{"id":6731,"date":"2016-06-13T10:44:33","date_gmt":"2016-06-13T09:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6731"},"modified":"2016-06-14T10:50:44","modified_gmt":"2016-06-14T09:50:44","slug":"lucia-di-lammermoor-koeln-oper-staatenhaus-saal-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6731","title":{"rendered":"LUCIA DI LAMMERMOOR &#8211; K\u00f6ln Oper, Staatenhaus Saal 2"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Dramma tragico in 3 Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach Walter Scotts The Bride of Lammermoor; UA: 26. September 1835 Neapel, Teatro S Carlo<\/p>\n<p>Regie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr, B\u00fchne: Christian Schmitt, Kost\u00fcme: Saskia Rettig, Licht: Nicol Hungsberg, Dramaturgie: Mark Schachtsiek<\/p>\n<p>Dirigent: Eun Sun Kim, G\u00fcrzenich-Orchester und Opernchor, Choreinstudierung: Sierd Quarr\u00e9<\/p>\n<p>Solisten: Boaz Daniel (Enrico), Olesya Golovneva (Lucia), Atalla Ayan (Edgardo), Taejun Sun (Arturo), Henning von Schulman (Raimondo), Judith Tielsen (Alisa), Ralf Rachbauer (Normanno), Glasharmonika (Sascha Reckert)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 11. Juni 2016 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/K\u00f6ln-Lucia_11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6732 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/K\u00f6ln-Lucia_11.jpg\" alt=\"Oper K\u00f6ln LUCIA DI LAMMERMOOR\" width=\"523\" height=\"348\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/K\u00f6ln-Lucia_11.jpg 523w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/K\u00f6ln-Lucia_11-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 523px) 100vw, 523px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\nDie schottischen Familien Ravenswood und Lammermoor sind verfeindet. Doch Edgardo Ravenswood und Lucia Lammermoor haben sich ineinander verliebt. Heimlich trifft sie sich mit dem Geliebten am Brunnen, wo beide sich gegenseitige Treue schw\u00f6ren. Lucias Bruder Lord Enrico aber will seine Schwester mit dem reichen Lord Arturo Bucklaw verheiraten, um die Familie aus ihrer verschuldeten Lage zu retten. Inzwischen schreibt Edgardo, der sich als Botschafter in Frankreich befindet, Briefe. Fast alle Briefe werden von Enrico unterschlagen. Doch einer davon f\u00e4lscht er und \u00fcbergibt ihn seiner Schwester. Darin gesteht Edgardo Lucia, da\u00df er eine andere lieben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nachdem Lucia den gef\u00e4lschten Brief gelesen hat unterschreibt sie den Ehevertrag mit Arturo Bucklaw. Die Hochzeitsfeier beginnt. Da taucht pl\u00f6tzlich Edgardo auf und fragt Lucia, ob es stimme, da\u00df sie einen anderen lieben w\u00fcrde. Als Lucia das bejaht, gibt er ihr den Ring zur\u00fcck. W\u00e4hrend die Hochzeitsg\u00e4ste noch feiern, taucht pl\u00f6tzlich Lucias Vertrauter Raimondo auf und verk\u00fcndet, da\u00df Lucia in einem Anfall von Wahnsinn ihren Br\u00e4utigam erstochen habe. Mit Dolch und blutverschmiertem Kleid taucht Lucia im Saal auf. Ihr Geist scheint verwirrt. Im Morgengrauen erwartet Edgardo bei den Gr\u00e4bern von Ravenswood. Da erscheint Raimondo. Dieser berichtet, da\u00df Lucia gestorben sei. Edgardo beschw\u00f6rt noch einmal seine Liebe zu Lucia und ersticht sich.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im Blickfeld gegen\u00fcber den Zuschauern f\u00e4llt eine breite Treppe auf, die zum zweiten Stock eines Hauses hinauff\u00fchrt. Von hier l\u00e4\u00dft sich ein Zimmer betreten, dessen Inneres durch ein breites Glasfenster einsehbar ist. Im Zimmer erkennt man ein quer zum Betrachter aufgestelltes Bett. An der Wand ein Gem\u00e4lde, auf dem f\u00fcnf Erwachsene und zwei Kinder abgebildet sind. Aus dem Zimmer f\u00fchrt nach rechts au\u00dfen eine Veranda. Letzter kann man durch eine T\u00fcr verlassen. Auf der unteren Ebene gibt es eine Art Innenhof, der ein flaches, wannenartiges Bassin, fast in Gr\u00f6\u00dfe des ganzen Innenhofs, einnimmt.