{"id":673,"date":"2009-05-05T17:34:36","date_gmt":"2009-05-05T15:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=673"},"modified":"2009-06-03T17:41:30","modified_gmt":"2009-06-03T15:41:30","slug":"coburg-landestheater-rigoletto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=673","title":{"rendered":"Coburg, Landestheater &#8211; RIGOLETTO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave,UA: 11. M\u00e4rz 1851, Venedig<br \/>\nRegie: Werner Pichler, B\u00fchnenbild: Erwin Bode<br \/>\nDirigent: Alois Seidlmeier, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg, Chor des Landestheaters<br \/>\nSolisten: Milen Bozhkov (Herzog von Mantua), Roland Fenes (Rigoletto), Sofia Kallio (Gilda), Michael Lion (Graf von Monterone), Jason Nandor Tomory (Graf von Ceprano), Johanna Stark (Gr\u00e4fin Ceprano), Marek Reichert (Marullo), Christian Sturm (Borsa), Patrick Simper (Sparafucile), Petra Gruber (Maddalena), Stefanie Schmitt (Giovanna), Martin Trepl (Gerichtsdiener), Eva-Maria Fischer (Page)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2. Mai 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cobrug-rigoletto.jpg\" TITLE=\"cobrug-rigoletto.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cobrug-rigoletto.jpg\" ALT=\"cobrug-rigoletto.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die Orgie im Palast des Herzogs von Mantua ist in vollem Gang, der Herzog stellt der Gr\u00e4fin Ceprano nach. Auch der Graf Monterone verflucht den Herzog wegen der Entehrung seiner Tochter durch den Herzog und Rigoletto wegen dessen Spott. Rigoletto kehrt zu seiner Tochter Gilda zur\u00fcck, die er vor der Gesellschaft verborgen h\u00e4lt. Den als armen Studenten verkleideten Herzog gelingt es, in Gildas Zimmer einzudringen. Gilda verliebt sich in den Herzog. Kaum ist der Herzog gegangen, kommen die H\u00f6flinge zu Gilda und entf\u00fchren sie. Rigoletto eilt in den Palast und stellt entsetzt fest, da\u00df Gilda schon in den F\u00e4ngen des Herzogs ist. Gilda kehrt zwar zu Rigoletto zur\u00fcck, h\u00e4lt aber an ihrer Liebe zum Herzog fest. Rigoletto schw\u00f6rt Rache und beauftragt Sparafucile den Herzog zu ermorden. Dann zwingt er Gilda zuzusehen, wie der Herzog ein neues Liebesabenteuer mit Maddalena beginnt. Gilda h\u00f6rt, wie Maddalena Sparafucile \u00fcberzeugt, statt des Herzogs einen Fremden zu t\u00f6ten. Gilda hat M\u00e4nnerkleidung angelegt und Sparafucile t\u00f6tet sie als sie als sp\u00e4ter Gast in seine Wirtschaft kommt. In der Dunkelheit steckt er die Leiche in einen Sack, den er Rigoletto \u00fcbergibt, der glaubt, dies sei der tote Herzog. Rigoletto bricht \u00fcber ihrer Leiche zusammen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDieser Rigoletto versetzt uns in eine mond\u00e4ne Gesellschaft dieses oder des letzten Jahrhunderts. Doch der sch\u00f6ne Schein tr\u00fcgt, in dieser Herrengesellschaft dienen Frauen nur als Objekte sexueller \u00dcbergriffe. Auch der Herzog legt gerne Hand an und verteilt an die Damen rote Strumpfb\u00e4nder, an Gilda sogar ein rotes Kleid. Werner Pichler verzichtet auf gro\u00dfe Ausstattung und eine d\u00e4monisierende Zeichnung der Personen, das sind eher Menschen wie du und ich. Sparafucile scheint eher Strandw\u00e4rter als ein Betreiber eines halbseidenen Etablissements zu sein und tr\u00e4gt st\u00e4ndig Sonnenbrille, was als italienischer Einschlag gelten mag. Maddalena ist eher ein unscheinbares Heimchen, das sich f\u00fcr den Herzog erst sch\u00f6n macht. Rigoletto wird von einem Behinderten dargestellt mit verbranntem Gesicht und Buckel. Das verbrannte Gesicht betont oder verdeckt er entweder mit einem gr\u00fcnen Haarteil. Er will zu der Gesellschaft dazu geh\u00f6ren, wird aber in eine Au\u00dfenseiterrolle gedr\u00e4ngt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMusikalisch und s\u00e4ngerisch kann man von einer ausgezeichneten und geschlossenen Ensemble-Leistung sprechen. Glanzpunkt ist <strong>Milen Bozhkov<\/strong>, der mit der bekannten Bravourarie <em>Donna e mobile<\/em> nicht nur Weiberherzen gewinnt, sondern fast alle hohen T\u00f6ne mit schwereloser Leichtigkeit trifft und alle in seinen Bann zieht. <strong>Roland Fenes<\/strong> (eingesprungen als Rigoletto) hat die gel\u00e4ufige Gurgel, um diese zerrissene Rolle auch stimmlich darzustellen. Den Ausbruch zwischen Wahnsinn und Wut im zweiten Akt mit<em> La ra, la ra oder Cortignani, vil razza dannata \u2013 Hofschranzen, verdammtes Geschlecht<\/em> singt er mit viel Emotion in der Stimme. Ihm gelingen die Koloraturen technisch sicher, besonders in den tiefen Lagen. <strong>Petra Gruber<\/strong> als Maddalena ist genauso wie <strong>Sofia Kallio<\/strong> als Gilda ein jugendlicher dramatischer Sopran mit gelungenen Koloraturen und sicherer H\u00f6he und Tiefe. Allerdings klingen die Stimmen so \u00e4hnlich, da\u00df sie im Finale kaum zu unterscheiden waren. Besonders bemerkenswert ist die hervorragende, fast schon verschwenderische Besetzung der Nebenrollen. <strong>Michael Lion<\/strong> ist als Graf Monterone mit seinem wohlt\u00f6nenden Ba\u00df \u00fcberbesetzt, der einzige Grund, weshalb er nicht die Rolle des Sparafucile \u00fcbernimmt, ist, da\u00df <strong>Patrick Simper<\/strong> zwar nicht \u00fcber Lions Klangvolumen verf\u00fcgt, jedoch eine eindrucksvolle vollt\u00f6nende Tiefe hat.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nBravorufe bereits im zweiten Akt, st\u00fcrmischer Applaus am Ende f\u00fcr alle Beteiligten mit mehr als drei Vorh\u00e4ngen. Die Inszenierung spiegelt die augenblickliche Sichtweise des Regietheaters auf Rigoletto und ist somit auf der H\u00f6he der Zeit. Die hervorragende musikalische Umsetzung und Ensemble fesselte den Zuh\u00f6rer von Anfang an. Wahrlich ein italienischer H\u00f6hepunkt in Coburg!<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<br \/>\nBildlegende: Maddalena (Petra Gruber) hat sich f\u00fcr den Herzog zu Recht gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave,UA: 11. 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