{"id":6760,"date":"2016-06-26T20:47:06","date_gmt":"2016-06-26T19:47:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6760"},"modified":"2016-06-29T07:48:17","modified_gmt":"2016-06-29T06:48:17","slug":"die-lustigen-weiber-von-windsor-duesseldorf-deutsche-oper-am-rhein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6760","title":{"rendered":"DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR &#8211; D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Otto Nicolai (1810-1849), komisch-phantastische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Salomon Hermann Mosenthal nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel UA: 9. M\u00e4rz 1849 Berlin, K\u00f6nigliches Opernhaus<\/p>\n<p>Regie: Dietrich W. Hilsdorf, B\u00fchne: Dieter Richter, Kost\u00fcme: Renate Schmitzer<\/p>\n<p>Dirigent: Axel Kober und die D\u00fcsseldorfer Symphoniker<\/p>\n<p>Solisten: Hans-Peter K\u00f6nig (Sir John Falstaff), Richard \u0160veda (Frank Fluth), Sami Luttinen (Georg Reich), Ovidiu Purcel (Sir Richard Fenton), Florian Simson (Abraham Sp\u00e4rlich), Daniel Djambazian (Dr. Jean-Jacques Cajus), Anke Krabbe (Alice Fluth), Marta M\u00e1rquez (Margarete Reich), Luiza Fatyol (Anna Reich)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 24. Juni 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/D\u00fcsseldorf-Die-LustigeWeiber.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6767\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/D\u00fcsseldorf-Die-LustigeWeiber.jpg\" alt=\"D\u00fcsseldorf Die LustigeWeiber\" width=\"744\" height=\"418\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/D\u00fcsseldorf-Die-LustigeWeiber.jpg 744w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/D\u00fcsseldorf-Die-LustigeWeiber-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 744px) 100vw, 744px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die verheirateten Damen Fluth und Reich bemerken, da\u00df sie beide vom Ritter Falstaff Liebesbriefe erhalten haben. Sie wollen ihm eine Lektion erteilen. Zuerst laden sie Falstaff zu den Fluths nach Hause ein und legen ihn dort hinein. Das macht den eifers\u00fcchtigen Herr Fluth mi\u00dftrauisch. Die Damen weihen die M\u00e4nner in ihre Pl\u00e4ne ein: bei einem Treffen im Wald sollen alle Dorfbewohner als Elfen verkleidet erscheinen und Falstaff erschrecken. Anna, die Tochter der Reichs, soll in dem Trubel den Favorit ihrer Eltern heiraten. Doch sie durchkreuzt die Pl\u00e4ne und heiratet Fenton. Falstaff fleht um Erbarmen, und es wird Frieden mit ihm geschlossen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung spielt mit Motiven der Romantik und des Biedermeiers. Der Vorhang zeigt das Motiv einer Ruine im Wald bei Mondschein nach Caspar-David-Friedrich und wird w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre sowie zwischen den Akten gezeigt. B\u00fchne und Kost\u00fcme sind im Biedermeier-Stil gehalten: der Hofraum der Fluths zeigt dunkelgr\u00fcne Brokat-Tapete mit goldenen Verzierungen, dunkle Eichenholzt\u00fcren und zwei H\u00e4ngel\u00fcster \u00fcber einer langen Tafel. Die Frauen tragen Kleider mit Tourn\u00fcren, die M\u00e4nner Sakkos mit langen Hosen. Im zweiten Akt \u00e4ndert sich das B\u00fchnenbild zu dem Inneren einer verlassenen Kirche mit Holzb\u00e4nken und Beichtstuhl, im dritten Akt wird die Vorderfront der Kirche gezeigt und durch Nebel Waldatmosph\u00e4re erzeugt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Axel Kober<\/strong> leitet das Orchester in einem m\u00e4\u00dfigen Tempo durch die Ouvert\u00fcre, dabei dirigiert er die Legato-B\u00f6gen in den Streichern zu Beginn sehr leise, so da\u00df sich das Crescendo bis zum Mezzoforte voll entfalten kann. Der dynamische Wechsel zwischen leisen, langsamen Dur und lauten, schnellen Moll-Partien stimmt auf die Oper ein. Bei den S\u00e4ngern treten Anke Krabbe und Marta M\u00e1rquez sowohl gesanglich, als auch schauspielerisch als eingespieltes Team auf.