{"id":6697,"date":"2016-05-10T16:06:38","date_gmt":"2016-05-10T15:06:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6697"},"modified":"2016-05-10T16:08:34","modified_gmt":"2016-05-10T15:08:34","slug":"der-rosenkavalier-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6697","title":{"rendered":"DER ROSENKAVALIER &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">von Richard Strauss, Kom\u00f6die in drei Akten, Text: Hugo von Hofmannsthal, UA: 26 Januar 1911 Dresden, Hofoper<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Herbert Wernicke, Licht: Werner Breitenfelder<\/p>\n<p>Dirigent: Philippe Jordan, Orchester und Chor der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Michaela Kaune (Die Feldmarschallin), Peter Rose (Baron Ochs), Daniela Sindram (Oktavian), Martin Gantner (Herr von Faninal), Erin Morley (Sophie), Irmgard Vilsmaier (Marianne Leitmetzerin), Dietmar Kerschbaum (Valzacchi), Eve-Maud Hubeaux\u00a0 (Annina), Francesco Demuro (Ein S\u00e4nger) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Mai 2016 (Premiere, Koproduktion mit den Salzburger Festspielen)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Paris-Rosenkavalier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6698 alignright\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Paris-Rosenkavalier.jpg\" alt=\"Du lundi 9 mai 2016 au mardi 31 mai 2016\" width=\"638\" height=\"426\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Paris-Rosenkavalier.jpg 638w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Paris-Rosenkavalier-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/a><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bevor Baron Ochs von Lerchenau mit viel Gepolter ins Schlafgemach seiner Cousine, der Marschallin, eindringen kann, hat deren junger Liebhaber Oktavian gerade noch Zeit, sich als Kammerzofe zu verkleiden. Ochs teilt der Marschallin mit, da\u00df er Sophie, die junge Tochter des reichen Kaufmanns von Faninal heiraten werde, und bittet darum, ob sie ihm nicht einen Brautwerber vorschlagen k\u00f6nne, der, wie der Brauch es will, der Braut die silberne Rose \u00fcberbringen solle. Die Marschallin zeigt ihm ein Portrait des jungen Oktavian. Der Baron stimmt zu. Im Weggehen f\u00e4llt ihm die \u00c4hnlichkeit mit der h\u00fcbschen \u201eKammerzofe\u201c auf.<br \/>\nOktavian beteuert der Marschallin st\u00fcrmische seine Liebe, doch sie will allein sein und schickt ihn fort. Sie sp\u00fcrt, da\u00df er sie bald verlassen wird. Allein sinnt sie \u00fcber das Vergehen der Zeit und \u00fcber ihre schwindende Jugend nach.<br \/>\nDie h\u00f6fliche Eleganz des Rosenkavaliers und die unschuldige Sch\u00f6nheit der Braut l\u00e4\u00dft eine tiefe gegenseitige Liebe zwischen den beiden jungen Leuten entstehen. Umso mehr ist Sophie entsetzt \u00fcber das grobschl\u00e4chtige Benehmen von Baron Ochs. Auch Oktavian ist emp\u00f6rt. Es kommt zum Duell, der Baron wird verletzt, schreit Zeter und Mordio, doch beruhigt sich schnell, als man ihm ein Billet zu einem geheimen Stelldichein mit der \u201eKammerzofe\u201c der Marschallin zusteckt. Abends erwartet Oktavian, wieder als Kammerzofe verkleidet, den Baron in der <em>chambre separ\u00e9e <\/em>eines Gasthofs. Es gelingt ihm mit Hilfe von zwei Intriganten, einen richtigen Skandal zu inszenieren, der dann den Baron sogar f\u00fcr den Herrn von Faninal als Br\u00e4utigam unm\u00f6glich macht. Als Oktavian sich zu erkennen gibt, durchschaut der Baron das Spiel und zieht sich beim Eintreffen der Marschallin mit wiedergefundener Haltung zur\u00fcck. Die Marschallin \u00fcberl\u00e4\u00dft mit W\u00fcrde und etwas Wehmut das junge Paar ihrer Liebe.