{"id":671,"date":"2009-05-22T13:22:23","date_gmt":"2009-05-22T11:22:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=671"},"modified":"2010-03-21T23:42:58","modified_gmt":"2010-03-21T22:42:58","slug":"cottbus-staatstheater-die-verkaufte-braut","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=671","title":{"rendered":"Cottbus, Staatstheater &#8211; DIE VERKAUFTE BRAUT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in 3 Akten, Libretto: Karel Sabina, UA: 30. Mai 1866, Prag<br \/>\nRegie: Wolfgang Lachnitt, B\u00fchne: Bernd Franke, Kost\u00fcme: Nicole Lorenz, Choreographie: Anna Lisa Canton, Choreinstudierung: Christian M\u00f6bius<br \/>\nDirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus, Chor und Extrachor des Staatstheaters Cottbus<br \/>\nSolisten: Gesine Forberger (Marie), Jens Klaus Wilde (Hans), Andreas Mitschke (Kecal), Dirk Kleinke (Wenzel), Volker Maria Rabe (Kru\u0161ina), Carola Fischer (Ludmilla), Hans Arthur Falkenrath (Tobias Micha), Anna Fischer (H\u00e1ta), Frank Wustlich (Springer), Anne Schierack (Esmeralda), Thomas P\u00f6schel (Muff), u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. Mai 2009 (Premiere 4. April 2009, in deutscher \u00dcbersetzung von Kurt Honolka)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"cottbus-braut.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cottbus-braut.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"cottbus-braut.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/cottbus-braut.jpg\" \/><\/a>Es ist Jahre her, da\u00df Bauer Kru\u0161ina mit dem reichen Tobias Micha einen Vertrag schlo\u00df, durch den Kru\u0161inas Tochter Marie \u201eMichas Sohn\u201c, zu dem Zeitpunkt war Hans gemeint, versprochen wurde. Micha heiratete erneut und aus der Ehe ging Wenzel hervor, w\u00e4hrend Hans im Zorn f\u00fcr lange Zeit fortging. F\u00fcr alle unerkannt kam Hans zur\u00fcck, wobei sich Marie und Hans ineinander verliebten. Kecal indes fordert von Kru\u0161ina und Ludmilla die Vertragserf\u00fcllung mit Micha ein, jedoch soll Marie nun als \u201eMichas Sohn\u201c den tolpatschigen Wenzel ehelichen. Obwohl Hans, im Wissen um die Klausel des Urvertrages, scheinbar einen weiteren Vertrag zum Verzicht auf Marie unterzeichnet, h\u00e4lt diese zweifelnd weiter zu ihm. Am Schlu\u00df offenbart Hans seine wahre Identit\u00e4t und beide, Marie und Hans, k\u00f6nnen sogar vertragsgem\u00e4\u00df zueinander finden, denn sie wird mit ihm \u201eMichas Sohn\u201c heiraten. Kecal und Wenzel indes werden verspottet.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAlle Szenen der Auff\u00fchrung sind vom gleichen Grundb\u00fchnenbild bestimmt. Die Flanken sind mit einer roten sowie einer wei\u00dfen hohen Lattenwand abgegrenzt, die mit gro\u00dfen T\u00fcren versehen sind. Ein nach hinten ansteigendes Podium mit Kunstrasen und Sonnenblumen imitiert ein Dorfidyll, auf dem die Akteure mit alten Fahrr\u00e4dern anrauschen und der romantische B\u00fchnenwagen des Zirkusvolkes vorgefahren kommt. Vom B\u00fchnenboden fallender Regen zu Beginn und Ende der Oper, ein Wassergraben und intelligente Ausleuchtung sorgen f\u00fcr stimmungsreiche Naturschilderungen. Die Kost\u00fcme und Requisiten vermitteln dazu das passende Flair des 19. Jh., wobei die Dynamik des B\u00fchnengeschehens mit ideenreich choreographierten Polkat\u00e4nzen des Chores oder auch Akrobatikeinlagen der Zirkusleute abwechslungsreich aufrecht erhalten wird.