<\/p>\n<p><strong>Anke Krabbe<\/strong> (Alice Fluth) l\u00e4\u00dft ihren hellen, glockenklaren Sopran in den Koloraturen bl\u00fchen, dabei wechselt sie sehr flink von tiefen zu hohen T\u00f6nen, was gut zu ihrem kecken Schauspiel pa\u00dft. <strong>Marta M\u00e1rquez<\/strong>\u2018 Mezzo als Margarete Reich klingt dagegen dunkel und hohl. In den tiefen Lagen ist sie manchmal etwas zu leise, daf\u00fcr kann sie in den Spitzent\u00f6nen ihre Stimme gl\u00e4nzen lassen. Die beiden unterschiedlichen Stimmfarben der S\u00e4ngerinnen erg\u00e4nzen sich hervorragend: im Duett <em>Wir locken ihn mit Weiberlist <\/em>singen beide die Koloraturen mit rhythmischer Pr\u00e4zision sehr synchron und dynamisch wunderbar aufeinander abgestimmt. Hervorzuheben ist <strong>Hans-Peter K\u00f6nig<\/strong> (Sir Falstaff), der mit seinem warmen, durchdringenden Ba\u00df den liebenswerten Lebemann gibt. In der Arie <em>Als B\u00fcblein klein an der Mutter Brust<\/em> singt er tragend und mit akzentuiertem Stimmeinsatz, in den Tiefen l\u00e4\u00dft er seine Stimme sanft grollen. In der Darstellung unterstreicht er das Komische der Rolle; bei Frau Fluth zu Gast schaufelt er beispielsweise Essen in sich hinein bevor er sich vor ihrem Ehemann versteckt. Ein H\u00f6hepunkt ist das Duettino von <strong>Luisa Fatyol<\/strong> (Anna Reich) und <strong>Ovidiu Purcel<\/strong> (Fenton) im zweiten Akt. Beide zelebrieren die Koloraturen und Verzierungen \u00fcber mehrere Takte hinweg perfekt synchron und mit sehr viel Hingabe. Fatyol singt mit einem schw\u00fclstigen, dunkel gef\u00e4rbten Sopran, dabei ist sie besonders in der Dynamik stark und l\u00e4\u00dft sich von einem im <em>sotto voce<\/em> gehauchten Piano bis zum Fortissimo in den Spitzent\u00f6nen gro\u00dfe R\u00e4ume zur Steigerung. Ihr Partner Ovidiu Purcel \u00fcberzeugt durch einen metallischen, sehr forcierten Tenor. Er hat sehr viel Kraft in der Stimme und singt fast durchweg im Mezzoforte bis Forte. <strong>Sami<\/strong> <strong>Lutinnen<\/strong> (Georg Reich) \u00fcberzeugt durch einen schnarrenden Bariton, den er durch aggressive Gesten unterst\u00fctzt. Ebenso gibt <strong>Richard \u0160veda<\/strong> (Frank Fluth) mit seinem sehr akzentuiert und klar intoniert Tenor einen dominanten Ehemann ab. Erw\u00e4hnenswert ist ebenfalls der <strong>Chor<\/strong>, dessen S\u00e4nger als Geister verkleidet die Arie <em>O s\u00fc\u00dfer Mond <\/em>und dabei einen ausnahmslos harmonischen Klangteppich pianissimo erzeugt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist insgesamt sehr stimmig, da sie die Schaupl\u00e4tze originalgetreu wiedergibt und dank B\u00fchnenbild und Kost\u00fcmen eine m\u00e4rchenhaft-romantische Atmosph\u00e4re erzeugt. Dabei ist die charmante Darstellung des Ensembles kurzweilig und unterhaltsam. Die hervorragende Leistung der S\u00e4nger und des Orchesters sorgt f\u00fcr viele wundersch\u00f6ne, musikalische Momente. Besonders wird die gesangliche Leistung von Anke Krabbe und Hans-Peter K\u00f6nig vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus und Bravorufen gefeiert. Ein unverge\u00dflicher Abend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: vor dem Tisch v.l.n.r.: Anke Krabbe (Frau Fluth), Richard \u0160veda (Herr Fluth), Marta M\u00e1rquez (Frau Reich), hinter dem Tisch v.l.n.r.:Daniel Djambazian (Dr. Cajus), Sami Luttinen (Herr Reich), Mitglieder des Chors<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Otto Nicolai (1810-1849), komisch-phantastische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Salomon Hermann Mosenthal nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel UA: 9. M\u00e4rz 1849 Berlin, K\u00f6nigliches Opernhaus Regie: Dietrich W. 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