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Inszenierung ist bis ins Detail mit vielen, teils drolligen, teils ernsten Regieeinf\u00e4llen ausgearbeitet. Die Kost\u00fcme sind aus verschiedenen Epochen zusammengesucht. Die Lakaien um 1770, die Wachtleute als \u00f6sterreichische Polizei um 2000. Der Rosenkavalier in cremefarbenem Kost\u00fcm mit Zylinder und Sophie in weitem wei\u00dfem T\u00fcllrock, beide wie T\u00e4nzer aus einem Musical von 1950. Alle \u00fcbrigen tragen Kost\u00fcme zwischen 1900 und heute. Die B\u00fchne ist mit einem raffinierten System von beweglichen Spiegelkulissen umrandet, das einmal das Innere eines Barockpalastes ergibt und dann wieder reine, kalte Spiegelw\u00e4nde in der Art der 1920iger Jahre. Nur die Schlu\u00dfszene gibt den Blick auf eine Parkallee frei. Erstaunlicherweise f\u00fcgt sich all das im Gro\u00dfen und Ganzen zu einem \u00a0harmonischen Gesamtbild zusammen.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Michaela Kaune<\/strong> singt die Marschallin mit feiner, samtener Sopranstimme, besonders gl\u00e4nzend in den hohen Lagen. Sie spielt zur\u00fcckhaltend die nachdenkliche Melancholie der alternden Frau, wie im Monolog <em>Da geht er hin der aufgeblasene, schlechte Kerl <\/em>(1. Akt). Doch h\u00e4lt ihre Stimme, besonders in den mittleren und tiefen Lagen, nicht immer dem vollen Orchester stand, so da\u00df die ganze strahlende Sch\u00f6nheit des Terzetts in der Schlu\u00dfszene der Oper nicht voll zur Geltung kommt. <strong>Daniela Sindrams<\/strong> Mezzosopran als Oktavian ist stark und reich an Tonfarben, und so ist auch das Schlu\u00dfduett mit Sophie eines der H\u00f6hepunkte der Oper. Doch auch als Komikerin bl\u00f6delt sie mit Humor und verstellter Stimme durch die Rolle der vermeintlichen Kammerzofe. <strong>Erin Morleys <\/strong>(Sophie) hoher Sopran ist warm und glockenklar und verschmilzt wundersch\u00f6n mit Daniela Sindrams Mezzo bei der \u00dcberreichung der silbernen Rose im zweiten Akt, sowie am Schlu\u00df der Oper. <strong>Peter Rose<\/strong> stellt mit sonorem, tiefem Ba\u00df den Ochs von Lerchenau als urw\u00fcchsigen R\u00fcpel dar. <strong>Martin Gantner<\/strong> ist glaubhaft der \u00e4ngstliche, beflissene Faninal. <strong>Irmgard Vilsmaier<\/strong> als Leitmetzerin singt witzig ihr Walzer-Couplet.<br \/>\nDas Orchestre de l\u2019Op\u00e9ra National de Paris bringt unter der Leitung von <strong>Philippe Jordan<\/strong> die reiche Vielfalt der Strauss\u2019schen Klangfarben zur Entfaltung.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Von einigen kleineren M\u00e4ngeln abgesehen, war es eine sch\u00f6ne Auff\u00fchrung, die mit viel Applaus bedacht wurde.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Emilie Brouchon<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Erin Morley (Sophie), Daniela Sindram (Oktavian)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss, Kom\u00f6die in drei Akten, Text: Hugo von Hofmannsthal, UA: 26 Januar 1911 Dresden, Hofoper Regie, B\u00fchne, Kost\u00fcme: Herbert Wernicke, Licht: Werner Breitenfelder Dirigent: Philippe Jordan, Orchester und Chor der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6697\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6698,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134,69],"tags":[],"class_list":["post-6697","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-featured","category-paris-opera-bastille"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6697"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6697\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6701,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6697\/revisions\/6701"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6698"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6697"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6697"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}