{"id":6753,"date":"2016-05-22T20:12:14","date_gmt":"2016-05-22T19:12:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6753"},"modified":"2016-06-29T07:41:46","modified_gmt":"2016-06-29T06:41:46","slug":"lakme-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6753","title":{"rendered":"LAKM\u00c9 &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von L\u00e9o Delibes (1836-1891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Edmon Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. April 1883 Paris, Op\u00e9ra-Comique (Salle Favart)<\/p>\n<p>Regie: Francois de Carpentries, B\u00fchne: Andreas Becker, Kost\u00fcme: Karine van Hercke<\/p>\n<p>Dirigent: Alexander Merzyn, Philharmonisches Orchester und Opernchor (Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio)<\/p>\n<p>Solisten: Ana Cvetkovic-Stojnic (Lakm\u00e9), Milen Bozhkov (G\u00e9rald), Verena Usemann (Mallika), Michael Lion (Nilakantha), Salomon Zulic del Canto (Fr\u00e9d\u00e9ric), Anna G\u00fctter (Ellen), Julia Da Rio (Rose), Gabriela K\u00fcnzler (Mistress Bentson), Dirk Mestmacher (Hadji) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 20. Mai 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Coburg-Lakme.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6764\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Coburg-Lakme.jpg\" alt=\"Coburg Lakme\" width=\"994\" height=\"558\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Coburg-Lakme.jpg 994w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Coburg-Lakme-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Coburg-Lakme-768x431.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 994px) 100vw, 994px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In dem von Gro\u00dfbritannien beherrschten Indien verlieben sich der britische Offizier G\u00e9rald und Lakm\u00e9 einem zuf\u00e4lligen Zusammentreffen. Lakm\u00e9 ist die gottgeweihte Tochter Nilakanthas, eines Bramanen, der gegen die britische Herrschaft k\u00e4mpft. Gegen\u00fcber G\u00e9rald schw\u00f6rt Nilakantha Rache, da er als Ausl\u00e4nder sein Heiligtum entweiht hat. Um G\u00e9rald anzulocken, l\u00e4\u00dft Nilakantha bei einem Volksfest seine Tochter alte indische Legenden vorsingen, bis sie ersch\u00f6pft zusammenbricht. G\u00e9rald, der in der Menge zugeh\u00f6rt hatte, wird von dem Bramanen verwundet. Lakm\u00e9 und G\u00e9rald fliehen in den Dschungel. Dort findet ihn sein Kamerad Fr\u00e9d\u00e9ric, der ihn auffordert, in die Kaserne zur\u00fcckzukehren, das Regiment breche auf. Als Lakm\u00e9 das erf\u00e4hrt, kaut sie eine giftige Blume, bevor sie mit G\u00e9rald gemeinsam den Becher heiligen Wassers leert, der ihre Union besiegelt \u2013 und ihn f\u00fcr ihren Vater unantastbar macht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Bauteile des B\u00fchnenbildes sind auf einer Drehb\u00fchne montiert: schmale oder breite Bretter, kreuzweise vernagelt, bilden Trennw\u00e4nde, enthalten T\u00fcren oder Fenster, \u00d6llampen h\u00e4ngen herum. Treppenrampen bilden Zug\u00e4nge zu R\u00e4umen, durch eine kurze Drehung steht man auf dem Wochenmarkt, H\u00e4ndler wuseln herum, bieten aus K\u00f6rben Obst und Gem\u00fcse feil. Grell-buntes Licht sorgt f\u00fcr asiatische Stimmung. Die Kost\u00fcme entstammen der zeitlosen indischen Folklore, die \u201eh\u00e4\u00dflichen\u201c englischen Touristen tragen g\u00e4ngige britische Tageskleidung.