Libretto: R. Wagner, UA: 26. 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