<\/p>\n<p>Der zweite Akt zeigt eine Variation des ersten Bildes: die Treppe f\u00fchrt jetzt rechts ins obere Stockwerk. Auf ebener Erde erblickt man nun ein zweites Zimmer mit r\u00fcckw\u00e4rtiger Glaswand. Davor gibt es einige Sessel und einen Couchtisch.<\/p>\n<p>Das Orchester ist links neben dem B\u00fchnenaufbau plaziert. Die Dirigentin ist vom Platz des Berichtenden nicht zu sehen. \u00dcberhaupt kann man im ersten Akt die handelnden Personen auf ebener Erde nur wenig gewahr werden.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00e4nger werden kaum von der Musik \u00fcbert\u00f6nt, was weniger der Dirigentin als der seitlichen Aufstellung des Orchesters geschuldet. Auf diese Weise sind die edlen Belcantolinien unvermittelt h\u00f6rbar. Der Chor ist gut einstudiert und kommentiert pr\u00e4chtig mit meist (allzu) gro\u00dfem Volumen. Eine rechte Stimmung der Leidenschaftlichkeit und der \u00dcberraschungen kommt nicht auf: vieles spielt sich auf der betonartigen (Frei)Treppe ab. Auch das pl\u00f6tzliche Erscheinen des vermeintlich untreuen Edgardo ist keine \u00dcberraschung mehr; denn jemand, der zu einer Menge im Freien hinzukommt, f\u00e4llt kaum auf. Ja, wenn alles im Burg- oder Schlo\u00dfzimmer vonstatten gegangen w\u00e4re, da h\u00e4tte man vielleicht den Atem angehalten. So wurde die wichtige Szene sang- und klanglos verspielt. Der mit zitternden H\u00e4nden unterzeichnete Ehevertrag Lucias, der das pl\u00f6tzliche Auftauchen des \u00fcber alles geliebten Edgardo einleiten sollte, wurde daher wenig wahrgenommen.<\/p>\n<p>Im ersten Akt erwartet <strong>Olesya Golovneva<\/strong> (Lucia) ihren Edgardo am Brunnen. Hier sitzt Lucia auf dem Rand eines wannenartigen Bassins. Das pa\u00dft recht zu ihrem Gesang: <em>Diesen Brunnen kann ich nicht ohne Zittern ansehen &#8230; <\/em>(4. Szene). Man kann es ihr nachf\u00fchlen!<\/p>\n<p><strong>Atalla Ayan<\/strong> (Edgardo) erscheint, in hellbrauner Hose, Jackett und rotem langem Schal. Er k\u00fcndet Lucia sein Weggehen an. Dann erneuert er am Grab seines Vaters den Racheschwur gegen die von\u00a0 Lammermoor. Schon hier f\u00e4llt die s\u00fcdlich-sinnliche Stimme des Brasilianers mit ausgeglichenem Klang angenehm auf. In noch gr\u00f6\u00dferer Vollendung erlebt man ihn dann in seine <em>Aria finale<\/em> am Opernende, wo er aus Gram \u00fcber den Verlust von Lucia all seine Gestaltungsm\u00f6glichkeiten sp\u00fcrbar werden l\u00e4\u00dft. \u00dcberw\u00e4ltigend gelingt ihm <em>Fra poco a me ricovero \u2013 bald wird mir ein verlassenes Grab Zuflucht geben<\/em>: der Klang seiner sch\u00f6n timbrierten Stimme, der m\u00fchelose Durchgang in die hohen Lagen und die wohllautenden T\u00f6ne in mittlerer Lage faszinieren. Ein S\u00e4nger mit gro\u00dfen Zukunftschancen! Weitere gesangliche H\u00f6hepunkte waren keine mehr an diesem Abend zu registrieren, auch nicht von <strong>Olesya Golovneva<\/strong> (Lucia).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Ob die Eigenm\u00e4chtigkeiten der Regisseurin von Nutzen (Erkl\u00e4rung) f\u00fcr die Donizetti-Oper waren wie der Mord am Ehemann Arturo (Taejun Sun) mit einem Leuchter durch Enrico (Boaz Daniel) statt durch Lucia (so im Original) oder der Mord Lucias durch Enrico, der sich dann selbst erscho\u00df, mag das Publikum entscheiden. Jedenfalls eine merkw\u00fcrdige Sicht auf eines der ber\u00fchmtesten Trag\u00f6dien der italienischen Oper, die das Scott-Donizetti-Ambiente brutal umpfl\u00fcgte. Das Publikum war jedenfalls auf Buh eingestellt. Da\u00df es h\u00f6ren konnte, bewies es bei der Schlu\u00dfverbeugung durch frenetischen Beifall f\u00fcr den sympathischen S\u00fcdamerikaner Atalla Ayan.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Olesya Golovneva (Lucia), Atalla Ayan (Edgardo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848), Dramma tragico in 3 Akten, Libretto: Salvatore Cammarano nach Walter Scotts The Bride of Lammermoor; UA: 26. 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