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Ganz bewu\u00dft hat L\u00e9o Delibes zwei verschiedene Stile verwendet: die Rollen der Engl\u00e4nder sind eher im Parlando (die urspr\u00fcnglich gesprochenen Dialoge wurden dadurch ersetzt), die Rollen der Inder hingegen sind gewichtiger und lyrischer komponiert. Um seine Liebesbeziehung glaubhaft zu machen, durfte G\u00e9rald alsbald ins Lyrische wechseln.<\/p>\n<p><strong>Milen Bozhkov<\/strong> wird der Rolle des Liebhabers gerecht \u2013 so wie man es erhofft: strahlend hell, mit weichem Timbre und mit viel lyrischem Schmelz in der Kehle. Auch als franz\u00f6sischer Haustenor klingt er sicher in den H\u00f6hen, agiert mit schwereloser Leichtigkeit und Durchschlagskraft. <strong>Ana Cvetkovic-Stojnic<\/strong> ist die ideale Darstellerin der Lakm\u00e9. Sie verf\u00fcgt \u00fcber eine leuchtende und durchschlagsstarke Stimme. Die hohen T\u00f6ne der <em>Gl\u00f6ckchenarie<\/em> schafft sie mit Kraft und Nachdruck. In den lyrischen Passagen im piano des <em>Blumenduetts<\/em> erg\u00e4nzt sie sich harmonisch mit <strong>Verena Usemann<\/strong>, die f\u00fcr die Mallika die ideale jugendlich-naive und glasklar-leichte Darstellerin ist.<strong> Michael Lion<\/strong> ist der erfahrene Ba\u00dfbariton des Hauses, der den Nilakantha mit gro\u00dfem Volumen als m\u00e4chtigen, aber wenig liebevollen Vater gestaltet. <strong>Salomon Zulic del Canto<\/strong> ist kurzfristig als Fr\u00e9d\u00e9ric eingesprungen und l\u00e4\u00dft mit gro\u00dfer Stimme aufhorchen. <strong>Dirk Mestmacher<\/strong> ist als Spieltenor ein serviler gelenkiger Diener und <strong>Anna G\u00fctter<\/strong>, hat wegen der etwas hart fokussierenden, nachdr\u00fccklichen, jugendlich leichten Soubretten-Stimme wenig Chancen bei G\u00e9rald, obwohl sie verlobt sind. Die musikalische Leitung des <strong>Alexander Merzyn<\/strong> ist passend zum Werbespot: <em>stringent und zielgerichtet, farbenreich und mitrei\u00dfend<\/em>. Die franz\u00f6sischen Klangwolken kommen gut zum Zuge: transparent, aber hart und immer mitf\u00fchlend.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p><em>Lacm\u00e9<\/em> geh\u00f6rt in die Reihe jener exotischen B\u00fchnenwerke der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, wie z.B. Bizets <em>Perlenfischer<\/em> oder Meyerbeers <em>Afrikanerin<\/em> aber auch Puccinis <em>Madame Butterfly<\/em> etwas sp\u00e4ter. Wegen des britisch-franz\u00f6sischen Kolonialkonflikts in Indien hatte die Oper auch politisches Gewicht. Dieser wird hier aktuell kurz gestreift, aber die Liebesbeziehung im Aufprall der Kulturen steht im Mittelpunkt und wird so bildgewaltig stimmig in Szene gesetzt, da\u00df sich jede indische Marketingagentur die H\u00e4nde reiben d\u00fcrfte. Das <em>Blumenduett<\/em> wird hier stimmig zu einem Werbetrailer f\u00fcr Indien. Die Ballett-Einlage im zweiten Akt k\u00f6nnte jedem Folklore-Film entnommen sein. Auch musikalisch ist das gesamte Ensemble positiv zu nennen und ist nicht nur wegen der <em>Gl\u00f6ckchenarie<\/em> der Lakm\u00e9 ein Genu\u00df. Eine Produktion, die erfreulicherweise ein durchwegs positives Echo des Publikums erf\u00e4hrt!<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt. Liebestod, Ana Cvetkovic-Stojnic (Lakm\u00e9)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von L\u00e9o Delibes (1836-1891), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre Edmon Julien Gondinet und Philippe-\u00c9mile-Fran\u00e7ois Gille, UA: 14. 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