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDer glockenklare Sopran von <strong>Gesine Forberger<\/strong> (Marie) kann die Leuchtkraft ihres jugendlichen Stimmesprits nicht nur in den Duetten, sondern insbesondere auch in den Arien <em>Wenn ich das einmal erfahre und Ich w\u00fcrd\u00b4euch z\u00e4rtlich lieben<\/em> entfalten, wenn auch in den anspruchsvolleren H\u00f6hen der Glanz etwas verbla\u00dft und die Stimme angestrengt rauh angehaucht erscheint. Daneben hat es<strong> Jens Klaus Wilde<\/strong> (Hans) in den Duetten eher schwer, sich den n\u00f6tigen Raum f\u00fcr seine bl\u00e4\u00dfliche, mit fahlem Timbre und in den Spitzent\u00f6nen trocken gepre\u00dften Tenorstimme, wie etwa auch in seinem <em>Wie w\u00e4r\u2019s wenn ich dich Marie verkaufte<\/em>, zu verschaffen. Beachtenswert bleibt sein engagiert jugendliches Spiel. <strong>Andreas Mitschke<\/strong> (Kecal) kann seinen geschmeidigen Ba\u00df mit leicht abfallendem Druck in den Tiefen im Terzett<em> Er ist richtig, grade richtig<\/em> sowie nahezu ideal in Intonation und Duktus im <em>Ich wei\u00df ein M\u00e4dchen, das hat Dukaten<\/em> s\u00fcffisant zur Geltung bringen. Mit <strong>Dirk Kleinke<\/strong> erh\u00e4lt der Tolpatsch Wenzel, mit forciert wendig, scharfkantiger Stimme und unaufdringlich naivem Spiel, ein perfekt zugeschnittenes Abbild. Auch die \u00fcbrigen Beteiligten bieten eine respektable Leistung. Dabei stechen insbesondere der auffallend \u00fcppig angelegte Mezzosopran von <strong>Carola Fischer<\/strong> (Ludmilla) und der in luxuri\u00f6s runden Wohlklang druckvoller Intensit\u00e4t eingebettete Sopran von <strong>Anne Schierack<\/strong> (Esmeralda) hervor.<br \/>\nUnter <strong>Evan Christ<\/strong> entfaltet das <strong>Philharmonische Orchester<\/strong> des Staatstheaters Cottbus bereits mit der beeindruckend wendig gespielten Ouvert\u00fcre ein wahres Feuerwerk des technisch perfekt gespielten Wohlklangs, in den sich im weiteren Verlauf der Oper die Stimmen der Solisten breit getragen einbetten k\u00f6nnen. Die Polkat\u00e4nze der Massenszenen z\u00fcnden im Orchester ebenso in mitrei\u00dfender, wohltuend nicht \u00fcberdrehter Dynamik, wie die von ihm mit eindringlicher Intensit\u00e4t ersp\u00fcrten ruhigen Passagen. Der <strong>Chor<\/strong> und <strong>Extrachor<\/strong> des Staatstheaters Cottbus kann mit technisch einwandfreier und dynamisch kontrastierender Stimmf\u00fchrung begeistern.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine erfrischend schwungvolle Inszenierung, die es mit dem intelligentem Einsatz weniger Mittel schafft, das Flair des St\u00fcckes authentisch einzufangen und ihm in voller L\u00e4nge mit der engagierten und gesanglich fast durchweg beachtlichen Leistung aller Beteiligten brodelndes Leben einzuhauchen. Bravo!<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<br \/>\nDas Bild zeigt: Gesine Forberger (Marie) und Jens Klaus Wilde (Hans) sowie Damen und Herren des Opernchores und Extrachores des Staatstheaters Cottbus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Bed\u0159ich Smetana (1824-1884), Komische Oper in 3 Akten, Libretto: Karel Sabina, UA: 30. 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